Verehrte Mitglieder des Kanuclubs Potsdam
und seines Fördervereins, liebe Kanufreunde,

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was für eine Weltmeisterschaft!  Račice erlebte einen wahren Triumphzug Potsdamer Sportler. An Dreiviertel der deutschen Medaillen ist der KCP beteiligt. Sebastian Brendel verlängert gleich mehrere Siegesserien. Und sein Brasilianischer Kontrahent gesteht, er habe seinem Sohn den Namen Sebastian gegeben…

Die aktuelle Kanuspitze blickt ausführlich nach Račice, verfolgt aber auch den weiteren Weg der Sieger – zu den Deutschen Meisterschaften am Wochenende nach München und dann zum großen Sprint am 10. September auf dem Stadtkanal in Potsdam. Unser erster Olympiasieger Jürgen Eschert erinnert sich exklusiv an das „zufällige“ Zustandekommen dieser Tradition.

179 Weltmeistertitel haben KCP – Athleten bislang gewonnen. Aber wer war der Erste? Micha Meyer, unser „Was macht eigentlich….“-Autor,  hat auch diesmal bei Reiner Kurth kein Detail ausgelassen. 

Bleibt vor der Lektüre dieser Kanuspitze nur noch die Hoffnung, dass wir uns im September alle zweimal sehen: Zunächst am zweiten Sonntag des Monats ab 14.00 Uhr zu Anfeuern am Stadtkanal und dann sportlich aktiv am 24. September bei den „Energie- und Wasserspielen 2017“. Wer sich noch nicht angemeldet hat, kann das unter: http://www.kcpotsdam.de/id-21-potsdamer-wasserspiele.html noch tun. Hier finden Sie später auch den aktuellen Zeitplan. 

Viel Vergnügen mit der „Kanuspitze“ – Anregungen gern über info@kanuteamwork.de

„Sport frei“

Ihr KCP-Fördervereinsvorstand

Medaillenregen in Račice

Viermal Gold, viermal Silber und einmal Bronze – das ist die beeindruckende Bilanz der Potsdamer Kanuten bei der diesjährigen Kanuweltmeisterschaft im tschechischen Račice. Damit waren Potsdamer Kanuten an dreiviertel der insgesamt zwölf gewonnenen Medaillen des Deutschen Kanu-Verbandes beteiligt.

Der Kanu-Club Potsdam hat sich mit hervorragenden Leistungen zum diesjährigen Jahreshöhepunkt der Kanurennsportsaison präsentiert. Dabei waren es nicht nur unsere erfahrenen Olympiastarter aus dem vergangenen Jahr die sich als wahre Medaillensammler präsentierten, auch unsere jungen Sportler-Innen konnten sich, teilweise bei ihrem WM-Debüt, in die ewige Liste der Medaillengewinner eintragen.

Sebastian Brendel stach dabei wieder einmal besonders hervor. Mit drei Goldmedaillen war er der erfolgreichste Athlet im gesamten deutschen Team. Die WM-Titel über seine Paradestrecke 1000m und die Langstrecke 5000m waren bereits der dritte bzw. vierte Titel in Serie. Hinzu kam noch der Sieg im Vierercanadier über 1000m gemeinsam mit unseren Canadierrecken Stefan Kiraj und Jan Vandrey sowie Conrad Robin Scheibener vom SC Berlin-Grünau.

Neues Boot – neues Glück

Unser Kajak-Altmeister Ronald Rauhe konnte ebenfalls sehr zufrieden mit seiner vierzehnten Kanu-WM sein. Nach einem spannenden Rennen in der neuen olympischen Bootsklasse K4 über 500m gab es für ihn und sein Team die verdiente Goldmedaille inklusive neuer Weltbestzeit. „Dieser Titel“ ist für mich extrem wichtig, denn er bestätigt mich, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Die Auftritte in dieser Saison verleihen mir unheimlich viel Selbstbewusstsein. Dadurch kann ich Vollgas für Tokio geben.“ Wir freuen uns mit ihm auf die nächsten Jahre. Zu seinem vierzehnten WM-Titel kam noch der sechste Platz gemeinsam mit Timo Haseleu im K2 über 200m. Für das aufgrund einer Erkältung kurzfristig zusammengestellte Boot der beiden Vereinskameraden war dies eine hervorragende Leistung, ist doch die Feinabstimmung durch viele gemeinsame Einheiten der Schlüssel zum Erfolg über die Sprintstrecken. Timo als einer unserer WM-Debütanten konnte zusätzlich noch einen sechsten Platz im B-Finale über 200m für sich in Anspruch nehmen.

gleiches Team – gleiche Medaillen

Franzi Weber, unsere zweifache Silbermedaillengewinnerin aus Rio im letzten Jahr, konnte bei dieser WM wieder zwei silberne Plaketten auf ihrem Medaillenkonto gutschreiben – im K2 und K4 jeweils über die olympische 500m-Distanz. Nach einem schwierigen Jahr mit vielen Aufs und Abs sowie reduziertem Trainingsumfang war unsere angehenden Bauingenieurin mehr als zufrieden mit dem Aushang ihrer Saison 2017.

junge Leute – toller Einstieg

Hochzufrieden ist auch unsere weibliche WM-Debütantin Tabea Medert. Zweimal Silber, im K2 1000m und K1 5000m, sowie ein vierter Platz im Einerkajak über 1000m bedeuteten einen beeindruckenden Einstand der 23-jährigen in der A-Nationalmannschaft.

