Ungewöhnliche Partner beim Training in Florida

"Endlich Sonnenschein und Wärme. Mit diesen Gedanken stieg ich in das Flugzeug Richtung Melbourne, Florida. Es war mein erstes Trainingslager in den Vereinigten Staaten. Enttäuscht wurde ich nicht. Dreieinhalb Wochen Sonnenschein erwarteten meine Teamkameraden und mich. Die langen Kleidungsstücke blieben somit weitestgehend im Koffer.

Erschöpft kam ich am Montagabend an. Wir Canadier-Damen wurden von unseren sehr freundlichen und hilfsbereiten ‚Gasteltern‘ empfangen. Unser Haus war direkt am Wasser. Die Boote, die wir einen Tag später abholten, konnten somit direkt im Garten gelagert werden. Ein zu spät kommen zur Wassereinheit, war dadurch so gut wie unmöglich.

Ungewohnt für mich war, dass jede Disziplingruppe ihr eigenes Haus hatte und weitestgehend unabhängig von den Anderen lebte. Die Canadier-Herren waren die Einzigen in unmittelbarerer Nachbarschaft. Dies war für uns ein großer Vorteil, da sie uns häufiger mit dem Auto mitnahmen.

Neue Erfahrungen gab es auch auf dem, beziehungsweise im Wasser zu sammeln. So konnten wir beim Paddeln Delfine und Manatees (Rundschwanzseekühe) beobachten. Immerhin kann eine Manatee  die beachtliche Körperlänge von 2,5 bis 4,5 erreichen. Mir wurde die Ehre zuteil, gleich mit einer zu baden, als diese von unten gegen mein Boot kam. Nach einer kurzen Panikattacke aus Respekt vor eventuell aufkreuzenden Alligatoren, konnte ich mich jedoch schnell beruhigen.

Beim Wind dagegen sah es durchaus mal anders auf. Auf dem Banana River hatten wir sehr häufig mit einer Seitenkante zu kämpfen. Dort begegneten uns auch Sportler anderer Nationen, wie zum Beispiel die kanadischen Canadier-Damen. Unsere Trainingsgruppen schlossen sich für ein paar Trainingseinheiten zusammen. So fuhren wir mit ihnen zusammen einmal GA1 oder sprinteten.

Vom Training erschöpft, freute ich mich besonders auf die halbfreien Nachmittage. Diese nutzten meine Trainingsgruppe und ich meist, um die Umgebung genauer anzugucken. So entspannten wir am Strand, es wurde eine kleine Shoppingtour gestartet oder ein Freizeitpark unsicher gemacht.

Letztendlich gingen die dreieinhalb Wochen dann schneller vorbei als gedacht. Dies kam wohl durch die neu gewonnenen Eindrücke. Besonders angetan bin ich dort von den Menschen. Sie wirken auf den ersten Eindruck sehr offen und freundlich. Es ist dadurch recht leicht, mit ihnen in ein Gespräch zu kommen. Neben den warmen Temperaturen werde ich das in Deutschland vermissen.“

 

Annika Loske

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