Verehrte Mitglieder des Kanuclubs Potsdam
und seines Fördervereins, liebe Kanufreunde,

es ist Zeit, Ihnen allen Danke zu sagen. Für ein Jahr des Engagements und der Unterstützung, für Höchstleistungen und Titel, für Trainingseifer oder Organisationsgeschick.
32 Medaillen haben Brandenburger Sportlerinnen und Sportler im nacholympischen Jahr bei Welt-und Europameisterschaften geholt. Zwei Drittel davon fischten unsere Kanutinnen und Kanuten aus dem Wasser vom Racice und Plowdiw. Kein Wunder, dass 2017 alle gewählten Brandenburger „Sportler des Jahres“ Mitglieder des KCP sind.
Danke zu sagen, heißt auch, sich daran zu erinnern: Bei dem Weltmeisterschaften in Tschechien gab es erneut ein „Deutsches Haus“. Wir haben gemeinsam im Frühjahr in Klaistow und im Herbst in Berlin gefeiert. Im September erlebte der Kanalsprint seine nunmehr 13. Auflage und gleich danach die Wasserspiele einen atmosphärischen Neuanfang zu ungewohnter Zeit.
Sicher, 2017 ist im Umfeld noch nicht alles rund gelaufen. Manche Würdigung unterblieb, manch Kontakt wurde nicht ausreichend gepflegt, manch einem ging es nicht familiär genug zu und manches musste ganz einfach noch liegen bleiben.
Immerhin: der KCP ist finanziell wieder auf Kurs und kann dank einer „Fondlösung“ sogar die „Kanuscheune“ seit kurzem wieder öffnen. Mit einem neuen Wirt im Ehrenamt wird sie die Rolle als echte Heimstatt des erfolgreichsten Kanuclubs der Welt wieder annehmen.
Wie gesagt, es ist Zeit Danke zu sagen. Und es gibt keinen prominenteren Platz dafür als zu Beginn einer „Kanuspitze“. Auch die haben wir seit diesem Jahr wieder! Unterhaltsame Lektüre mit der richtig dicken Weihnachtsausgabe.
Wir danken allen Mitgliedern, Partner und Freunden des KCP, wünschen gesegnete Weihnacht, einen guten Start ins neue Jahr 2018 und freuen uns auf ein erstes persönliches Wiedersehen zur Kanuparty am 19. Januar.

Torsten Gutsche Andreas Neue
Vorsitzender des Kanuclubs Potsdam Vorsitzender des KCP-Fördervereins

„Sportler des Jahres“ 2017:

Brendel, Weber und C4  -  Mehr geht nicht!

Die Sportgala des Landes Brandenburg in der Metropolis-Halle des Babelsberger Filmparks bildete den erfolgreichen Abschluss einer sehr erfolgreichen Saison für unsere Kanuten. Die Sportlerin, der Sportler und auch die Mannschaft des Jahres 2017 kommen vom Kanu-Club Potsdam.

Das Jahresende ist traditionell die Zeit, die Besten der Besten zu Ehren. So auch am 9. Dezember, als in der Potsdamer Metropolis Halle wie in jedem Jahr die Sportlerin, der Sportler und die Mannschaft des Jahres im Land Brandenburg gekürt wurden. Für die anwesenden Sportlerinnen, Trainer und Offiziellen des Kanu-Clubs Potsdam im OSC war die diesjährige Sportgala wieder ein besonderes Erlebnis. Nach dem Dreifach-Triumpf im vergangenen Olympiajahr gelang es auch diesmal wieder alle drei Titel mit nach Hause zu nehmen. Zudem gehört auch die erfolgreichste Nachwuchstrainerin 2017 dem KC Potsdam an.

Die Brandenburgische „Sportlerin des Jahres“ 2017 ist Franziska Weber. Unsere 28 jährige zweifache Vizeweltmeisterin der WM in Racice und Europameisterin konnte damit in der nacholympischen Saison ihren mittlerweile sechsten Titel als Sportlerin des Jahres gewinnen. Sie setzte sich in einer knappen Entscheidung gegen die Europameisterin im Triathlon-Sprint Laura Lindemann sowie die ParaCycling-Weltmeisterin Kerstin Brachtendorf durch. In ihrer Laudatio lobte die Geschäftsführerin der Lotto-Brandenburg GmbH, Anja Bohms, unsere Franzi als „die deutsche Kanu-Queen dieser Zeit“. Mit Tabea Medert gehörte eine weitere Potsdamer Kanusportlerin zum sechsköpfigen Kandidatenkreis für die Auszeichnung. Sie gelangte auf einen beachtlichen vierten Rang.

Bei den Herren gab es zwei Potsdamer Kanuten, die es in Runde der sechs nominierten schafften und dabei einen klaren Favoriten. Sebastian Brendel, der nach seinen zwei Olympischen Goldmedaillen aus Rio de Janeiro in diesem Jahr insgesamt drei WM- und zwei EM-Titel sowie eine Silbermedaille zur Europameisterschaft folgen ließ, konnte sich hierbei klar als brandenburgischer „Sportler des Jahres“ gegen Maximilian Levy (Europameister im Bahnrad) sowie unseren Alt- und Weltmeister von Racice Ronald Rauhe durchsetzen. Nach einem so tollen Jahr mache ihn die Auszeichnung natürlich stolz, bekannte Sebastian, zumal der mit mittlerweile fünf Ehrungen brandenburgischer Rekord-Champion ist. „Henry Maske und ich haben aber trotz alledem ein gutes Verhältnis, auch wenn ich ihm den Titel nun abgeluchst habe“ sagte er mit einem stolzen Grinsen auf dem Gesicht. Und auch Ronny zeigte sich stolz auf das Erreichte. „Es war ein wichtiges Jahr für mich, welches mir den Weg nach Tokyo 2020 gezeigt hat. Ich bin hochmotiviert.“

In der Kategorie „Beste Mannschaft 2017“ waren unsere Titelverteidiger Sebastian Brendel und Jan Vandrey ebenfalls wieder nominiert. Dieses Mal allerdings nicht als erfolgreiches Zweierduo, sondern gemeinsam mit unserem ehemaligen 200m-Spezialisten Stefan Kiraj sowie Conrad Robin Scheibner (SC Berlin Grünau) als Weltmeisterboot im Vierercanadier über 1000m. Diese hervorragende Leistung reichte, um sich letztlich gegen die zweitplatzierten Potsdam Royals (American Football) sowie die Wasserballer des OSC Potsdam auf Platz drei als beste brandenburgische Mannschaft 2017 durchzusetzen. Schließlich wurde die Lehrerin-Trainerin Petra Welke vom KC Potsdam im OSC durch den Förderkreis des Olympiastützpunktes als „Beste Nachwuchstrainerin 2017“ ausgezeichnet. Damit wurde vor allem ihr maßgeblicher Anteil an der jahrelangen erfolgreichen Nachwuchsarbeit am Landestützpunkt Potsdam und ihre umfangreiche ehrenamtliche Tätigkeit gewürdigt. Fast alle der späteren Weltmeister/-innen und Olympiasieger/-innen des KC Potsdam durchliefen in jungen Jahren eine Entwicklungsphase in der Trainingsgruppe von Petra Welke. Die kontinuierliche Arbeit mit den Sporttalenten durch das Potsdamer Trainerteam in enger Zusammenarbeit mit weiteren Landesstützpunkten und der Sportschule garantierte bislang die Heranbildung von Kanurennsportlern, die sich sowohl im nationalen Rahmen als auch auf internationalem Niveau mit Spitzenleistungen in Szene setzen konnten.

Die Auszeichnung der von Brandenburger Sportjournalisten auserwählten Sportlerinnen und Sportler fand das Interesse zahlreicher Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sport. Aus den Händen von Ministerpräsident Dietmar Woidke, der Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, Britta Ernst, und des Präsidenten des Landessportbundes Brandenburg, Wolfgang Neubert, bekamen die geehrten Athleten ihre Siegerpräsente überreicht.