Ihr in Nichts nach stand Tamas Gecso. Unser Nachwuchsathlet mit ungarischen Wurzeln holte mit seinem Team nach großem Kampf die Bronzemedaille im Viererkajak über 1000m. Ein solcher Erfolg macht Hoffnung für die Zukunft, da nicht alle Boote im Herren-Team zu überzeugen wussten.

Leider wurden nicht alle Medaillenträume erfüllt, was nicht bedeutet, dass nichtsdestotrotz hervorragende Leistungen im Kampf gegen die internationale Kanuelite gezeigt wurden. Ophelia Preller und Annika Loske beendeten ihr Rennen im C2 über 500m auf dem siebten Platz. Für unsere beiden jungen Canadierdamen ein toller Erfolg auf dem Weg zu ihrem großen Ziel den Olympischen Spielen 2020 in Tokyo bei denen Damencanadier erstmals im Olympischen Programm ist. Max Zaremba holte im K2 über 500m einen tollen zweiten Platz im B-Finale über 500. Mit etwas Glück wäre sicher auch die Teilnahme am A-Finale drin gewesen. Jan Vandrey und Stefan Kiraj holten neben ihrem WM-Gold im C4 noch einen sechsten Platz im C1 über 500m bzw. einen neunten Platz im C2 über 500m

und am Ende: Trainerlob

Cheftrainer Ralph Welke zeigte sich hochzufrieden mit den erbrachten Leistungen unserer Athlet-innen bei den Kanuweltmeisterschaften 2017. „Das ist sensationell. Unser Ziel wurde mehr als übererfüllt. Vier, fünf Medaillen – davon mindestens eine goldene.Hätte das war die Vorgabe. Hätte mir einer das vorher prognostiziert, ich hätte es für unmöglich gehalten. Wir können stolz sein auf die Saison.“

Die komplette Übersicht aller Ergebnisse unserer 11 KCP-Athleten von Račice

Franziska Weber

  • Silbermedaille K2 500m
  • Silbermedaille K4 500m

Tabea Medert

  • Silbermedaille K1 5000m
  • Silbermedaille K2 1000m
  • 4. Platz K1 1000m

Ophelia Preller

  • 7. Platz im C2 500m
  • 6. Platz im B-Finale C1 200m

Annika Loske

  • 7. Platz C2 500m

Sebastian Brendel

  • Goldmedaille C1 1000m
  • Goldmedaille C1 5000m
  • Goldmedaille C4 1000m

Ronald Rauhe

  • Goldmedaille K4 500m
  • 6. Platz K2 200m

Stefan Kiraj

  • Goldmedaille C4 1000m
  • 9. Platz im C2 500m

Jan Vandrey

  • Goldmedaille C4 1000m
  • 6. Platz im C1 500m

Tamas Gecso

  • Bronzemedaille K4 1000m
Timo Haseleu
  • 6. Platz K2 200m
  • 6. Platz im B-Finale K1 200m

Max Zaremba

  • 2. Platz im B-Finale K2 500m
 

// Reiner Rabe Gastgeber im Deutschen Haus //

Versprochen ist versprochen. Bereits im Vorfeld hat Reiner Rabe kräftig die Werbetrommel für das von ihm ausgerichtet Deutsche Haus zur Kanu-WM gerührt – und es hat sich gelohnt. Das Deutsche Haus war Treffpunkt für Sponsoren, Freunde und Förderer der Deutschen Kanurennsport Nationalmannschaft und ein voller Erfolg, auch dank der Heidelbeeren.

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Das beste Haus am Platz war für Reiner Rabe gerade gut genug. Nachdem sich der große Traum eines Deutschen Schiffes auf der Elbe leider nicht erfüllt hat, war das Salva Grandhotel am schönen Markplatz der Stadt Litomerice unweit des Deutschen Mannschaftshotels der ideale Ort für das diesjährige Deutsche Haus zur Kanu-WM. In guter alter Tradition lud unser Fördervereinsmitglied Reiner Rabe, der mit seiner Firma ZAL gleichzeitig Hauptsponsor der Deutschen Kanurennsportnationalmannschaft ist, Sponsoren, Freunde, Förderer und nicht zuletzt die Deutsche Mannschaft mit samt Familie ein um in geselliger Atmosphäre die herausragenden Leistungen des Deutschen Kanu-Verbandes zu feiern.

