Europameisterschaften in Trasona (ESP)
| Ergebnisübersicht Europameisterschaften 2010 in Trasona |
| Gold |
| CI 1000m | Sebastian Brendel |
| KIV 500m Damen | Katrin Wagner-Augustin, Fanny Fischer mit (Nicole Reinhardt, Tina Dietze) |
| KIV 1000m | Tim Wieskötter mit (Marcus Groß, Norman Bröckl, Hendrik Bertz) |
| CI 5000m | Ronald Verch |
| Silber |
| KI 200m | Ronald Rauhe |
| KI 500m | Katrin Wagner-Augustin |
| KI 1000m | Franziska Weber |
| Bronze |
| KII 200m | Fanny Fischer mit (Carolin Leonardt) |
| CIV 1000m | Ronald Verch mit (Erik Rebstock, Chris Wend, Tomasz Wylenzek) |
Vier Siege und Spitzenposition im Kampf um Nationalmannschaftscup für Kanunachwuchs
Mit sechs 15-/ 16-jährigen männlichen Nachwuchskanuten nahm der Kanu-Club Potsdam im OSC an der Regatta vom 26. bis 27.06. in Mannheim teil, bei der u.a. der zweite Wettkampf um den Nationalmannschaftscup der Jugend ausgetragen wurde. Für die vier Siege der Potsdamer Rennpaddler sorgten über 200m Felix König (Einerkajak) und Marc Dunkel (Einercanadier) sowie über 500m das Duo Marc Dunkel/ Robin Sternkiker (Canadier) und das Quartett Felix König/ Marius Radow/ Christian Ihlow/ Johann Bartel (Kajak). Im Einerboot gewannen zudem Dunkel (1000m und 5000m) und Sternkiker (5000m und 200m) je einmal Silber und Bronze sowie König (1000m) eine Bronzemedaille.
Noch bedeutsamer war jedoch, dass sich die Potsdamer Nachwuchspaddler eine solide Ausgangsposition im Kampf um den Nationalmannschaftspokal verschafften, der vom Deutschen Kanu-Verband in den Einzeldisziplinen (Kajak männlich und weiblich sowie Canadier männlich) und als Mannschaftswertung seit 1997 (ursprünglich als Kelts-Cup) im Jugendbereich vergeben wird. Wurden bisher alle Wettkämpfe in den Einerbooten lediglich über 500m ausgetragen, ist in diesem Jahr eine entscheidende Änderung in der Ausschreibung erfolgt. Nunmehr ist der Leistungsnachweis über vier verschiedene Streckenlängen (200m, 500m, 1000m, 4000m) sowie im abschließenden Mehrkampf (Paddeln, Kraft, Lauf) zu erbringen. Nach dem Wettkampf in Mannheim haben sich die jungen Rennkanuten des KC Potsdam als Mannschaft mit 90 Punkten bereits einen respektablen Vorsprung vor dem SC Magdeburg (59) und dem SC Berlin-Grünau (36) erpaddelt. Auch in der Einzelwertung haben sich bei den Kajakfahrern Felix König (Platz 1) und Christian Ihlow (Platz 3) ebenso aussichtsreich in der vorläufigen Rangliste platziert wie Marc Dunkel (Platz 2) und Robin Sternkiker (Platz 3) bei den Canadierspezialisten. Nun gilt es noch, im Mehrkampf während der Deutschen Meisterschaften in Köln vordere Positionen zu belegen, um ein oder mehrere Pokale zu erkämpfen. Einen wichtigen Hinweis zu den Potsdamer Chancen könnte man schon bei den Ostdeutschen Meisterschaften am kommenden Wochenende in Brandenburg an der Havel bekommen. Dort ist nämlich erstmals auch ein Mehrkampf im Jugendbereich ausgeschrieben.
Potsdam, 29.06.2010
Günter Welke
Tobias Werder/ Jago Kitzmann beim Weltcup im Kanu-Marathon erfolgreich
Beim Weltcuprennen im Kanu-Marathon am 26./27.06. im tschechischen Tyn nad Vltavou waren mit Tom Siebeneicher (Leistungsklasse) sowie Tobias Werder und Jago Kitzmann (beide Junioren) auch drei Sportler des KC Potsdam für die Auswahl des Deutschen Kanu-Verbandes am Start. Insgesamt hatten 15 Nationen für die Rennen von 21,5 Km bis 30,1 Km gemeldet.
Während am ersten Tag die Rennen in den Einerbooten ausgetragen wurden, starteten am zweiten Tag die Duos in den Kajaks und Canadiern. Für die Potsdamer Rennpaddler reichte es am Samstag für Tom Siebeneicher im C1 über 25,8 Km und Kitzmann im K1 über 21,5 Km allerdings nur für Platz sieben bzw. sechs. Aber im Zweierkajak konnte tags darauf die KCP-Besatzung mit Werder/ Kitzmann als Erste die Ziellinie überqueren und die Konkurrenten aus Tschechien und Italien mit fünf bzw. fünfzig Sekunden Vorsprung auf die Plätze zwei und drei verweisen.