Roland Verch

Exklusiv in Verchs „Bootsgeflüster“:

Sebastian Brendel - Mein Jahr 2017

Seit diesem Jahr gehört Ronald Verch zum Redaktionsteam der Kanuspitze. Als ehemaliger Weltmeister hat er das Ohr am Kader und veröffentlicht sein Wissen regelmäßig im „Bootsgeflüster“. Für die Weihnachtsausgabe hat er sein Ohr exklusiv dem auch 2017 erfolgreichstem KCP-Athleten geliehen….

Das Jahr 2017 wird Sebastian Brendel sicher für immer in Erinnerung bleiben. Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen, aber als es darauf an kam, fand Basti zu gewohnter Stärke zurück. „Nach den beiden Goldmedaillen in Rio brauchte ich einfach mal eine Auszeit“ sagt der Olympiasieger in Einer- und Zweiercanadier von 2016. „Kopf und Körper waren nach diesem aufreibenden Jahr und dem vielen Training in der Vorbereitung auf diesen Höhepunkt einfach leer, das ist viel Druck von mir abgefallen“. Und so gönnte sich der mittlerweile 29-jährige eine sportliche Auszeit bis zum Ende des Jahres und stieg erst Anfang 2017 wieder in das Training ein. „Das tat dem Körper natürlich gut, tat dafür aber auch umso mehr weh als es dann wieder losging. Zum Glück habe ich aber über all die Jahre so ein Trainingsniveau erreicht, dass ich recht schnell wieder gut unterwegs war“. Dies zeigte Basti zu den Nationalen Qualifikationen, bei denen er sich souverän für die Nationalmannschaft qualifizierte. „Die Weltcups waren dann aber schon eine andere Hausnummer. Im Einer bin ich recht entspannt an die Sache gegangen und habe mir gesagt, dass ich mich hier im Jahresverlauf definitiv steigern werde, daher waren die zweiten Plätze hinter Martin Fuksa kein Problem für mich. Gelernt habe ich ja auch wieder, dass man sein Material vor dem Start immer kontrollieren sollte“, sagt Basti mit einem leichten Schmunzeln auf dem Gesicht. Beim Weltcup in Portugal wurde er schließlich nach erfolgreicher Zieldurchfahrt disqualifiziert, da sein Boot 20 Gramm zu leicht war. Im Zweier sah die Welt schon etwas anders aus. Hier wurde er mit einem Goldpartner Jan Vandrey von dem neu formierten Boot Yul Oeltze (Magdeburg) und Peter Kretschmer (Leipzig) herausgefordert. „Die Niederlage zum Weltcup in Szeged war bitter, da wir natürlich zeigen wollten, dass wir das beste deutsche Boot sind. Aber die beiden Jungs haben eine starke Saison hingelegt, wir haben unsere Fehler gegenüber 2016 analysiert und sind hochmotiviert für das nächste Jahr um dort die beiden wieder hinter uns zu lassen“, gibt sich Basti kämpferisch. Und so kam es, dass er, wie schon in seinem ersten Jahr in der Leistungsklasse, zur Weltmeisterschaft im Vierercanadier gemeinsam mit Jan, Stefan Kiraj und Conrad Robin Scheibner (SC Berlin-Grünau) am Start stehen würde. „Das war eine tolle, neue Herausforderung in diesem großen Boot mit den anderen Jungs über den See zu peitschen. Es lief von Anfang an sehr vielversprechend, so dass wir alle gespannt auf die EM und WM waren“. Zur Europameisterschaft, wie auch später bei der WM in Racice, avancierte Basti damit zum dreifach Starter, im C1 über 1000 und 5000m sowie im 1000m-Vierer. Hier konnte Basti nach vielen harten Trainingseinheiten seine gewohnte Stärke präsentieren. So gab es in Plovdiv EM-Gold über beide Einerstrecken sowie EM-Silber im C4. Bei der WM im tschechischen Racice gab es dann sogar dreimal Gold für den gebürtigen Schwedter, der im Jahre 2000 zur Sportschule nach Potsdam wechselte. „Jede Goldmedaille ist natürlich etwas ganz besonderes. Nach dem späten Einstieg ins Training den hochmotivierten Martin Fuksa vor seinem Heimpublikum zu schlagen, war natürlich ein super Gefühl, zumal es mein dritter WM-Titel auf dieser Strecke in Folge ist. Über 5000m ja sogar schon der vierte“ so der sichtlich stolze Basti. „Und ein Sieg als Team ist natürlich auch immer etwas besonderes, da man im Vierer nicht nur individuell stark sein sondern als Einheit funktionieren muss. Leider wird es wohl das letzte Mal gewesen sein, dass der Vierer über 1000m gefahren wird“, fügt er etwas enttäuscht hinzu. „Im nächsten Jahr wird der C4 über 500m gefahren, da würde es um einiges schwerer werden.“

Im Großen und Ganzen gibt sich Basti hochzufrieden mit seiner Saison 2017, die im Dezember für ihn mit der Ehrung zu Brandenburgs Sportler des Jahres 2017 sowie für den C4 als Mannschaft des Jahres 2017 einen gebührenden Abschluss gefunden hat. „Ich bin stolz auf das Erreichte, habe aber auch ein paar Dinge gefunden die ich noch verbessern kann. Für das nächste Jahr bin ich hochmotiviert, meine Einertitel zu verteidigen und auch im Zweier mit Jan wieder die Nummer eins zu werden“.

Ich drücke ihm die Daumen, gratuliere im zu seinem überaus erfolgreichen Jahr 2017 und wünsche alles Gute.

Das KCP-Jahr 2017:

Medaillen, Medaillen, Medaillen…

Zu den leistungssportlichen Höhepunkten des nacholympischen Jahres 2016 zählten zweifellos die Welt- und Europameisterschaften der Leistungsklasse, U23 und Junioren sowie (gleichfalls auf internationaler Ebene für den 15- bis 17-jährigen Nachwuchs) die Teilnahme an den Olympic Hopes und den Baltic Sea Youth Games. Insgesamt gewannen die Athleten des Kanu-Clubs Potsdam im OSC während der abgelaufenen Saison auf unterschiedlichen internationalen Ebenen 10 Meistertitel und weitere 9 Meisterschaftsmedaillen. Günter Welke liefert den ultimativen Überblick im Detail.

Internationale Meisterschaften und Wettkämpfe

Weltmeisterschaften im August in Racice

Bei den WM hatten die Athleten des KC Potsdam an je 4 Gold- und Silbermedaillen sowie 1 Bronzemedaille der DKV-Auswahl Anteil. Erfolgreichster Potsdamer Sportler war Sebastian Brendel mit 3 Titelgewinnen. Je einen Titel gewannen Jan Vandrey, Stefan Kiraj und Ronald Rauhe. Franziska Weber holte ebenso wie Tabea Medert zweimal Silber und Tamas Gescö gewann einmal Bronze.

Europameisterschaften im Juli in Plowdiw

Mit je 3 Gold- und Bronzemedaillen und 1 Silbermedaille zählten auch bei den EM die Potsdamer Sportler zu den erfolgreichsten Teilnehmern im DKV-Aufgebot. Zu den Titelgewinnern gehörten Sebastian Brendel (zweimal Gold) und Franziska Weber (einmal Gold). Jeweils eine Silbermedaille gewannen zudem Sebastian Brendel, Jan Vandrey und Stefan Kiraj. Darüber hinaus holten sich Tabea Medert zwei und Ronald Rauhe eine Bronzemedaille.

U23- und Junioren-Weltmeisterschaften im Juli in Bascov

Je einen Titelgewinn verbuchten Potsdamer Nachwuchskanuten. Bei den U23 holte Finn Eidam ebenso Gold wie Martin Hiller und Leonard Busch zusammen bei den Junioren.

U23- und Junioren-Europameisterschaften in Juni in Belgrad

Stine Noack war die einzige Potsdamer Medaillengewinnerin. Sie holte sich einen EM-Titel im Juniorenbereich.