Viele Fördervereinsmitglieder und Freunde der Potsdamer Kanuten folgten der Einladung zur Kanu-WM und ins Deutsch Hause. Der neue Vorsitzende des Fördervereins Andreas Neue, der Ehrenvorsitzende Dr. Jürgen Eschert samt Gattin Christiane, der Vorsitzende des KCP Torsten Gutsche, das Ehepaar Winkelmann (Spargelhof Buschmann & Winkelmann in Klaistow), Wolfgang Sacher (GO!), Rolf Zander (Geschäftsführer Intraplus GmbH), Peter Frenkel, Jörg Klawitter (RBB), das Regattateam aus Brandenburg und nicht zuletzt Günther Baaske (Minister für Jugend, Bildung und Sport waren am Samstagabend Gäste des Brandenburg Abends. Bei einem köstlichen Buffet konnten die ersten drei Medaillen für Franziska Weber, Tabea Medert und Sebastian Brendel gefeiert werden.

Am Sonntagabend kam die gesamte Deutsche Nationalmannschaft zu ihrem feierlichen Abschluss des diesjährigen Wettkampfhöhepunktes zusammen. Reiner Rabe nutze hierbei die Gelegenheit in einer seiner bekannten Reden seinen Stolz über das erreichte zum Ausdruck zu bringen. Getragen von den Emotionen des Wochenendes versprach er die Tradition eines Deutschen Hauses bis mindestens Tokyo 2020 fortzusetzen. Auch an Heidelbeeren wird es den zukünftigen Häusern nicht fehlen. Wie Ernst-August Winkelmann treffend bemerkte „Machen Heidelbeeren flink und sind die einzige legale Droge für Kanuten“. Der DKV-Präsident Thomas Konietzko bedankte sich im Namen aller deutschen Kanufreunde für die Gastfreundschaft Reiner Rabes und konnte seine Vorfreude auf das nächste Jahr nicht verbergen.

Na dann kann 2018 im deutschen Haus ja nichts mehr schiefgehen – bei traditioneller portugiesischer Küche und Heidelbeeren aus Klasitow.

In der 54-jährigen Vereinsgeschichte des KC Potsdam (einschließlich seines Vorgängers ASK Vorwärts) stehen nach Račice nun 79 Weltmeistertitel im Kanu-Rennsport zuzüglich weiterer 90 WM-Medaillen (49 x Silber, 41 x Bronze) zu Buche. Das Verdienst, den ersten Weltmeistertitel für unseren Club geholt zu haben, gebührt Reiner Kurth. Er siegte in Belgrad 1971 – mithin vor 46 Jahren. Grund genug genau in der Kanuspitze nach Račice der Frage nachzugehen.

Was macht eigentlich …
… Reiner Kurth?

tl_files/kcp/data/newsletter/2017/08/03/kurth.jpgEinmal Kanute, immer Kanute – Reiner „Kurti“ Kurth kann auch als Rentner noch nicht vom Paddel lassen. „Das macht mir einfach Spaß“, sagt Kurth, der 1971 erster Kanu-Weltmeister des damaligen Armeesportklubs Vorwärts Potsdam wurde. Jenes Klubs, aus dem nach der politischen Wende auch der Kanu-Club Potsdam hervorging. Wegen dieses Spaßes auf dem Wasser lädt der heute 66-Jährige auch jetzt noch immer mal wieder seinen eigenen Kajak auf und düst an einen See, um dort einige Kilometer zu paddeln. Oder er fährt mit Gleichgesinnten in einem Zehner-Canadier des KCP raus auf den Templiner See. So war es für ihn ebenso eine Selbstverständlichkeit, auch die diesjährigen Kanu-Weltmeisterschaften in Račice vorm Bildschirm zu verfolgen.

1971 in Belgrad war Reiner Kurth selbst bei Kanurennsport-WM am Start, und nicht nur das. Gemeinsam mit seinem Zweierkajak-Partner Alexander Slatnow aus Neubrandenburg propellerte er über 1000 Meter zur Goldmedaille. „Kurti“ kann auch heute noch den damaligen Rennverlauf genau schildern. „Wir sind das Finale wie immer von hinten angegangen und lagen an fünfter oder sechster Stelle, ehe wir 250 Meter vor dem Ziel zum Endspurt ansetzten und im Ziel etwa eine halbe Bootslänge Vorsprung hatten“, erinnert sich der damalige Schlagmann an den Sieg vor den Österreichern Gerhald Seibold/Günther Paff und den Rumänen Costel Cosnita/Vasilie Simioncenco.

