Zehn erlebnisreiche Tage im Klingenthaler Wintertrainingslager

Die höchstgelegene Jugendherberge des Vogtlandes in Klingenthal war wie bereits in den Vorjahren das Ziel der 41 Sportschüler und  Nachwuchskanuten des Landesstützpunktes Potsdam mit ihren vier Betreuern.
In unmittelbarer Nähe des Aussichtsturmes am 936 m hohen Aschberg gelegen, gelangt man direkt von der Unterkunft auf die Kammlagen des bekannten Wintersportzentrums. Ausdauer und Kraft für die bevorstehende Wettkampfsaison zu trainieren war eines der Ziele. Der Wettergott hatte genügend Schnee bevorratet, somit war das Skilaufen gesichert.
Aber auch für  die Freizeitgestaltung der jungen Sportler und die Erledigung der notwendigen Hausaufgaben war genügend Zeit eingeplant.  Schließlich fand das Trainingslager nicht in der Ferienperiode statt und somit war das schulische Lernprogramm ebenfalls ein Bestandteil des Aufenthaltes vom 04. bis 13. Januar in der sächsischen Wintersportregion.
Einige der teilnehmenden Sportschüler geben an dieser Stelle Einblick in ihre Gedankenwelt während des Trainingslageraufenthaltes.

Günter Welke


Erste blaue Flecke bereits am Ankunftstag

„Wir sind am frühen Morgen des 4. Januars vom Potsdamer Luftschiffhafen mit dem Bus losgefahren. Gegen 06.15 Uhr begann unsere Fahrt und die meisten von uns haben sofort geschlafen. Nur im hinteren Teil des Busses saßen diejenigen, die hellwach waren. Deshalb kamen auch alle, die keine Lust zum Schlafen hatten, nach hinten.
Als wir ca. um 11.00 Uhr in Klingenthal ankamen, waren die meisten von uns erleichtert. Allerdings nur bis  der steile Aschberg in Sicht kam. Mit Mühe haben wir den Aufstieg zur Jugendherberge bewältigt und ich glaube zumindest, dass alle oben heil angekommen sind. Als dann die Zimmer bezogen waren, ging es gleich zum Essen. Nachdem alle ihren Bauch gefüllt hatten, mussten  noch einige von uns um 13.30 Uhr zur Skiausleihe und danach startete auch schon die erste Skistunde. Voller ‚Spaß und Freude’ fuhren wir alle los. Allerdings war der Schnee ziemlich vereist und das bereitete so manchem von uns Probleme. Einige verloren die Lust auf das Skifahren, nachdem sie sich bereits bei der Hinfahrt viermal oder noch öfters in den Schnee gepackt hattenAuch ich machte die schmerzhafte Erfahrung, dass man immer nach hinten fallen sollte, wenn man plötzlich ausrutscht.
Kurz nach Ankunft der letzten von Schmerz geplagten Skifahrer trafen sich alle schon bald beim Abendbrot. Anschließend brauchten wir ungefähr eine Stunde, um die Hausaufgaben zu erledigen und endlich ging es dann auf die Zimmer. Nun war die Nachtruhe auch  nicht mehr weit.“

Jeniffer Richert (13 Jahre)