Olympic Hopes im September in Racice

Bei den Olympic Hopes starteten zehn Potsdamer 15- bis 17-jährige Nachwuchsathleten in der Auswahlmannschaft des Deutschen Kanu-Verbandes und erzielten mit 9 Gold-, 8 Silber- und 7 Bronzemedaillen eine hervorragende Bilanz. Als erfolgreichste Potsdamer Teilnehmer erwiesen sich Isabelle Zanin (3 Goldmedaillen), Florian Köppen und Tom-Lucas Hinz (je zweimal Gold) sowie Stine Noack, Elias Kurth, Jonas Schmitt und Charlotte Pietzsch (jeweils eine Goldmedaille).

X. Baltic Sea Youth Games im Juli in Brest

Zehn Nachwuchssportler vom Landesstützpunkt des KC Potsdam bis zu 17 Jahren trafen in Brest auf die Konkurrenz aus zahlreichen europäischen Ländern. Die Bilanz der Brandenburger Nachwuchskanuten war mit sieben Siegen und dreizehn weiteren Medaillen sehr beeindruckend. Am erfolgreichsten aus Potsdamer Sicht erwiesen sich mit je drei Goldmedaillen Isabelle Zanin und Katherina Diederichs sowie die zweifache Siegerin Janne Markowski.

Nationale und regionale Meisterschaften

Im nationalen und regionalen Rahmen stellten - abgestuft für die Altersklassen - die Deutschen Meisterschaften sowie die Ostdeutschen Meisterschaften und Landesmeisterschaften eine leistungssportliche Bewährungsprobe dar.

Deutsche Meisterschaften im August/ September in München

In der Medaillenbilanz von München (21 Gold-, 14 Silber- und 15 Bronzemedaillen) rangierte der KC Potsdam, trotz des Fehlens einiger Leistungsträger, an erster Stelle aller teilnehmenden 112 Vereine und Renngemeinschaften. Besonderen Anteil an diesem guten Abschneiden hatten die 15-/ 16-jährigen Nachwuchspaddler des Jugendbereiches, denn sie steuerten 12 x Gold, 5 x Silber und 2 x Bronze bei. Zu den erfolgreichsten Sportlern des KC Potsdam gehörten in der Leistungsklasse mit jeweils 3 Siegen Ronald Rauhe und Stefan Kiraj. Überragende Leistungen vollbrachte Florian Köppen im Juniorenbereich mit 7 Goldmedaillen. Darüber hinaus bewies Isabelle Zanin mit 4 Goldmedaillen, wer bei den weiblichen Canadierfahrerinnen der Jugend die „Chefin auf der Rennstrecke“ ist.

Ostdeutsche Meisterschaften im Juni in Brandenburg an der Havel

Prinzipiell werden Titel und Medaillen bei den Ostdeutschen Meisterschaften an die teilnehmenden Sportler/ -innen der Landesverbände aus Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vergeben. Im Jahr 2017 waren jedoch auch einige Aktive aus zwei weiteren Bundesländern unter den über 760 Teilnehmern zu finden. Im Ergebnis der Ostdeutschen Meisterschaften, die ohne Beteiligung der Bundeskader stattfanden, konnte der KC Potsdam auf die größte Anzahl von Siegen und Medaillen gegenüber allen anderen startenden Vereinen und Renngemeinschaften verweisen. Insgesamt standen einschließlich der Wertungen in den Mehrkämpfen für die Potsdamer Athleten 47 Gold-, 25 Silber- und 16 Bronzemedaillen zu Buche. Als fleißigste Medaillensammler für den KC Potsdam erwiesen sich Conny Waßmuth (Leistungsklasse) mit 5 Goldmedaillen sowie Clara Thieme (Leistungsklasse), Saskia Regorius (Junioren) und Maurice Dolozel (Jugend) mit jeweils viermal Gold.

Landesmeisterschaften im Juni in Brandenburg an der Havel

Insgesamt 14 Brandenburger Kanuvereine/ -abteilungen waren unter den 260 Teilnehmern der Landesmeisterschaften präsent. Der überwiegende Teil der startenden Paddeltalente war dem Altersbereich der Jugend und Schüler zuzuordnen. Mit 26 Siegen und weiteren 27 Medaillen stellten die für den KC Potsdam startenden Nachwuchssportler ihr Leistungsvermögen unter Beweis. Zu den insgesamt 53 Medaillen des KC Potsdam steuerten allein mit 35 Medaillen die Schüler B bei, die vor allem mit Jacob Wacke, Florian Bange und Ben Hanisch (jeder mit fünfmal Gold) stark in Erscheinung traten. Nur zwei Siege weniger als der KC Potsdam verbuchte der KV Brandenburger Adler. In der Gesamtzahl der errungenen Medaillen (66) konnten die „Adler“, die einen großen Teil der am Landesstützpunkt Potsdam trainierenden Sportschüler in ihren Reihen hatten, den KC Potsdam jedoch noch übertreffen. Zu den Besten des KC Potsdam zählten mit 6 Siegen Bennet Weiß (Jugend) und viermal Gold der Juniorpaddler Elias Kurth.

Potsdamer Rennkanuten mit DKV-Kaderstatus 2018

Auf der Grundlage der Wettkampfergebnisse 2017 wurde der Kaderbestand des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) für das Wettkampfjahr 2018 festgelegt. Vom KC Potsdam wurden insgesamt 21 Sportlerinnen und Sportler als DKV-Kader 2018 in folgenden Kategorien bestätigt:

Olympiakader 7 Sportler/ -innen
Perspektivkader 7 Sportler/ -innen
Nachwuchskader U23 3 Sportler/ -innen
Nachwuchskader Junioren   4 Sportler/ -innen

Die Nachricht zur Jahreswende

Das Tor zur "Kanuscheune" ist wieder offen

Der Förderverein für den KCP hat ein zwischenzeitlich entstandenes Tief erfolgreich umschifft. Zum 01. Januar 2018 ist die „Kanuscheune“ wieder funktionsfähig. Der neue Wirt, Ex-Canadier Peter Kraft, hat die Generalprobe im alten neuen Haus schon bestanden.
Olympiasieger Dr. Jürgen Eschert, der Ehrenvorsitzende des KCP-Fördervereins, über Probleme und Lösungen, Hoffen und Bangen, Zukunft und Vergangenheit unseres Vereinshauses.

In dem alten Pferdestall der "Fünfkämpfer" wurden über 3 Millionen investiert, um für uns, die Fußballerinnen von Turbine Potsdam, die DLRG und den Potsdamer Laufclub ein neues Zuhause zu schaffen. Vergisst man all die Arbeit und die vielen Stunden, die wir in den zurückliegenden Jahren in die Entwicklung dieses Projektes investiert haben, dann kann man nur feststellen, der große Wurf ist geglückt.       Trotz der immer schwieriger werdenden Möglichkeiten, Fördermittel vom Bund, Land und Kommune für Sportbauten oder wie in unserem Fall für Vereinszwecke zu erhalten, haben wir mit Unterstützung vieler, ein echtes Gemeinschaftswerk für den Sport geschaffen.