Der Empfang in der Heimat war entsprechend – nicht nur in Potsdam, sondern auch daheim in seinem Geburtsort Kirchmöser, wo der frischgebackene Weltmeister 1966 als schon 15-Jähriger bei der BSG Lok erstmals in ein Kanu gestiegen war und in den folgenden Jahren für seinen Heimatverein erste nationale Erfolge erkämpfen konnte. „Ich wäre auch gern Radsportler geworden. Aber da ich jemanden von den Kanuten kannte und die nicht weit weg von meinem Zuhause ihr Vereinsgelände hatten, bin ich halt dort gelandet.“ Reiner Kurth reifte unter Regie seiner Trainer Hans-Dieter Behrendt und Bernd Wenzel zu einem Klasse-Paddler heran. Als 1969 Anita Kobuss und Helga Ulze in  Berlin-Grünau für den damaligen ASK-Konkurrenzklub SC Potsdam im Zweierkajak über 500 Meter den überhaupt ersten Paddel-Weltmeister für Potsdam gewannen, kam die Kanu-Karriere des inzwischen zum DDR-Spartakiadesieger avancierten Havelländers erst richtig in Schwung. 1970 wurde er – nun bereits zum ASK Vorwärts Potsdam gewechselt – DDR-Meister im Einer- sowie, gemeinsam mit Thomas Kersten, DDR-Vizemeister im Zweierkajak, ehe er ein Jahr später sogar zu WM-Gold fuhr.

„In Potsdam hat mich mein damaliger Trainer Dieter Krause zum Weltmeister gemacht“, meint Reiner Kurth, der im Jahr nach seinem Triumph von Belgrad eine seiner größten sportlichen Niederlagen erleben sollte – ausgerechnet bei den Olympischen Spielen in München, als Alexander Slatnow und er erneut im K2 über 1000 Meter knapp hinter den Polen Władysław Szuszkiewicz und Rafał Piszcz auf dem undankbaren vierten Platz landeten. „Die Enttäuschung war natürlich sehr groß. Auch im Klub, wo der Empfang diesmal entsprechend frostig ausfiel“, erinnert sich „Kurti“, der im Olympischen Dorf in München auch das Attentat palästinensischer Terroristen auf die israelische Olympia-Mannschaft miterlebte. „Wir DDR-Bürger wohnten ja schräg gegenüber, und so konnte ich auch den Einsatz der GSG 9 verfolgen“, erzählt der Potsdamer. „Da war auch mir sehr mulmig zumute.“

Bis 1975 schwang Reiner Kurth bei Regatten das Paddel, ohne noch einmal an seine ganz großen Erfolge anknüpfen zu können. „Damals begann Rüdiger Helm aus Neubrandenburg zu dominieren, an dem ich nicht mehr vorbeikam“, meint er. Also beendete er vier Jahre nach seinem Triumph von Belgrad seine Leistungssport-Karriere. Er blieb in Potsdam, heiratete seine aus Thüringen stammende Iris, die es als Studentin an die Havel verschlagen hatte, zog mit ihr Sohn Silvio – der als Schüler ebenfalls ein erfolgreicher Paddler war – sowie Tochter Sandra groß und arbeitete vier Jahre bei der Gebäudewirtschaft in seinem gelernten Beruf Betriebsschlosser. „Als 1980 im Luftschiffhafen die neue Leichtathletik-Halle eröffnet wurde, begann ich dort als Zivilangestellter zu arbeiten“, so „Kurti“. „Ich habe dort die Sportgeräte repariert, auch die in den Krafträumen, und war außerdem für die Geräte der Fechter in der Berliner Straße zuständig.“ Bis 1990 sei er der einzige angestellte Schlosser im Luftschiffhafen gewesen, „und nach der Wende wurde ich bei der Stadt angestellter Hallen- und Platzwart mit nun zumeist ganz anderen Aufgaben.“ Nach 20 Jahren im Luftschiffhafen aber musste er gemeinsam mit weiteren Kollegen 2010 den Sportpark verlassen. „Ich habe dann noch zwei Jahre auf dem Friedhof und zuletzt als Aufsicht im Potsdam-Museum gearbeitet, ehe ich in Rente ging“, erläutert Reiner Kurth. Der seitdem in seinem Schrebergarten Freude an Anbau und Ernte von Obst und Gemüse hat.

Und der weiterhin dem Sport treu bleibt. „Ich habe, nachdem ich als Kanute aufhörte, noch Fußball bei Empor Potsdam, bei Fortuna Babelsberg und bei den Alten Herren von Babelsberg 03 gespielt, ebenso wie in Freizeitsportmannschaften im Luftschiffhafen“, erzählt „Kurti“. „Jetzt laufe ich noch ein bisschen, fahre auf dem Fahrradergometer und mache Kraft-Kreistraining. Ich mache eigentlich jeden Tag Sport.“ Einmal wöchentlich auch gemeinsam mit weiteren ehemaligen Kanu-Größen wie Jürgen Eschert, Ingo Spelly, Jörg Schmidt und Wolfgang Lange. Außerdem begegnet er im Luftschiffhafen gelegentlich jenem jungen Mann, der den Namen Kurth erneut in die internationalen Kanu-Erfolgslisten tragen kann: seinen Großneffen Elias Kurth, der wie er aus Kirchmöser stammt. „Der wird, wenn er so weitermacht, mal ein sehr Guter“, meint der Großonkel über den Enkel seines Bruders Klaus. Damit sich Elias und alle anderen Kanuten des KCP bestmöglich auf ihre Wettkämpfe vorbereiten können, engagieren sich Reiner Kurth und seine Iris seit einigen Jahren auch im Förderverein des Kanu-Clubs. „Aus alter Verbundenheit“, sagt „Kurti“. Bei ihm stimmt es halt: Einmal Kanute, immer Kanute.