In einem Monat findet der nächste Weltcup in Brandenburg an der Havel statt und hier wird sicherlich die Entscheidung darüber fallen, wer für den Deutschen Kanu-Verband bei den Weltmeisterschaften im Kanu-Marathon Ende September in Spanien starten darf.
Potsdam, 27.06.2010
Günter Welke
50 Jahre KC Potsdam im OSP gefeiert
Asse von einst und heute: Frank Fischer, Manuela Mucke, Torsten Gutsche, Reiner Kurth, Katrin Wagner und Stefan Kiraj (v.l.).
„Stein auf Stein, das Häuschen wird bald fertig sein“, heißt es in einem Kinderlied. Bald ist ein relativer Begriff, denn für das Haus der Vereine, für das gestern auf dem Areal am Luftschiffhafen zwar nicht derGrundstein gelegt, aber das Bauschild enthüllt wurde, gab es einen mehrjährigen Anlauf. Die „Achitekten“ des Vereinshauses sind Jürgen Eschert, Chef des Fördervereins des KC Potsdam (KCP), und Bernd Schröder, Cheftrainer des deutschen Frauen-Fußballmeisters 1. FFC Turbine Potsdam.
Mit Spenden für Original-Ziegel nahm das Baugeschehen seinen eher bescheidenen Anfang. Mehr als einhundert der inGlindowgefertigten Steine sind derweil vermauert. Zwar werden weitere Unterstützer gesucht, doch seit März steht die Finanzierung des Gesamtprojektes, das 2,9Millionen Euro kosten wird. Die Vereine werden 250000 Euro dafür aufbringen, die Landeshauptstadt Potsdam ist mit 540000 Euro dabei.
Die baldigen Mieter sind neben dem KCP und Turbine die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft und der Potsdamer Laufclub. Sie ziehen mietfrei für die nächsten 30 Jahre in das neue Domizil ein. Binnen zehn Jahren würden „30Millionen Euro in die Entwicklung des Geländes am Luftschiffhafen investiert“, sagte Horst Müller-Zinsius, Geschäftsführer der Pro Potsdam GmbH, die das Vereinshaus errichten wird. Ministerpräsident Matthias Platzeck freute sich darüber, dass „die Schlüsselübergabe schon im August 2011 erfolgen“ soll. „Olympia 2012 in London möchte ich abends im Vereinssaal am großen Fernseher mitverfolgen“, wünschte sich der vierfache Kanu-Olympiassieger Torsten Gutsche. Nur wenige Schritte vom künftigen Vereinshaus entfernt hatten die im April 1963 nach Potsdam beorderten Kanuten eine alte Badeanstalt in den ersten Bootsschuppen des ASK Potsdam verwandelt.
„Seit 1960 gab es beim Armeesportklub Leipzig eine junge Truppe, die nach ordentlichen Trainingsbedingungen suchte. An der Pleiße gab es die nicht“, erklärte Jürgen Eschert das 50-jährige Vereinsjubiläum, das gestern Nachmittag ebenfalls gefeiert wurde. Von Potsdam aus starteten die Paddler eine lange Siegesserie. So gewannen Anita Kobuss oder Helga Mühlberg (Ulze) vomSC Potsdam 1966 im Zweier-Kajak den WM-Titel, ehe sie 1969 zum ASK stießen.
Der Verein konnte nun mit Spitzenleistungen sowohl im Kajak und Canadier als auch bei Frauen und Männern aufwarten. Dann sorgte eine neue Generation mit Sportlern wie Frank und Birgit Fischer, Reiner Kurth oder Peter Hempel international für Furore – das Nachwuchskonzept in Potsdam trug seine Früchte. Bis heute.Am frühen Nachmittag drehten Nachwuchspaddler mit den Kanu-Assen ein paar Runden auf dem Templiner See. Im Zweier-Kajak war Felix König mit dem mehrfachen Weltmeister Ronald Rauhe unterwegs. „Es macht Spaß, mit Ronny zu fahren“, sagte der 16-jährige Sportschüler, der für die Landesmeisterschaften amWochenende auf dem Beetzsee Titelträume hegt.
Rauhe flog mit Fanny Fischer noch am Freitag zu einem Sprintcup nach Schweden. Die Bauarbeiten am Vereinshaus sollen bis August 2011 abgeschlossen sein.
„Das muss klappen. Sonst suche ich mir was anderes für meinen Geburtstag“, ulkte Eschert. Der Mann, der 1964 in Tokio erstes Olympia-Gold für Potsdam holte, wird dann 70. Im KC Potsdam gibt es halt immer etwas zu feiern.
MAZ vom 13.06.2010, Ralf Thürsam