Auch unser Eigenanteil von 140. 000,- € in dem Bau ist dabei nicht unerheblich gewesen. Insgesamt stecken heute ca. 570. 000,- € Spendengelder vom Förderverein in dem Projekt "Kanuscheune", um Clubraum, Büros, Umkleideräume, Terrasse, Vereinsgaststätte und Küche auf dieses anspruchsvolle Niveau zu entwickeln.
Die Auswahl der Qualität und des Niveaus der Inneneinrichtung waren sehr wichtig, da das Bauwerk, die Architektur wie auch die Baumaterialien außergewöhnlich sind. Auch die angrenzende Wasserlandschaft sollte bei der Innengestaltung Beachtung finden.  Sowohl die sanitären Anlagen, die Büros, der Clubraum wie auch die Vereinsgaststätte und die Außenanlagen sollten so gestaltet werden, dass sie eine sehr lange Lebensdauer aufweisen und dabei eine gehobene Clubatmosphäre bieten. Das Ambiente sollte die Sportart Kanu, aber auch den hohen Anspruch eines der weltbesten Leistungssportclubs widerspiegeln.
Viele Spendenaktionen und Ideen waren notwendig, um diese Summe zusätzlich zu der jährlichen finanziellen Unterstützung für den KCP aufzubringen. Neben Steinspenden, Geldspenden, Geldspenden bei verschiedenen Geburtstagsanlässen, Spendenaufrufe bei unterschiedlichsten Veranstaltungen, haben auch viele Sponsoren und Förderer größere Geldspenden für die Kanuscheune zur Verfügung gestellt.
Der KCP, der Förderverein und sein Netzwerk, vereinen von Anfang an wichtige Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und gesellschaftlichem Leben, die nun nach Fertigstellung unseres anspruchsvollen Clubhauses einen neuen gemeinsamen Treffpunkt mit sportlichen Inhalten sowie Weltklasseathleten als Partner hatten.
Mit der Umsetzung des geschilderten hohen Anspruchs war es nun möglich, Veranstaltungen auf hohem Niveau anzubieten und damit auf lange Sicht, eine finanzielle notwendige Basis für den Kanu-Club Potsdam zu schaffen.
Leider sind nach der erfolgreichen Einweihung der "Kanuscheune" zuletzt die vereinbarten Betriebskosten aus dem Ruder gelaufen und auch bei der Betreibung der Vereinsgaststätte gab es betriebswirtschaftliche Fehleinschätzungen. Die Folge einer Schließung am 14.03.2016 war unumgänglich und brachte die gesamte Konzeption unseres "Vereinshauses"  in eine Schieflage.
Nach der Wahl des neuen Vorstandes im Förderverein auf der Berichtswahlversammlung im Januar dieses Jahres, wurde auch das Problem der Betriebskosten und der Betreibung einer echten "Vereinsgaststätte" auf den Prüfstand gestellt. Es gab viele Beratungen mit Fachleuten, es wurden viele Ideen entwickelt und wieder verworfen und immer wieder Gespräche geführt.

Nun haben wir eine Lösung !

Im August wurde mit Freunden des Kanu-Club Potsdam der Fonds zur Aufrechterhaltung der Vereinsaufgaben in der "Kanuscheune" ins Leben gerufen. Es sind inzwischen 29 Personen die helfen wollen, die Betriebsfähigkeit unseres Hauses abzusichern.
Gleichzeitig ist es gelungen, den ehemaligen Potsdamer Canadierfahrer Peter Kraft als neuen Leiter der Vereinsgaststätte zu gewinnen. Er ist ausgewiesener Gaststättenprofi , gelernter Koch und hat diese Tätigkeiten über 30 Jahre ausgeübt. Er wird seine Fähigkeiten in unserer Vereinsgaststätte für unsere Sportlerinnen und Sportler, für den Förderverein und für unsere Sponsoren einbringen.
Die ersten Proben seines Können hat er bewiesen, als er für die Trainingsgruppe Ralf Welke, ein 14-tägiges Mittagessen für ein Trainingslager bereitete und am Nikolaustag die neu gegründete Trainingsgruppe von Fördermitgliedern, nach ihrem Nikolauspaddeln unter Flutlicht, mit phantastischen Enten- bzw. Gänsekeulenbraten empfing. Auch beim Weihnachtspaddeln seiner ehemaligen Canadierkollegen überraschte er sie mit richtig deftigen Entenkeulen, Rotkohl und Klößen, so wie es Canadierfahrer lieben.
Ich wünsche Peter Kraft für die Zukunft immer eine ähnlich glückliche Hand.

Auf ein Wort

Wer ist, was isst der Toröffner der „Kanuscheune“?

Thomas Braune im Gespräch mit Peter Kraft (61) über seine sportlichen Meriten, die gastronomische Vergangenheit, „Flugzeuge im Bauch“ und seine kulinarischen Pläne für die „Kanuscheune“.

Wie kam’s zum Einstieg bei der „Kanuscheune“?

Am 22. August 2016 wollte ich meinen 60. Geburtstag in der „Kanuscheune“ feiern. Doch die erwies sich als geschlossen und so musste ich in unser altes Bootshaus, heute Preußen-Kanu, ausweichen. Dort bin ich dann mit meinem „Ehrengast“ Jürgen Eschert über das Dilemma nebenan ins Gespräch gekommen.

…und hast sofort zugesagt?

Nein, aber ein Gedankenprozess wurde forciert. Ich spürte immer deutlicher, nach 30 Jahren in der Gastronomie, nach Großveranstaltungen, nach Essen, Feten und Bällen mit bis zu 500 Leuten und der Versorgung ganzer Schulen zu Mittag, wollte ich kürzer treten und trotzdem unter Leuten und im Metier bleiben. Und da hat mir Jürgen Eschert die Arbeit an der Wiege meiner sportlichen Kanu-Leidenschaft in seiner ganz eigenen Art „nahe gebracht“…

Es heißt, Du seiest wie er erfolgreicher Canadier, doch Dein Name fehlt in den Ergebnislisten internationaler Meisterschaften.

Stimmt. Ich bin im C1 und im C2 (mit Olaf Reppich) bei DDR-Meisterschaften Mitte der 70erJahre gefahren, für entscheidende internationale Rennen konnte ich mich aber nicht qualifizieren. Vielleicht lag es daran, dass ich nicht an der KJS war, sondern als sogenannter Förderkader zunächst bei der DEFA Feinmechaniker in einem dualen Ausbildungsgang gelernt habe.

Warum ist in der „Kanuscheune“ jetzt Roland Wiese an Deiner Seite?

Roland war in den 70ern Kajakfahrer und mein Kumpel beim ASK in Potsdam. Er hat später wie ich auch Gastronom gelernt. Noch später haben wir Ultraleichtflieger gemeinsam gebaut. Immerhin 16 unserer Modelle fliegen noch immer!

Habt Ihr feste Öffnungszeiten für die „Kanuscheune“?

Noch nicht. Wir sind momentan erst mal da für die Betreuung von Trainingslagern und offen für Feierlichkeiten jeder Art in der Sportlerfamilie. Anfragen nehmen wir unter entgegen. Vielleicht stemmen wir später im Jahr auch mal ein tägliches Mittagessenangebot.

Was gäbe es dann da?

Ich mag Mediterranes, esse selbst gern Gemüse. Aber ich kann auch deftige Roulade. Oder Gans. Frag Jürgen Eschert. Übrigens: Der Roland Wiese und ich haben ein Motto: „Wir werden das Boot am Laufen halten“. Ich glaube damit ist alles gesagt und somit bedanke ich mich (auch im Namen vom Roland, der heute leider nicht anwesend ist) für dieses Interview.

Olympiamedaillen an sicherem Ort:

Sponsorenabend bei Securitas und das besondere Vertrauen von Katrin Wagner-Augustin

Am Mittwoch, den 15. November, lud Manfred Buhl, seines Zeichens CEO der Securitas Deutschland GmbH, Athleten, Trainer sowie Freunde und Sponsoren des Kanu Club Potsdam im OSC e.V. in sein Reich, das „Securitas Haus der Sicherheit“ in Berlin-Mitte ein. Auf Anregung Buhls und des Fördervereins sollte dieser Abend die Möglichkeit bieten, in lockerer Atmosphäre ins Gespräch zu kommen, sowie das Netzwerk der Sponsoren und Förderer des Kanu-Clubs weiter zu beleben und sich auch einander vorzustellen.

Wie kam’s zum Einstieg bei der „Kanuscheune“?

Am 22. August 2016 wollte ich meinen 60. Geburtstag in der „Kanuscheune“ feiern. Doch die erwies sich als geschlossen und so musste ich in unser altes Bootshaus, heute Preußen-Kanu, ausweichen. Dort bin ich dann mit meinem „Ehrengast“ Jürgen Eschert über das Dilemma nebenan ins Gespräch gekommen.