Michael Meyer

Von Racice nach Potsdam sind es genau 328 Straßenkilometer. Doch die Fahrt nach Hause führt für unsere WM-Teilnehmer in diesem Jahr über München, wo vom 1. – 3. September die Deutschen Meisterschaften stattfinden. Doch das ist für den KCP und seine Kanufamilie nur die halbe Wahrheit. Denn was für die einen wie ein Umweg erscheint, ist für andere das Ziel.

Vorausschau: Deutsche Meisterschaften

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Rund 70 Sportlerinnen und Sportler vom Bundes-/ Landesstützpunkt des Kanu-Clubs Potsdam im OSC, angefangen von den Schülern A bis zur Leistungsklasse, reisten am 28.08. auf die Reise zu den am Wochenende in München stattfindenden Deutschen Meisterschaften (DM) Kanu-Rennsport. Während der Großteil der Athleten die Autobahnfahrt aus der Brandenburger Landeshauptstadt in Angriff nahm, bewegten sich die Potsdamer WM-Teilnehmer direkt von Racice aus zum Austragungsort der nationalen Meisterschaften. 

Bei den Weltmeisterschaften in Tschechien trafen elf von ihnen  im Titel- und Medaillenwettstreit auf die Konkurrenten aus 69 Nationen - von Argentinien bis Venezuela. Auf der Münchener Olympia-Regattastrecke bei Oberschleißheim werden dagegen 110 Vereine und Renngemeinschaften aller Bundesländer dabei sein.

In den vergangenen 26 Jahren der Teilnahme an den gemeinsamen DM seit 1991 konnte der Kanu-Club Potsdam im OSC insgesamt 1.250 Meisterschaftsmedaillen auf seinem Konto verbuchen,  davon 528 Goldmedaillen. Diese Bilanz soll vom 01.-03. September in München weiter ausgebaut werden. Dafür wollen nicht nur die diesjährigen WM-Titel-und Medaillengewinner Sebastian Brendel, Jan Vandrey, Stefan Kiraj, Ronald Rauhe, Franziska Weber, Tabea Medert und Tamas Gescö sowie der U23-Weltmeister Finn Eidam und die Junioren-Weltmeister Martin Hiller/ Leonard Busch sorgen, sondern ebenso die anderen Athleten vom Potsdamer Kanu-Stützpunkt. Auch im Kampf um den Gewinn des Nationalmannschaftscup der Jugend 2017 rechnen sich einige Potsdamer Nachwuchssportler berechtigte Chancen aus. 

Allein sechs Chancen auf DM-Medaillen 2017 für zwei Junioren

Bei den Deutschen Meisterschaften in München werden Martin Hiller und Leonard Busch vom Kanu-Club Potsdam im OSC als gemeinsame  Juniorenweltmeister 2017 mit vollem Einsatz um den Gewinn von Medaillen paddeln. Gewissenhaft haben sich die Schützlinge von Trainer Clemens Paarmann auf dem heimischen Templiner See auf den letzten Saisonhöheunkt vorbereitet. Beide sind sich einig: Das wird in München auch mit einem JWM-Titel in der Tasche kein Selbstläufer werden. Immerhin müssen sie u. a. gegen den amtierenden Junioren-Weltmeister im K1 über 1000 m Jakob Schopf (Berlin) antreten, der auch zusammen mit ihnen im siegreichen JWM-K4 über 1000 m in Bascov/ Rumänien saß. Ebenfalls der vierte Mann im JWM-Siegerboot, Niklas Petri aus Essen, ist ein starker Konkurrent für die beiden Potsdamer Junioren.

Sowohl Martin Hiller als auch Leonard Busch sind für sechs Einsätze in München vorgesehen. Sie starten zusammen im K2 und K4 über 200 m und 1000 m  sowie jeweils im K1 über 200 und 500 m. „In allen Disziplinen möchte ich in das Finale gelangen und dabei jeweils mindestens einen der ersten fünf Plätze belegen. Außerdem habe ich mir einen Sieg im K1 und zusammen mit meinen Clubgefährten den ersten Platz im K4 über 1000 m vorgenommen“,  bekennt sich Martin Hiller zu seinen Zielsetzungen. Und Leonard Busch ist sich sicher: „Auch ich strebe vordere Finalplatzierungen an und werde  meinen bzw. unseren Konkurrenten das Siegen schwer machen.“ Schon jetzt blicken beide voraus. In der Saison 2018 wollen sich die beiden Kajakfahrer vom KC Potsdam erneut für die Teilnahme an den internationalen Juniorenmeisterschaften qualifizieren. Leonard Busch weiterhin als Sportschüler, der im Interesse seiner weiteren sportlichen Entwicklung den Abiturkurs um zwei Jahre verlängert.  Martin Hiller wird die Sportschule verlassen, um ab Herbst 2017 eine Ausbildung an der FSA im Fitness - und Ernährungsbereich zu beginnen. 

