Kurt Kuschela: „Jetzt sind wir die Gejagten!“

Kurt Kuschela

Die Frage ob er mit dem Sieg in London alles erreicht hat, verneint Kurt Kuschela ganz zielstrebig. „Für mich ist es der größte Erfolg, aber noch nicht alles. Wir waren die Unbekannten, die Newcomer in der Weltelite- jetzt sind wir die Gejagten. Das ist aufregend und wir freuen uns auf die kommende Saison.“ Natürlich müssen sich Kuschela und Zweiercanadierpartner Peter Kretschmer, bei den nationalen Qualifikationen im kommenden April erst einmal als bestes deutsches Boot qualifizieren. „Wir haben bereits mit dem Training Anfang Oktober wieder begonnen, jetzt steht das Wintertraining an um dann fit für die Qualifikationen und natürlich für die Heim-WM zu sein.“ Diese findet vom 28. 08.-01.09.2013 in Duisburg statt. „Vor heimischem Publikum zu starten ist immer etwas ganz besonderes. Die Teilnahme an diesem Wettkampf ist auf jeden Fall mein großes Ziel im nächsten Jahr.“, so der 24-jährige. Doch alles Schritt für Schritt. Vom Olympiasieg allein kann man nicht leben, deswegen ist auch eine Berufsausbildung sehr wichtig. Kurt Kuschela, der bei der SG Einheit Spremberg e.V das Paddel-ABC erlernte, wechselte 2001 zum KC Potsdam und somit an die Sportschule. Dort machte er 2005 erfolgreich seinen Realschulabschluss und begann eine Ausbildung zum Sozialassistenten. Nach Abschluss seiner Ausbildung 2007 wurde er 2008 in das Sportprojekt der Berufsfeuerwehr Brandenburg aufgenommen. Kuschela strebt nun den Ausbildungsabschluss zum Berufsfeuerwehrmann im mittleren Dienst an. „Die Verbindung zwischen Feuerwehr und Sport ist super, ich habe im Herbst jeweils 3 Monate Ausbildung in Eisenhüttenstadt und den Rest des Jahres bin ich für den Sport freigestellt - das erleichtert vieles.“ Dahingehend erstreckt sich die Ausbildung auch über 6 Jahre. „2014 beende ich voraussichtlich meine Berufsausbildung. Geplant ist dann, solange ich noch im Leistungssport aktiv bin, im Herbst als Lehrer in Eisenhüttenstadt zu arbeiten. Sollte ich dem Sport den Rücken kehren, werde ich mich ganz normal an den Dienststellen bewerben.“

Neben dem kanuspezifischen Training fordert Kuschela auch in anderen Sportarten seine Grenzen heraus. Anfang November lief er seinen ersten Halbmarathon und in ein paar Wochen nimmt er an einem Fechtmarathon teil. „Ich bin kein Fechtprofi, der Spaß steht im Vordergrund und ich möchte möglichst lange durchhalten.“ (lacht) Neben dem Kontakt zu anderen und neuen Herausforderungen, hält der Olympiasieger auch den Kontakt zu seinem Heimatverein. „Ich bin sehr gerne dort und unterstütze den Nachwuchs.“ So spendete er 2000€ für ein neues Boot und Paddel. „Mir liegt es sehr am Herzen vor allem den Canadiernachwuchs zu fördern.“ Er ist jetzt das große Vorbild vieler junger Kanuten. „Jeder hatte früher ein Vorbild und ich bin stolz jetzt dieses für die jungen Sportler zu sein. Ich werde  mir Mühe geben dieser Rolle auch in Zukunft gebührend nachzukommen“, sagt er grinsend. Folgen kann man ihm auf seiner offiziellen Fanseite auf Facebook (https://www.facebook.com/pages/Kurt-Kuschela-offizielle-fanpage/392819587448127?fref=ts ).

Potsdam, 11. November 2012

Henrica von Rauchhaupt

 

 

« zurück