Dabei nutzte Manfred Buhl die Gelegenheit, die Arbeit von Securitas vorzustellen und einen kleinen Einblick in die Bedeutung der Digitalisierung in der Sicherheitstechnik für die Zukunft zu geben. Voller Stolz konnte er hierbei den anwesenden Gästen berichten, dass die Securitas Deutschland GmbH als Tochtergesellschaft des schwedischen Mutterkonzerns Securitas AB mit 120 Niederlassungen und ca. 20.500 Beschäftigten sowie einem Jahresumsatz von ca. 800 Millionen Euro der größte Anbieter an professionellen Sicherheitsdienstleitungen aller Art in Deutschland ist. Der Vorsitzende des Fördervereins Andreas Neue sowie Thomas Kralinski, Chef der Staatskanzlei, nutzen ebenfalls die Gelegenheit, um die gesellschaftliche Bedeutung von Unterstützung des Sports durch die Wirtschaft hervorzuheben und sich für das jahrelange Engagement der Securitas Deutschland beim KC Potsdam zu bedanken. Anschließend gab es für alle Anwesenden bei einem leckeren Buffet in entspannter Runde alle Möglichkeiten ins Gespräch zu kommen.

Als Höhepunkt des Abends kann zweifellos die Übergabe eines Geschenks des Fördervereins bezeichnet werden. In Person seines Ehrenvorsitzenden Dr. Jürgen Eschert ging es an Manfred Buhl als Dank für die Jahrzehnte lange Unterstützung durch die Securitas. Hierbei handelte es sich um Originalentwürfe der kunstvollen Verzierungen der Kanuscheune, an deren Umsetzung Manfred Buhl und die Securitas entscheidenden Anteil haben. Selbst der Künstler Manfred Rößler war extra angereist.

Und wer wenn nicht das Gründungsmitglied des Fördervereins kann allerhand über die mittlerweile 20-jährige Partnerschaft des KCPs mit der Securitas berichten. So war die Securitas 1997 der erste Partner des Fördervereins, der damals noch Förderkreis des KCPs hieß, und somit erster Sponsors des Kanu-Vereins. Nachdem die Securitas anfangs als reiner Vereinssponsor auftrat, begann man Anfang der 2000er Jahre die Topathletinnen des Vereins individuell zu unterstützen. Unsere vierfache Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin war die erste, die davon profitierte, ihr folgten mit Fanny Fischer, Franziska Weber und Conny Waßmuth drei Damen, die in ihrer Karriere ebenfalls den sportlichen Olymp bestiegen. Manfred Buhl, der seit 2002 Vorsitzender der Geschäftsführung ist, zeigte hier gemeinsam mit den damaligen Teammanagern Jürgen Eschert und Torsten Gutsche ein goldenes Händchen bei der Auswahl er Schützlinge. Katrins Vertrauen in die Securitas wurde über die Jahre offensichtlich so groß, dass ihre Olympischen Medaillen - in Vitrinen kunstvoll angeleuchtet - an diesem Abend in Berlin bestaunt werden konnten…

Mittlerweile sind mit Sebastian Brendel und Jan Vandrey zwei männliche Top-Athleten in der Förderung der Securitas, die als Bundespolizist bzw. Feuerwehrmann in ihrer späteren Karriere auch weiterhin Partner der Securitas sein können. Wir bedanken uns bei Manfred Buhl für die Einladung und den tollen Abend und hoffen, dass solche geselligen Zusammentreffen mit unseren Sponsoren in Zukunft häufiger möglich sind.

Ronald Verch

Großer Andrang im Luftschiffhafen

Willkommen zu einem Schul-Tag der offenen Tür

Der Nestor der „Kanuspitze“, Günter Welke, hat sich mit seinen gut 80 Lebensjahren symbolisch noch mal auf die Schulbank gesetzt und den „Tag der offenen Tür“ der Sportschule Potsdam besucht. Ein Angebot zum Karnevalsauftakt, das alles andere als närrisch war.

Gezählt hat keiner die Besucher zum „Tag der offenen Tür“ der Sportschule Potsdam am 11. November in der MBS-Arena. Dennoch dürften es mehr als 1300 interessierte Schüler und deren Familienangehörige gewesen sein, die ab 09.30 Uhr von den gut gefüllten Rängen der Mehrzwecksporthalle aus aufmerksam die informativen Ausführungen der Schuldirektorin Iris Gerloff sowie einzelner Lehrer und Sportschüler der Potsdamer Eliteschule des Sports verfolgten.

Potsdamer Sportschule mit 55-jähriger Tradition

Derzeit werden 672 Schüler ab der siebenten Klasse in der auf dem Sportpark Luftschiffhafen ansässigen Sportschule Friedrich Ludwig Jahn von 120 Lehrern, Referendaren und Trainern unterrichtet und betreut. Sie ist die erste deutsche Schule, die den Schülern mit Schulzeitstreckung  ein additives Abitur  anbietet, das von ca. 25% der jährlich etwa 70 bis 80 Absolventen in Anspruch genommen wird.

Der Einblick in die praktizierten Lernmethoden, das abgestimmte Miteinander von Schule, Training und Wettkampf sowie die Möglichkeiten der Freizeitgestalten und der Verbund mit einigen ausländischen Lernstätten war für die Anwesenden am Tag der offenen Tür sicherlich eine wesentliche Unterstützung bei ihrer Entscheidungsfindung zum beabsichtigten Wechsel an die Potsdamer Sportschule.

Eine weitere Motivation dürfte darüber hinaus die beachtenswerte sportliche Bilanz der ehemaligen Sportschüler gewesen sein.  So wurden in den 55 Jahren des Bestehens der Potsdamer Sportschule von den hier  unterrichteten Schülern neben 135 olympischen Medaillen, darunter 75 Goldmedaillen, zahlreiche Titel und Medaillen bei internationalen Meisterschaften errungen. Der Kanu-Rennsport ist dabei die erfolgreichste aller zwölf an der Sportschule vertretenen Sportarten.

Schüler für sportliche Leistungen im Jahr 2017 geehrt

Neben der Auszeichnung der von den Sportschülern selbst auserwählten „Sportlern des Jahres“, die den Sportarten Judo, Schwimmen, Rudern und Fußball angehörten, wurden während der  knapp eineinhalbstündigen Veranstaltung in der MBS-Arena auch einige international besonders erfolgreiche Sportschüler geehrt. Dazu gehörte auch der Kanurennsportler Leonard Busch für seinen Junioren-Weltmeistertitel. 

Detaillierte Einweisung in der Kanuscheune, an Trainings-und Lernstätten

Bis 14.00 Uhr waren die Einrichtungen der Sportschule für alle Interessierten Besucher zugänglich. Darüber hinaus erfolgten separat die sportartspezifischen Einweisungen und Besichtigungen.

Der Beratungsraum in der „Kanuscheune“ auf dem Sportparkgelände erwies sich für den Andrang der Kanusportanhänger als etwas zu klein. Deshalb waren hier bei der ausführlichen Information durch den Landestrainer Michael Tümmler, die Vizepräsidentin des LKV Brandenburg und Lehrerin-Trainerin Petra Welke sowie den Lehrer-Trainer Steffen Miegel zu  den Inhalten der Antragstellung, des Unterrichtes und Trainings sowie der Unterbringung im Internat nebst der Beantwortung von offenen Fragen lediglich die Erziehungsberechtigten der jungen Sportler zugegen.

Zeitgleich zur Gesprächsrunde mit den Erwachsenen machte Nachwuchstrainer Jeffrey Zeidler die künftigen Sportschüler, die zuvor von ihren möglichen neuen Trainingsgefährten im Kanu-Club Potsdam Mara Feilbach und Ben Hanisch ein praktisches Souvenir  der Sportschule überreicht bekamen,  mit den Sportanlagen und Einrichtungen des Landesstützpunktes vertraut. Abschließend nahmen die angereisten Paddeltalente selbst die Möglichkeit wahr, ihren Eltern und Angehörigen das eventuell neue Trainingsumfeld vorzustellen. 

Für etwa zehn Schüler bestehen Einschulungschancen

Bis zur Einschulung am 19. August nächsten Jahres sind jedoch noch einige Hürden zu nehmen. Für die zehn Plätze, die den Kanusportlern in der 7. Klasse ab 2018 zur Verfügung stehen, wurden am Tag der offenen Tür knapp dreimal so viel Interessenten registriert.  Zu den Aspiranten zählten auch sechs bis acht Paddeltalente aus dem Nachwuchsbereich des Kanu - Clubs Potsdam im OSC.

