Nationale Qualifikationen in Duisburg

Der Monat April stand ganz im Zeichen der Qualifikationsregatten für die Nationalmannschaften des Deutschen Kanu-Verbandes. Während die Junioren bereits im März den ersten Teil in Kienbaum erfolgreich absolvierten, hatten die Athletinnen und Athleten der Leistungsklasse zweimal die Chance in Duisburg sich mit hervorragende Leistungen für die erweiterten Nationalmannschaften zu qualifizieren.  

1. Nationale Qualifikation: Franziska John und Ronny Rauhe zeigen bei der ersten Quali ihre ganze Klasse - Basti Brendel fand sich in ungewohnter Rolle wieder

Franziska John und Ronald Rauhe konnten bei ersten nationalen Kräftemessen vom 5. bis 7. April der Konkurrenz ihr Bootsheck präsentieren. Während Ronny über die 200m- und 250m-Sprintstrecken siegreich war, konnte Franzi über 500m den Sieg davon tragen sowie über 250m hinter der Hannoveranerin Sabrina Hering-Pradler den zweiten Platz belegen. Doppelweltmeister Sebastian Brendel fand sich hingegen am Ende des Wochenendes in einer für ihn ungewohnten Position wieder. Während sich der dritte Platz über 250m im normalen Rahmen für den 1000m-Spezialisten bewegte, so war der zweite Platz über seine Paradestrecke hinter dem Berliner Conrad Robin Scheibner vielleicht die größte Überraschung des Wochenendes. Neben eines starken Rennens des jungen C4-Weltmeisters von 2017 begünstigte der Wind von rechts vielleicht ein bisschen den Ausgang des Rennens, der den 31-jährigen aber für die zweite Quali nur umso mehr motivieren sollte.

Leistungsklasse des KC Potsdam zeigt sich in ihrer Breite stark auf der Wedau

Aber nicht John, Rauhe und Brendel zeigten hervorragende Leistungen, die Leistungsklasse des KC Potsdam wusste in ihrer ganzen Breite zu überzeugen. K4-Weltmeister Tamas Gecsö belegte die Plätze fünf (1000m) und sieben (250m), Neu-Potsdamer Felix Frank die Plätze neun (1000m) und 13 (250m), Timo Haseleu wurde über 200m starker dritter und über 250m fünfter. Die beiden Junioren-Vizeweltmeister des vergangenen Jahres Martin Hiller und Leonard Busch feierten ebenfalls einen erfolgreichen Einstand in der Leistungsklasse und konnten sich ebenso wie Max Zaremba für das A-Finale über 200m, Hiller sogar zusätzlich für das A-Finale über 250m, qualifizieren.

Kajak-Damen ebenfalls stark

Bei den Kajak-Damen konnten neben Franziska John vor allem Conny Waßmuth und Tabea Medert überzeugen. Während Conny nach ihrem fünften Platz über 200m zwar krankheitsbedingt abmelden musste, zeigte Tabea als zweifache WM-Silbermedaillengewinnerin von 2017, dass nach einem durchwachsensen Jahr 2018 in diesem Jahr wider mit ihr zu rechnen ist. Über 250m belegte sie hinter Conny den sechsten Rang, über 500m wurde sie am Ende achte.

Sowohl die Damen als auch die Herren im Indianerboot wussten zu überzeugen

Annika Loske und Ophelia Preller, sowie Stefan Kiraj und Jan Vandrey heißen die neben Sebastian Brendel aussichtsreichsten Anwärter auf die begehrten Plätze in der Canadier-Nationalmannschaft. Annika und Ophelia belegten hinter der jeweils siegreichen Berlinerin Lisa Jahn über 250 und 500m die Plätze zwei und drei. Kiri siegte über 200m und wurde über 250m fünfter, während Jan die Plätze zwei (200m), vier (250m) und acht (1000m) erreichte.

Insgesamt waren die Ergebnisse für die meisten Potsdamer Athleten eine gute Ausgangsposition für die zweite Ranglistenregatta, welche drei Wochen später wieder in Duisburg stattfinden sollte.

2. Nationale Qualifikation: zwischen Topleistung und Krankheit: Brendel in gewohnter Manier, Conny Waßmuth überzeugt im Einer bei den Damen und auch die Junioren greifen erfolgreich ins Geschehen ein

Das ihn der zweite Platz bei der ersten Qualifikation gewurmt hat ist unbestritten, umso motivierter war Olympiasieger Sebastian Brendel bei der zweiten nationalen Ausscheidung zu zeigen, wer der beste Deutsche Canadierfahrer ist. Und dies ist ihm mit seinen Siegen über 500 und 1000m in eindrucksvoller Manier gelungen. Hinzu kam noch ein zweiter Platz gemeinsam mit Jan Vandrey im C2 über 1000m hinter den Weltmeistern Oeltze-Kretschmer.