Spaßige Trainereinlage und aufgeschlagene Lippe bleiben in Erinnerung

„Das erste Frühstück in unserem Skilager nahmen wir um 07.30 Uhr ein. Nachdem alle aufgegessen hatten, konnten wir noch einmal für 45 Minuten auf unser Zimmer. Gegen 08.30 Uhr begann unsere erste Ausfahrt unter Leitung von Herrn Cwikla. Bereits auf dem Weg zum Stadion gab es einige heftige Stürze, bei denen Maria, Ophelia und ich mehrmals urplötzlich im weichen Etwas landeten. Im Stadion angekommen, fuhren wir zwei Runden in der klassischen Technik, bei der sich Phillip Gehl und Schwarz auf eine besonders niedliche Art und Weise in den Schnee legten. Dann wollte uns Herr Cwikla die Skattechnik vorführen, vollführte hierbei beinah einen  Salto und traf hart auf dem Boden auf. Die Trainingsgruppe kam fast nicht mehr aus dem Lachen heraus. Alsdann fuhren wir noch zwei Runden im Skatstil und abschließend zwei weitere Runden paarweise gegeneinander. Danach ging es den schier unendlich wirkenden Berg hoch in Richtung Jugendherberge. Dort angekommen, ließen wir uns das Mittagessen schmecken. Es gab Backfisch und Kartoffelpüree
Nach der Mittagspause und ausgiebigem Schlaf von Hanka ging es um 14.30 Uhr wieder auf die Piste, diesmal nach Weitersglashütte. Kaum hatten wir eine kleine Wettkampfeinlage auf der Strecke absolviert, passierte mir das ‚Unglück des Tages’. Da Ophelia versuchte, mich in den Schnee zu schubsen, stützte ich mich auf meine Skistöcke und fiel ausgerechnet mit der Unterlippe auf einen der Stöcke. Meine Lippe blutete sofort. Das habe ich aber  erst gemerkt, als die anderen mich darauf aufmerksam machten. Nach dem Verbrauch einer  Packung Taschentücher und der Bewältigung unendlich vieler Anstiege kamen wir endlich am Rammelsberg an. Nur Ophelia, Philipp Schwarz und Philipp Gehl wagten die Abfahrt, alle anderen schnallten ihre Skier ab. Danach ging es im schnellen Tempo wieder zurück in Richtung ‚Heimat’. Die noch verbleibenden eineinhalb Stunden bis zum Abendbrot verbrachten wir mit Duschen, Lachen und Labern. Das Abendessen bestand aus Nudelsuppe, Brötchen und weiteren Zugaben. Als wir wieder auf unserem Zimmer waren, ging der Spaß mit Lachen, Witze reißen und Telefonaten weiter. Danach erwartete uns die Hausaufgabenstunde, auf die wir uns schon alle ‚freuten’. Diesmal quälten wir uns mit Biologie, Chemie und Englisch, aber auch Russischvokabeln wurden in Erinnerung gebracht. In das Zimmer zurückgekehrt, standen sofort wieder Themen wie Jungs, Klamotten und andere Dinge zur Debatte. Gegen 20.30 Uhr bewegte sich schließlich unsere halbe Zimmerbesatzung langsam in Richtung Bad. Der Umweg über die Unterkunft der Siebenklässler hatte uns 30 Minuten gekostet. Um 21.00 Uhr waren wir endlich alle bettfertig und lagen ganz brav in  unseren Betten. Ab 22.00 Uhr ging dann  das Geschichtenerzählen wieder richtig los. Etwa eine Stunde später waren Maria und ich eingeschlafen. Endgültige Ruhe herrschte jedoch erst, nachdem auch die noch eine Weile wach gebliebenen Hanka, Julia und Angelina schlummerten.“

Michelle Sophie (Michy) Lohn (13 Jahre)

Wecker nicht gehört - trotzdem pünktlich zum Trainingsbeginn

„Als wir am Morgen des sechsten Januars aufgestanden sind, hatten wir doch glatt eine halbe Stunde verschlafen. Keiner von uns hatte Mickys Wecker gehört. Schnell sind wir deshalb zum Frühstück gehetzt, denn wir mussten uns ja auch noch auf den Skilauf vorbereiten. Um 08.30 Uhr begann unsere dreistündige Skifahrt. Als wir zum Mittagessen zurück waren, gab es Knödel mit Gulasch und Rotkohl. Die etwa zweistündige Mittagspause nutzten wir zur Erholung, denn ab 14.30 Uhr mussten wir wieder auf unseren Skiern stehen. Zunächst fuhren wir eine große Runde in Vorbereitung auf den am nächsten Tag stattfindenden Wettkampf und danach machten wir Staffelspiele im Stadion. Zuvor erlebten wir einen Spaß, als Julia den Berg runter rollte.
Nach unserem Skitraining fuhren wir zur Jugendherberge zurück und wurden dort schon von Michy, Maria und Angelina erwartet. Mit Stolz berichteten sie von dem Schneemann, den sie gebaut hatten.
In der heutigen Hausaufgabenstunde hatte mich Michy ausersehen, diesen Bericht zu schreiben. Nach Erledigung der Schularbeiten gingen Julia und ich noch zu unserem ‚Minikiosk’, um uns etwas zum Trinken zu holen. Unsere ganze Zimmerbelegschaft fand es lustig, dass eine Flasche mit 995 ml anstelle eines Liters beschriftet war.
Bis zur Nachtruhe um 21.30 Uhr telefonierten wir am Abend noch mit unseren Freunden und Eltern.“