Ende Januar 2018 wird nach Abschluss aller notwendigen Formalitäten (Abgabe der Anmeldungen, Schüler-/ Eltern-/ Lehrergespräch, Schultest, sportpsychologische Eignung und sportmedizinische Untersuchung) endgültig feststehen, wer ab 2018 in die Potsdamer Sportschule aufgenommen und am hiesigen Landesstützpunkt  trainieren wird.

Was macht eigentlich …

In der über 50-jährigen Erfolgsgeschichte des Kanu-Clubs Potsdam gab es viele Athletinnen und Athleten, die zu ihrer Zeit zur internationalen Paddel-Spitze zählten, sowie Trainer, die sie auf ihrem Erfolgsweg begleiteten. Inzwischen ist es oft ruhiger um sie geworden. Da taucht schon mal die Frage auf, wie es ihnen heute geht.

… die Kanu-Großfamilie Fischer?

Von Michael Meyer 

Weihnachten verbringen sie in diesem Jahr an verschiedenen Orten, ehe sie im kommenden Frühjahr gemeinsam den 80. Geburtstag ihrer Mutter beziehungsweise Oma und Uroma Ursula nachfeiern werden. Dann wird sich in ihren Gesprächen wieder vieles um die Erlebnisse der vergangenen Monate und Jahre drehen – und damit fast zwangsläufig auch um den Kanurennsport. Der nämlich spielte und spielt in der Großfamilie Fischer eine bedeutende Rolle. Schließlich haben Birgit Fischer, ihr Bruder Frank sowie dessen Tochter Fanny jahrelang die internationalen Kanurennsport-Spitze dominiert beziehungsweise mitbestimmt.

Und beruflich sind Birgit mit ihrer Firma „Kanufisch“ in Brandenburg (Havel) sowie Frank mit seiner Firma „Kanu-Connection“ in Berlin nach wie vor eng mit dem Paddeln verbunden.

Es muss in dieser Familie ein besonderes Gen geben – ein Gen für den berühmten Fischer-Schlag.

„Unsere Talente spielten sicher eine große Rolle, auch die motorischen“, räumt Frank Fischer ein. „Wir waren alle drei weniger Kraftprotze, sondern eher vernünftige Techniker mit einem guten Last-Kraft-Verhältnis.“ Frank ist vierfacher Kanu-Weltmeister und das zweitälteste Kind des aus Riesa stammenden Karl-Heinz Fischer, der in Dresden selbst ein recht erfolgreicher Rennkanute war, ehe es ihn als Stahlwerker nach Brandenburg an der Havel verschlug. Dort frönte er bei der damaligen Betriebssportgemeinschaft Stahl weiter seiner sportlichen Leidenschaft, dort wuchsen auch seine vier Kinder praktisch im Bootshaus am Havelwasser auf. Doch während Bernd (jetzt 58 Jahre alt) vor allem Gefallen am Segeln fand, stiegen Frank (57), Birgit (55) und Heike (53) ebenfalls ins Kanu; Letztere musste allerdings gesundheitsbedingt schon bald passen.

…Birgit …

„50 Jahre ist es jetzt her, dass ich als Siebenjähriger mit dem Paddeln begonnen habe“, sagt Frank Fischer, der sportlich immer im Schatten seiner Schwester Birgit stand. Sie avancierte mit acht Olympiasiegen und 27 Weltmeistertiteln, viermal Olympiasilber und zehn weiteren WM-Medaillen – erkämpft zwischen 1980 und 2005 – zur erfolgreichsten Kanutin der Welt und erfolgreichsten deutschen Olympiateilnehmerin. Als sie 1980 in Moskau im Einerkajak ihr erstes Olympiagold gewann, war sie seit fünf Jahren Schülerin der Kinder- und Jugend-Sportschule zunächst in Brandenburg und ab 1976 in Potsdam. Frank, der zehn Jahre die Juri-Gagarin-Oberschule in seiner Geburtsstadt besucht hatte, kam im Herbst 1977 als sogenannter Förderkader in den Potsdamer Luftschiffhafen und begann hier eine zweijährige Berufsausbildung zum Fahrzeugschlosser für Schienenfahrzeuge. „Da bin ich eher nebenbei gepaddelt – das war schon eine harte Zeit, in der vom Tag nicht viel übrig blieb“, erinnert er sich. „Als ich anschließend Soldat beim Armeesportklub Potsdam wurde, hatte ich mehr Zeit für meinen Sport – und so kam auch bald der Durchbruch. 1980 war ich schon nahe dran an Olympia, es reichte aber noch nicht ganz. Ein Jahr später hatte ich dann aber die ersten Erfolge.“

Zusammen mit dem Leipziger Bernd Fleckeisen holte sich Frank Fischer 1981 bei den WM in Nottingham im Zweierkajak Silber über 1000 und Bronze über 500 Meter. Ein Jahr später saß er in Belgrad im silbernen Viererkajak der DDR, ehe 1983 seine größte sportliche Stunde schlug: Gemeinsam mit dem Berliner André Wohllebe wurde Frank Fischer in Tampere Zweierkajak-Weltmeister sowohl über 500 als auch über 1000 Meter. „Das war ein Riesenerlebnis, zumal wir damals das erste deutsche Boot überhaupt waren, das beide Strecken gewann“, weiß der Potsdamer noch heute. So hatte er auch beste Chancen auf das Olympia-Ticket im Jahr darauf nach Los Angeles, ehe der Olympia-Boykott des Ostblocks diesen Traum zunichte machte. „Dadurch fand für uns Olympia leider bei einem Ersatz-Wettkampf in Berlin-Grünau statt – das ist das Schlimmste, das du als Sportler erleben kannst“, so Frank Fischer. „Da ist nicht mehr so viel Motivation da.“ 1985 in Mechelen und im Jahr darauf in Montreal paddelte er mit dem DDR-Viererkajak jeweils über 500 Meter noch zweimal zum Weltmeistertitel, außerdem holte er in Montreal mit Wohllebe WM-Silber im K2 über 1000 Meter. „Bis zum Frühjahr 1987 habe ich noch richtig trainiert, aber als dann der Zug für Olympia in Seoul abgefahren war, war Schluss.“ 

… Frank…

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Zumal Frank Fischer da schon Vater war. Gemeinsam mit seiner Frau Sarina Hülsenbeck – 1980 in Moskau Schwimm-Olympiasiegerin mit der Freistil-Staffel der DDR – freute er sich im Spätsommer 1986 über die Geburt ihrer Tochter Fanny; zwei Jahre später folgte deren Bruder Falco. Da betreute Frank Fischer, der zuvor parallel zu seiner Kanu-Karriere Sportpädagogik studiert hatte, als Nachwuchstrainer 14-jährige Mädchen, ehe er Technischer Leiter des zu DDR-Zeiten geheimnisumwitterten Strömungskanal im Luftschiffhafen wurde. Das endete nach der politischen Wende 1990. Frank Fischer wagte daraufhin den Sprung in die Selbständigkeit; er gründete 1991 gemeinsam mit seinem Erfolgs-Partner André Wohllebe und fünf stillen Teilhabern in Berlin die Kanu-Connection Sportartikelhandel und Sportreisen GmbH, die sich in den folgenden 26 Jahren zu einer Institution in der deutschen Kanu-Landschaft entwickelte. „Unser Angebot richtete und richtet sich zwar vorwiegend an die Freizeitsportler, aber wir hatten durch unsere Präsenz bei den Regatten auch immer wieder Kontakte mit dem Rennsport“, sagt Fischer. Das sei durch Wohllebes frühen Krebstod Ende 2014 weniger geworden, „weil ich allein nicht mehr alles schaffe“, so der Potsdamer, der seit fast 20 Jahren in Fahrland wohnt und in seinem Berliner Laden derzeit drei Angestellte hat.