Viel Erfolg bei der Verwirklichung ihrer sportlichen, schulischen und beruflichen Zielsetzungen wünscht
Günter Welke

Nach den Deutschen Meisterschaften treffen sich die eindrucksvollsten Kontrahenten der Saison traditionell in Potsdam. Der ultimative Sprint auf dem engen, Zuschauer gesäumten Stadtkanal steht an. So formulieren wir heute ganz selbstverständlich. Aber das war vor einem Dutzend von Jahren noch anders, sagt der Erfinder und bekennt:

Der 1.Potsdamer Kanalsprint war ein glücklicher Zufall

Wie bei so vielen neuen Dingen steht oft der Zufall als Pate zur Seite.
Beim 1. Potsdamer Kanalsprint waren es mehrere Zufälle, die ihn zu einem großen Erfolg werden ließen.
Anfang der neunziger Jahre machte ich mir viele Gedanken, wie man den Kanusport für die Zuschauer attraktiver präsentieren kann. Meine Vorstellungen waren immer, den Sport zu den Menschen zu bringen und nicht die Menschen zum Sport. Alle Kanustrecken dieser Welt liegen außerhalb der Städte und für die Menschen verkehrstechnisch schwer zu erreichen. Sicher einer der Gründe, warum die Zuschauer nicht so zahlreich sind wie bei anderen Sportarten. Mir schwebte deshalb immer vor, andere Formate für unsere Sportart zu finden und Wettkämpfe inmitten einer Stadt durchzuführen. Beispiele dafür gab es in anderen Sportarten schon länger, wie im Beachvolleyball, im Triathlon, im Radsport oder Laufveranstaltungen. Warum nicht im Kanu?

Die ICF, der Internationaler Kanu Verband, hatte gerade die 200 m Wettkampfstrecke in das Weltmeisterschaftsprogramm aufgenommen, da kam der erste Zufall. Bei der sonnabendlichen Zeitungsschau zeigte mir meine Frau Christiane ein Bild und einen Artikel von der Einweihung des wieder freigelegten Potsdamer Stadtkanals vom Vortage, dem 18.04.2001. (s. Abbildung) Ich sagte spontan, da werde ich einen Kanuwettkampf veranstalten. Wie immer, wenn ich solche oder ähnliche Ideen hatte, dachte sie, der ist jetzt durchgedreht.

Das gleiche dachte auch 4 Jahre später unser damaliger Ministerpräsident Matthias Platzeck, als ich ihm nach einigen gemeinsamen Bierchen die gleiche Idee offerierte. Er sagte es mir nur nicht, sondern erst einige Jahre später.
Umso überraschter war ich aber, als ich ca. 1/2 Jahr später morgens die Zeitung in die Hand nahm und auf der Titelseite las, dass der Ministerpräsident eine große Pressekonferenz zur Vorbereitung der zentralen Veranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit 2005 in Potsdam gab. Auf die Frage der vielen Journalisten, welche Überraschung es denn an diesen bedeutenden Tag in Potsdam geben wird verkündete der Ministerpräsident: "Wir stellen eine Weltneuheit im Kanusport vor, ein Sprintwettkampf mitten in der City, auf dem freigelegten Stadtkanal".

Das war der zweite Zufall und ein Glücksfall und die Geburtsstunde des inzwischen weltweit einzigartigen Kanalsprints zugleich. Unser ehemaliger Ministerpräsident und heutiges Ehrenmitglied des Fördervereins ist somit der Geburtshelfer des Potsdamer Kanalsprints.

Was dann geschah, zwischen der Verkündung und dem ersten Startschuss am 3. Oktober 2005 auf dem gefluteten Stadtkanal war ein gigantisches Gemeinschaftswerk, vieler Freunde, Unterstützer, Förderer und Sponsoren, eine kooperative freundschaftliche  Zusammenarbeit von vielen Ehrenamtlichen mit staatlichen Stellen und Institutionen. Es wurde die Basis geschaffen, für eine nun schon über ein Dutzend Jahre andauernde Erfolgsstory.

Die große Schwierigkeit war nicht nur Ideen zu entwickeln, wie ein gemauerter Kanal ohne Wasser in eine Wettkampfstätte für den Kanu-Rennsport umgewandelt werden kann, bei denen die Sportler faire Wettkampfbedingungen vorfinden, sondern den Zuschauern auch spannende und interessante Rennen zu präsentieren, so wie sie es bisher noch nicht kannten. Hinzu kam, dass die zentrale Veranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit über zwei Tage geht und der geflutete Stadtkanal auch am  zweiten Tag bespielt werden sollte…