Conny Waßmuth konnte ihre Sprintfähigkeiten mit dem guten Ergebnis auf der 250m Strecke zurr ersten Sichtung auch diesmal bestätigen. Über 200m belegte sie den dritten Platz. Über die wichtigere 500m-Strecke machte sie es sogar noch um einen Platz besser und wurde Zweite hinter der Leipzigerin Tina Dietze. Und auch Tabea Medert konnte sich verbessern. Über 500m wurde sie hervorragende dritte, über 200m siebente. In Abwesenheit von Franziska John waren dies für beide wichtige Schritte auf dem Weg in die Auswahlmannschaft des DKVs. Franzi hingegen konnte krankheitsbedingt nicht in Duisburg am Start stehen, hatte aber aufgrund ihrer tollen Ergebnisse der ersten Quali auch keinen Qualifikationsdruck mehr. Auch Ronny Rauhe war nach seinen beiden Siegen Anfang April diesmal in Duisburg nicht am Start.

Leistungsklasse des KCP überzeugt auch diesmal wieder in der Breite

Insgesamt kamen die Athletinnen und Athleten des KC Potsdam an diesem Wochenende auf 23 Platzierungen in den A-Finals. Besonders hervorzuheben sind hierbei der Sieg von Timo Haseleu im K1 über 200m, der ihm eine hervorragende Position auf in der Sprintrangliste brachte, die Ergebnisse von Annika Loske und Ophelia Preller, die nach den Plätzen zwei und drei im ersten 500m-Rennen im anschließenden 500m-Rennen und über 200m jeweils einen Doppelsieg holten sowie die Leistungen von Felix Frank. Der Neu-Potsdamer belegte über 1000m den vierten, und über 500m den fünften Platz. Aber auch Jan Vandrey, Tamas Gecsö, Max Zaremba, Leonard Busch und Martin Hiller sollen mit ihren tollen Leistungen in den verschiedenen A-Finals nicht unerwähnt bleiben.

Über Poznan und Duisburg zur WM nach Szeged

Nach den Ergebnissen der beiden Qualifikationen wird seitens der Bundestrainer nun die erweiterte Nationalmannschaft gebildet, die dann bei den Weltcups in Poznan/POL (23.-26.5.) und Duisburg (30.5.-2.6.) die endgültigen Plätze in der Nationalmannschaft ausfährt. Die Regattastrecke auf dem Maltasee in Poznan ist mit einer Fahrzeit von knapp zweieinhalb Stunden übrigens die nächstliegenden Weltcup-Strecke und eignet sich daher bestens um unsere Topathleten mit einem Tagesausflug vor Ort zu unterstützen. 

12 Potsdamer Junioren bei der nationalen Qualifikation in Duisburg dabei

Dem 34-köpfigen Aufgebot des Kanu-Clubs Potsdam im OSC, das an der abschließenden nationalen WM-Qualifikation am letzten Aprilwochenende in Duisburg antrat, gehörten auch 12 Rennkanuten des Juniorenbereiches an. Mit Tom Lucas Hinz musste allerdings ein Hoffnungsträger krankheitsbedingt kurzfristig auf der Regattastrecke an der Wedau aufgeben. 

Für alle anderen Nachwuchsathleten ging es letztlich darum, sich für die Nominierung in die DKV-Auswahl zu empfehlen, die an der  internationalen Juniorenregatta in Brandenburg an der Havel (24.-26.05.) teilnimmt.  

Überragende Leistungen von Florian Köppen auf der Wedau

Bereits im Vorfeld hatten sich fünf Potsdamer Junioren mit ihren Ergebnissen bei dem Athletiktest Anfang März in Kienbaum eine gute Ausgangsposition für die weiteren Qualifikationswettkämpfe geschaffen. Bei den insgesamt 12 Finalentscheidungen in Duisburg belegten die Junioren des Kanu-Clubs Potsdam im OSC fünfmal den ersten Platz, gelangten sechsmal auf Rang zwei und einmal auf Platz drei. 

Als absoluter Könner im Canadierbereich erwies sich Florian Köppen, der alle drei Endläufe (200 m, 500 m, 1000 m) zu seinen Gunsten entschied. Beeindruckend war besonders der souveräne Doppelsieg der beiden Potsdamer Köppen und Weßel im C1 über 1000 m. 

Je einen Sieg und zwei zweite Plätze über 200 m und 500 m erreichten die Clubgefährtinnen Katharina Diederichs (Kajak) und Isabelle Zanin (Canadier). Kajakfahrer Elias Kurth erfüllte ebenso mit Platz zwei über 1000 m, Rang vier über 500 m sowie einen siebten Rang über 200 m voll die in ihn gesetzten Erwartungen. Gleiches gelang Janek Weßel im Canadier mit den Plätzen zwei, drei und vier über jeweils 1000 m, 500 m und 200 m.

Internationaler Leistungsnachweis ist auf dem Beetzsee zu erbringen

Über die Einsatzkonzeption für das Junioren-Auswahlteam des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV), dass  bei der  Juniorenregatta in Brandenburg an der Havel vom 24. bis 26.05.  einen Leistungstest gegen internationale Konkurrenz bestehen muss,  hat der Trainerrat des DKV  nach der Duisburger Qualifikation entschieden.

Im Ergebnis dieses internationalen Leistungsnachweises wird das endgültige JEM/JWM-Aufgebot  formiert

Text: Günter Welke und Ronald Verch

Bilder: Henning Schoon www.schoonartig.de

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