Und der nach wie vor dem Paddeln auch aktiv verbunden ist. Frank Fischer engagiert sich sowohl privat als auch mit der Kanu-Connection im Förderverein des KC Potsdam, dessen Leiter er durch eine Mitgliederwahl ab März 2001 zwei Jahre lang war. Er unterstützt das Regattateam Brandenburg, das die Wettkämpfe auf dem Beetzsee organisiert. Und er schwang und schwingt weiterhin selbst das Paddel. Viermal absolvierte er zwischen 1996 und 2010 im Ausleger das legendäre Molokai-Hoe-Outrigger-Rennen vor Hawaii; bei diesem 72 Kilometer langen Wettstreit auf dem offenen Meer werden in regelmäßigem Abstand zwei der sechs Paddler unter voller Fahrt ausgewechselt. „Das waren Super-Erlebnisse“, schwärmt Frank, der sich damals ebenfalls aus dem Wasser ins Boot schwang beziehungsweise vom Ausleger in den Pazifik fallen ließ. Kanu-Marathons wie der 70-Kilometer-Kanten von Stralsund um die Insel Hiddensee und zurück – bei dem er vor einigen Jahren ebenfalls noch das Paddel schwang – sind ihm mittlerweile zu lang. Nach wie vor aber sind er und Sarina im Urlaub gern mit Boot und Wohnmobil in Skandinavien unterwegs. Und von seinem Wassergrundstück in Ketzin aus paddelt er ab und an hinaus auf die Havel. Kein Wunder, dass der jetzt 57-Jährige immer noch drahtig und athletisch daherkommt. 

…Fanny….

Fanny

In jenem Zeitraum, in dem Frank Fischer unter anderem zwischen den beiden Pazifikinseln Molokai und Oahu unterwegs war, mauserte sich Tochter Fanny im heimischen Potsdamer Luftschiffhafen vom Kanu-Küken zur Olympiasiegerin. „Unsere Kinder waren so wie ich damals mit dem Kanusport aufgewachsen, und Fanny fand solchen Gefallen daran, dass sie ernsthaft dabei blieb“, erinnert sich Frank. „Wir haben sie nicht gedrängt, sondern sie einfach machen lassen. Und als sich dann Erfolge einstellten, auch international, waren wir natürlich stolz.“ Nach Gold und Silber bei Junioren-Europa- sowie Silber und Bronze bei Junioren-Weltmeisterschaften startete Fanny Fischer ab 2005 für den KC Potsdam richtig durch: Damals erpaddelte sie in ihrer ersten Saison in der Leistungsklasse im 200-Meter-Zweierkajak gemeinsam mit ihrer Tante Birgit jeweils Bronze bei den EM in Poznań und den WM in Zagreb; weitere acht WM- und neun EM-Medaillen folgen in den nächsten Jahren. Als Fanny 2007 gemeinsam mit Nicole Reinhardt vom WSV Lampertheim bei den Heim-WM in Duisburg Gold sowohl über 200 als auch über 500 Meter gewann, verfolgten ihre Eltern diesen Triumph von der Tribüne aus mit feuchten Augen. „Das war natürlich auch für uns etwas Besonderes“, gesteht ihr Vater. Und als die Tochter 2008 in Peking gemeinsam mit Nicole Reinhardt, ihrer Klubkameradin Katrin Wagner-Augustin und der Magdeburgerin Conny Waßmuth im K4 über 500 Meter zum Olympiasieg paddelte, knallte auch im Berliner Kanu-Connection-Laden – wo die Eltern gemeinsam mit Freunden die Rennen in Fernost am Bildschirm verfolgten – die Sektkorken.

2009 im kanadischen Dartmouth wurde Fanny im Einer Weltmeisterin mit der deutschen Viermal-200-Meter-Staffel, außerdem im K2 mit Nicole Reinhardt jeweils WM-Zweite über 200 und über 500 Meter. Im Jahr darauf fuhr die Potsdamerin bei den WM in Poznań mit dem K4 noch einmal zu Bronze, ehe sie 2011 just an ihrem 25. Geburtstag und für viele völlig überraschend ihr sportliches Karriere-Ende verkündete. Sie widmete sich fortan ihrem Sporttherapie- und –präventions-Studium an der Potsdamer Uni und gründete mit ihrem Freund, dem Kanu-Olympiasieger und 13-fachen Kanu-Weltmeister Ronald Rauhe eine Familie. Im Juni 2014 kam Sohn Til zur Welt, im September 2015 heirateten die beiden Paddel-Asse, ein Jahr später wurde Leo geboren. 

…Til und Leo…

Fanny, die jetzt Rauhe heißt, widmet sich neben ihrer Tätigkeit Unternehmensbereich Sport und Gesundheit der AOK Nordost nun vor allem daheim in Falkensee ihren Söhnen, während Ehemann Ronny weiter für sportliche Höchstleistungen trainiert und die Olympischen Spiele 2020 in Tokio anstrebt. Es wären seine sechsten Spiele, in denen er bislang je einmal Gold und Silber sowie zweimal Bronze erpaddelte. Dadurch, dass er mit Fanny und ihren Eltern Kanu-Fachleute an seiner Seite hat, „ist das Verständnis für meinen Sport sehr hoch, ebenso wie bei meiner eigenen Familie“, erklärt der 36-Jährige. Er schwingt weiterhin das Paddel, das Fanny seit ihrem Abschied vom Leistungssport nach eigenen Angaben nicht mehr angefasst hat. „Ich habe seit sechs Jahren nicht mehr im Kanu gesessen“, sagt sie. „Und ich habe das gar nicht vermisst, weil mich so viele andere Aufgaben erfüllt haben.“

Nun wird bereits spekuliert, ob auch Til und Leo dieses Gen für den berühmten Fischer-Schlag besitzen und einmal in die Fußstapfen ihres Urgroßvaters, ihres Opas, ihrer Großtante und ihrer Eltern treten werden. „Til hat bereits ein Boot und paddelt schon“, verrät Ronny. „Wir verwehren ihm das nicht, wollen das aber auch nicht fokussieren, zumal er auch im Turnsportverein Falkensee turnt.“ Was die Mama unterstreicht. „Wir werden Til und Leo selbst entscheiden lassen, welchen Sport sie treiben wollen“, sagt Fanny, die sich nun schon auf Weihnachten ganz in Familie freut. Und wenn sich die Fischers und Rauhes im kommenden Jahr bei Uroma Ursula treffen, bringen Birgit und Frank sowie Fanny und Ronald insgesamt zehn Olympiasiege, fünfmal Olympia-Silber und einmal Olympia-Bronze sowie 48 Weltmeistertitel und 26 weitere WM-Medaillen im Kanurennsport mit an den Familientisch. 

DKV-Präsident Thomas Konietzko

Brandenburg ist Herzkammer des deutschen Kanurennsports

Der 10. Verbandstag des Landeskanuverbandes sieht nicht nur hochrangige Gäste. Er wählt ein neues Präsidium, ernennt unsere Helga Mühlberg zum Ehrenmitglied und präsentiert eine beeindruckende Erfolgsbilanz.

Gezählt hat keiner die Besucher zum „Tag der offenen Tür“ der Sportschule Potsdam am 11. November in der MBS-Arena. Dennoch dürften es mehr als 1300 interessierte Schüler und deren Familienangehörige gewesen sein, die ab 09.30 Uhr von den gut gefüllten Rängen der Mehrzwecksporthalle aus aufmerksam die informativen Ausführungen der Schuldirektorin Iris Gerloff sowie einzelner Lehrer und Sportschüler der Potsdamer Eliteschule des Sports verfolgten.

Unter den über 50 Sportverbänden des Landessportbundes Brandenburg ist der LKV mit seinen ca. 3.000 Mitgliedern erst etwa an fünfzehnter Stelle einzuordnen. An den im Wettkampfsport erzielten Medaillen bei Olympischen Spielen und internationalen Meisterschaften gemessen, kann allerdings kaum eine andere Brandenburger Sportart auf ähnliche Erfolge verweisen.
Auf dem 10. Verbandstag des Landes-Kanu-Verbandes (LKV) Brandenburg am 25.11. in Potsdam konnten mit Britta Ernst, Ministerin für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg sowie Thomas Konietzko, Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) und Vizepräsident der Internationalen Kanu - Förderation (ICF), zwei hochrangige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens begrüßt werden. Allein dieser Umstand bezeugt, dass der organisierte Brandenburger Kanusport ein beachtliches Ansehen genießt.