Das, was wir dann für den Stadtkanal entwickelt haben, wurde zu einem Highlight und entsprach höchsten Ansprüchen. Nicht nur das Wettkampfformat, ein Match-Race in den Einer-Disziplinen im Kajak und Canadier Mann gegen Mann, ein k.o. System  wo jeweils der Verlierer ausscheidet, war eine absolute Neuheit im Kanu-Rennsport. Auch der zweite Tag war eine Premiere im Wasserport und gab es so noch nie. Ich überredete den Präsidenten des Wasserskiclub Caputh, Heiko Hüller, ein Wasserskispingen auf dem Stadtkanal zu veranstalten. Auch das war spektakulär, nicht ungefährlich aber ein großer Erfolg. Sportler in diesen beiden Sportarten so dicht zum Anfassen in voller Aktion zu erleben, das gab es für den Zuschauer so noch nie. Aber auch umgekehrt waren die Sportler begeistert, denn vor so vielen Zuschauern maximale Leistungen abzurufen und das so hautnah, war auch für sie ein völlig neues Erlebnis und unbeschreiblich schön.
Durch die kulturelle Umrahmung, die Moderation der Veranstaltungen, aber vor allem der großartigen Stimmung dieses Volksfestes war es zu verdanken, dass sich hier zwei Sportarten mit Weltklasseathleten von ihrer besten Seite präsentieren konnten und ein sportliches Event in Potsdam entstand, das am 10. September 2017 zum 13. Mal stattfindet.
Danken möchte ich an dieser Stelle dem großartigen Team und den Sponsoren der ersten Stunde für ihren Weitblick und ihrem Engagement, die damit diese Veranstaltung zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Namen wie O2 und Jürgen Hegemann, DB-Regio und Jörg Pöhle, der Burda Verlag und Philipp Welte, die AVMS und Knut Hackrath, die mhp und Michael Hoffmann, die Firmen Bäckerei Fahland, Werbemittel- Dehnert oder Frenkelson Werbeagentur, die die ersten und treuesten Sponsoren waren, aber auch die treuen und unermüdlichen Mitstreiter wie Manfred Rademacher, Sven Lehnert, Ole Bemmann, Torsten Gutsche und Dr. Dirk Schultze-Petzold um nur einige zu nennen, ohne die das alles nicht machbar gewesen wäre.

Jürgen Eschert

Was der Kanalsprint für die Besten des KCP sind die Sommercamps für unseren Nachwuchs. Momente, die Spaß mit Leistung verbinden, durch ihre Außergewöhnlichkeit Energie freilegen und und für den Kanusport werben. Genau so empfand der Nestor unserer Kanuspitze-Autoren beim Besuch im Kanu-Ferienlager…

Gäbe es die Feriencamps nicht, man müsste sie erfinden

Die positive Nachwuchsentwicklung des KC Potsdam im Schüler-B-Bereich (9 bis 10 Jahre) wurde in den letzten Jahren mit guten Wettkampfergebnissen unterstrichen. Das soll so bleiben und weiter vorangebracht werden. Seit mehreren Jahren wird daher im Potsdamer Sportpark ein Feriensommercamp durchgeführt, um damit neben vielen anderen  Aktivitäten, möglichst viele  Mädchen und Jungen bereits in jungen Jahren zum Sportreiben zu animieren.  Durch den engen Kontakt zu fünf Potsdamer Schulen ist ein reger Zulauf zu den Veranstaltungen, die der Nachwuchsgewinnung und Talentsichtung dienen, gesichert. Aber auch der nahezu hautnahe Kontakt beim Training, bei Wettkämpfen und anderen Veranstaltungen zu den bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften erfolgreichen sportlichen Vorbildern innerhalb des  Vereins,  spielt eine nicht unwesentliche Rolle für das Interesse am Kanusport.

Am 28.August tummelten sich bereits gegen 09.30 Uhr ca. 50  Kinder der unteren Schulklassenbereiche auf dem Sportgelände im Luftschiffhafen, um sich in den folgenden fünf Tagen jeweils sechs Stunden sportlich zu betätigen und spannende Ferienerlebnisse miteinander zu teilen. Allein 29 der Schüler waren erstmals dabei, um sich mit den Grundbegriffen des Kanu-Rennsports vertraut zu machen und vielleicht auch Interesse am regelmäßigen Training zu gewinnen. Für den organisierten Ablauf der Veranstaltungen und sachkundige Anleitung sorgten in Verantwortlichkeit  des Trainers Jeffrey Zeidler zwei weitere erwachsene  und vier jugendliche ehrenamtlich tätige Übungsleiter. Neben dem Paddeln sind u. a. auch Athletiktraining, Bewegungs- und Ballspiele, der Besuch des Strandbades am Templiner See und zum Abschluss ein gemeinsamer Grillnachmittag angesagt.

Vielleicht entwickelt sich auch aus der Teilnehmerschar des diesjährigen Feriencamps  ein Talent, das einst in die Fußstapfen solcher derzeitigen sportlichen Vorbilder wie Sebastian Brendel oder Franziska Weber treten kann.