Hanka Lindner (14 Jahre)

Ein süßer Samstagnachmittag

„Am Samstag früh ging es ganz normal um 07.30 Uhr zum Frühstück. Dann hatten wir etwas mehr Zeit als sonst, da unser Wettkampf erst um 09.00 Uhr beginnen sollte. Als der erste Startschuss etwas später als vorgesehen fiel, stieg so langsam die Aufregung. Nun mussten auch wir auf die Piste. Nachdem wir die erste Runde bewältigt hatten, galt es für uns, die gleiche Strecke noch einmal zu schaffen. Aber auch diese Hürde wurde überwunden, wenn auch mit Müh’ und Not.
Danach begaben wir uns zum Mittagessen. Heute gab es Geschnetzeltes mit Spätzle und als Nachtisch Schoko- und Vanillepudding. Der Nachmittag war für fast alle Trainingsgruppen frei, nur die Trainingsgruppe Welke war fleißig und trainierte noch eine Stunde im Billardraum.
Gegen 15.30 Uhr wurde dann die gesamte Mannschaft mit Süßem und anderen leckeren Sachen versorgt. Zuvor waren Herr Cwikla und die Vertreter der Trainingsgruppen zum Einkauf in das Tal gefahren.“

Sophie Rauch (15 Jahre)

Ein toller Tag mit Lunchpaket

„Hallo erstmal, heute haben wir den 08.Januar. Unsere heutige Tagestour war relativ lustig. Wieder einmal, wie jeden Tag, musste man um 07.00 Uhr aufstehen und sich anschließend vorbereiten. Nach dem Frühstück sind die Trainingsgruppen ab 09.00 Uhr in unterschiedlichen Zeitabständen gestartet. In der Trainingsgruppe von Herrn Danz, das ist die schnellste, bin ich dabei.
Heute sind wir nach Schöneck gefahren. Weil der erste Teil der Tour so lang war, fand ich das nicht so cool. Die Rücktour hat dafür umso mehr Spaß gemacht. Wir sind gut vorangekommen und haben nur etwa die halbe Zeit der Hinfahrt gebraucht. Den Nachmittag hatten wir frei. Zum Abendbrot gab es heute warmes Essen, da wir ja eine Tagestour unternommen hatten. Gegen den Hunger hatten wir für  unterwegs ein Lunchpaket mitgenommen. Im Großen und Ganzen war es für mich ein toller Tag.“

Timon Gödde (15 Jahre)

Geburtstagsgratulation noch vor dem Frühstück

„Heute bin ich mal pünktlich um 07.00 Uhr aufgestanden, denn wir Mädchen der Trainingsgruppe Welke wollten Frau Welke noch vor dem Frühstück zu ihrem 50. Geburtstag gratulieren.
Beim Frühstück hat man an den ‚fröhlichen’ Gesichtern der Sportler gesehen, dass heute Wettkampftag war. Um 09.15 Uhr und  mit ein bisschen Verspätung machte sich Lucas als erster von 41 Sportlern auf den Weg zu den Zweikilometerrunden. Ich startete als Letzte. Die Strecke war etwas kürzer als beim letzten Mal, aber durch die steilen Anstiege war es wieder sehr anstrengend.
Zum Glück hatten wir nicht nur die Mittagspause zur Verfügung, sondern auch der Nachmittag war für uns frei. Das schöne Wetter haben viele von uns genutzt, um zu rodeln oder Ski zu fahren. Den Rest der Freizeit verbrachten wir mit Film anschauen und einem Stadtbummel. Die Trainingsgruppe von Herrn Cwikla musste noch Kraft machen. Vorbei war der Tag erst nach dem Abendbrot und der anschließenden Hausaufgabenstunde. Im Großen und Ganzen war der heutige Tag in Ordnung.“

Laura Heintz (15 Jahre)

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