Günter Welke

Auch in diesem Jahr wird der traditionelle Jugendaustausch zwischen Potsdamer Kanu-Sportschülern und jugendlichen Kanusportlern des französischen Vereins Boulogne  Canoe Kayak (KCK) mit Leben erfüllt. Die ersten Begegnungen der mittlerweile jährlichen, meist zehntägigen Besuche - jeweils im Frühjahr in Boulogne-sur-Mer und während des Sommers im Potsdamer Luftschiffhafen - fanden bereits 1991 statt. Initiiert wurden diese freundschaftlichen Treffen durch das inzwischen kurz vor Vollendung seines 88. Lebensjahres verstorbene Potsdamer Kanu-Urgestein „Mike“ (Horst) Mühlberg.

Praktizierte Freundschaft über Ländergrenzen hinweg seit über einem Vierteljahrhundert

Alle Begegnungen dienten vor allem dem gegenseitigen Bekanntmachen mit den kulturellen und gesellschaftlichen Errungenschaften der beiden Länder, aber auch der Vervollkommnung der französischen Sprachfertigkeiten der Sportschüler. Darüber hinaus wurden ebenfalls Erfahrungen ausgetauscht, die der beiderseitigen Weiterentwicklung auf sportlichem Gebiet nützlich sind. In den vergangenen Jahren haben sich u. a. enge freundschaftliche Beziehungen zwischen den Canadierfahrern Sebastian Brendel (Potsdam) und Mathieu Goubel (Boulogne-sur-Mer) entwickelt. Bei einigen internationalen Meisterschaften und auch  beim Potsdamer Kanalsprint wetteiferten  beide in Finalrennen um den Sieg und Medaillen. Dabei lernten sie sich achten und schätzen. Aber auch der französische Kajakfahrer und Silbermedaillengewinner von Rio de Janeiro Maxime Beaumont aus Boulogne-sur-Mer, der übrigens ebenfalls bei den Weltmeisterschaften in Račice startete und dort einen vierten Platz (K1/ 200 m) belegte, ist den Potsdamer Kanusportlern bestens bekannt. 

Lehrer-Trainer und Trainer des Stützpunktes Potsdam begleiten das Projekt

Von Beginn an begleiteten mehrere Potsdamer Lehrer-Trainer ihre Schützlinge zu den Treffen in der französischen Küstenstadt am Atlantik. Seit 2011 ist der Trainer Lutz Altepost vom Stützpunkt Potsdam mit der Organisation der Treffen betraut. Zum diesjährigen Gegenbesuch war am 20. August eine Gruppe von 12 jungen französischen Kanusportlern ab zwölf Jahren, darunter drei weibliche Kajakfahrerinnen, in Potsdam angereist. Deren 33-jähriger Betreuer und Trainer Latour Quentin gehörte einst selbst  zu Jugendlichen, die von den gegenseitigen Treffen profitierten. Gern erinnert er sich an die Erlebnisse mit Mike Mühlberg.  

Kultur, Geschichte, Sprachfertigkeiten und Trainingsgestaltung gehören zum Programm

Zum diesjährigen Besuchsprogramm der französischen Nachwuchssportler gehören neben der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten unserer Landeshauptstadt ebenso eine Fahrt nach Berlin, u. a.  auch zum Brandenburger Tor mit seiner bewegten Geschichte. Andererseits will man sich  an einem Nachmittag das Klettererlebnis im Spargelhof Klaistow mit tatkräftiger Unterstützung durch Antje Winkelmann nicht entgehen lassen. Natürlich wird die Aufenthaltsdauer im Sportpark Luftschiffhafen auch genutzt, um Erfahrungen in der Trainingsgestaltung auszutauschen.

Bereits seit 25 Jahren engagiert sich in vorbildlicher Weise Heike Winter bei diesen deutsch-französischen Jugendtreffen. Als Sprachlehrerin an der Potsdamer Sportschule tätig, hat sie sich sowohl bei den Aufenthalten in Boulogne-sur-Mer als auch hier im Luftschiffhafen als äußerst kompetente Vermittlerin zwischen den Jugendlichen beider Länder bewährt. „Wenn ich gebraucht werde, bin ich stets zur Stelle“, unterstreicht sie ihr ehrenamtliches Engagement. Und sie verschweigt auch nicht, dass der Jugendaustausch den von ihr unterrichteten Sportschülern durchaus bei der  Vervollkommnung der Sprachfertigkeiten nützlich ist.

Das erste diesjährige Zusammensein der jungen französischen und deutschen Sportler in Potsdam fand am 22. August im Rahmen eines gemeinsamen Grillabends vor und in der Kanuscheune statt. Einige der Teilnehmer kannten sich schon von vorangegangenen Begegnungen und andere waren das erste Mal dabei. Kontaktschwierigkeiten waren nicht vorhanden und man freute sich schon auf die Erlebnisse der kommenden Tage. 

Günter Welke

Zum Abschluss ein redaktioneller Hinweis: Die nächste Kanuspitze erscheint am Freitag, dem 29. September, und bietet über das lange Wochenende mit dem anschließenden Tag der deutschen Einheit alle Bilder und Informationen zu den „Energie- und Wasserspielen 2017“.