Sportministerin bietet enge Zusammenarbeit an

Es ist somit nicht überraschend, dass  die erst seit etwa zwei Monaten im Amt befindliche Ministerin für BJS in ihrem Grußwort bekannte, sich bereits zuvor mit der Geschichte des Brandenburger Kanusports vertraut gemacht zu haben. Die aus Hamburg stammende Britta Ernst war auch schon als Bildungsministerin in Schleswig-Holstein tätig. Sie betonte, dass die medaillenträchtigen Erfolge der Brandenburger Rennkanuten weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind. Neben den Leistungen der Sportler und Trainer würdigte sie  ebenso die Arbeit des Regattateams Brandenburg Beetzsee bei Sicherstellung zahlreicher Regatten und lobte ausdrücklich die Potsdamer Sportschule hinsichtlich ihres Engagements und der guten Zusammenarbeit mit dem Kanuverband. Nicht unwesentlich war auch der Hinweis von Britta Ernst, dass in der Landesregierung zehn Stellen geschaffen wurden, in denen sich verdienstvolle Sportler/ -innen während und nach dem aktiven Sport beruflich etablieren können. „Es ist schon eine tolle Geschichte, dass die erfolgreiche Potsdamer Kanusportlerin Conny Waßmuth eine dieser Stellen besetzt“, so berichtete sichtlich erfreut die Ministerin. Sie sprach sich für eine enge Zusammenarbeit mit dem LKV Brandenburg aus. 

Brandenburg erweist sich als Herzkammer des Kanu-Rennsports

DKV-Präsident Thomas Konietzko unterstrich in seinem Grußwort, dass der Deutsche Kanu-Verband nur so stark sein kann, wie die Landesverbände und Vereine in der Fläche. „Nicht weil ich Brandenburger bin, sondern deshalb, weil ich damit die Anerkennung der Arbeit des LKV unterstreichen möchte, bin ich zum dritten Mal hintereinander bei einem Verbandstag des LKV Brandenburg zugegen“, wandte er sich an die Delegierten in der Mensa der Potsdamer Sportschule.

Die Mehrzahl der Mitglieder des DKV übe zwar den Kanu-Wandersport aus, seine internationale Anerkennung und Bedeutung verdanke der DKV jedoch vor allem den hervorragenden Leistungen im Kanu-Rennsport,  resümierte  Konietzko. Und im Zusammenhang mit  dem hervorragenden Anteil der dem Kanu-Club (KC) Potsdam angehörenden Brandenburger Rennkanuten bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 bezeichnete er Brandenburg als die „Herzkammer des deutschen Kanu-Rennsports“. Nicht nur die Spitzenathleten, sondern auch die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des LKV Brandenburg fanden die Anerkennung des DKV-Präsidenten. Im besonderen Maße verwies auf den Anteil von Lehrerin-Trainerin Petra Welke (Landesstützpunkt des KC Potsdam) bei der  Heranführung junger weiblicher Canadierfahrerinnen an das Niveau der Leistungsklasse. Im festen Vertrauen darauf, dass der DKV bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio gut abschneiden wird, hofft er auch dort auf den Einsatz der Potsdamer Canadier-Damen.

Im Namen des DKV dankte Thomas Konietzko den wichtigsten Trainern, Vereinsvorsitzenden und  allen ehrenamtlich Tätigen für die geleistete Arbeit. Mit der Aufforderung „Weiter so!“ verband er zudem die Hoffnung: „Das Herz des Kanu-Rennsports möge weiterhin so kraftvoll schlagen, wie zuvor.“ 

Olympische Bilanz von Rio unterstreicht die Leistungsfähigkeit der Potsdamer Rennkanuten

Im Bericht des Präsidiums des LKV Brandenburg und mit dem Rückblick des Präsidenten Michael Schröder auf das Berichtsjahr 2017 konnte auf eine insgesamt erfolgreiche Saison verwiesen werden.

Nicht nur der Anteil an vier Gold-, drei Silber- und einer Bronzemedaille von Athleten des KC Potsdam an der Gesamtbilanz des DKV bei den Olympischen Spielen in Rio unterstrich das Leistungspotenzial der Brandenburger Rennkanuten, sondern auch zahlreiche Medaillengewinne bei internationalen Meisterschaften und nationalen Titelkämpfen. Und das nicht nur bei der Leistungsklasse, sondern auch im Nachwuchsbereich.

Darüber hinaus trugen weitere kanusportliche Veranstaltungen, wie u. a. der Kanusprint und die Wasserspiele in Potsdam sowie Events im Drachenbootsport oder auch die Potsdamer Schlösserfahrt dazu bei, den Kanusport  in der Öffentlichkeit zu präsentieren und Interesse an dieser Sportart zu wecken. Allein der Umstand, dass bei der Umfrage nach den besten Brandenburger Sportlern des Jahres 2016 erstmalig in allen drei Kategorien (weiblich, männlich und Mannschaft) die  Potsdamer Kanurennsportler auf Rang eins gesetzt wurden, unterstreicht deren Wertschätzung seitens der befragten Sportjournalisten. 

Nach der Aussprache zu den Berichten erfolgte die Wahl des Präsidiums, dem für die nächsten vier Jahre folgende Sportfreunde angehören:

Präsident Michael Schröder
Vizepräsidentin olympischer Wettkampfsport Petra Welke
Vizepräsident Kanu-Wandersport  Andreas Zimmer
Vizepräsidentin Verbandsentwicklung und Breitensport     Dajana Pefestorff
Schatzmeister Andrej Phlipp
Jugendwart Steffen Miegel

Helga Mühlberg (KC Potsdam) zum Ehrenmitglied des LKV Brandenburg ernannt

Unter den für ihre Verdienste um den Kanusport im Land Brandenburg auf Beschluss des 10. Verbandstages ausgezeichneten  vier Sportfreunden, die zum Ehrenmitglied des LKV Brandenburg ernannt wurden, zählte auch Helga Mühlberg. 

Günter Welke

Erfolgreiches Wettkampffinale im Luftschiffhafen

Elf Athletik-Titel für den KCP-Nachwuchs

Zu den Athletik-Landesmeisterschaften am 18. November hatten sich 256 Nachwuchspaddler aus 14 Brandenburger Kanuvereinen/ -abteilungen registrieren lassen. An den letzten im Landesmaßstab veranstalteten Wettkämpfen der diesjährigen Saison waren die Jahrgänge 2000 bis 2008 beteiligt. Fast ein Viertel aller jungen Athleten war im Alter von zehn Jahren. Mit 86 Sportlerinnen und Sportlern stellte der vom KC Potsdam betriebene Landesstützpunkt fast ein Drittel aller Teilnehmer.

Sechs Disziplinen waren Bestandteil der Athletikmeisterschaften

Die Medaillenvergabe für die Jahrgangsbesten erfolgte im Ergebnis der Gesamtleistungen aus sechs Disziplinen, die zwei Laufstrecken, drei Kraftdisziplinen und einen Gewandtheitstest  umfassten. Während das nasskalte Wetter keine idealen Voraussetzungen für die Sportlerinnen und Sportler auf der 800 m- bzw. 1500 m-Laufstrecke bot, wurden alle anderen Wettkämpfe unter optimalen Bedingungen in der Halle bestritten. 

Saisonleistungen der für den KV Brandenburger Adler startenden Sportschüler geehrt

Zur Siegerehrung, die von der Vizepräsidentin des LKV Brandenburg Petra Welke, von Landestrainer Michael Tümmler und vom Canadier-Weltmeister Stefan Kiraj am Spätnachmittag durchgeführt wurde, war die Turnhalle der Potsdamer Sportschule durch Aktive, Betreuer und Familienangehörige gut gefüllt. Eine würdige Kulisse, vor der jenen 13-/ 14-jährigen Paddeltalenten der Vereine,  die in der abgelaufenen Saison  für den Kanuverein Brandenburger Adler starteten und eindrucksvolle Leistungen vollbrachten, herzlich gedankt wurde. Den überwiegenden Teil der Aktiven des  KV Brandenburger Adler machten die am Landesstützpunkt Potsdam trainierenden Sportschüler aus. 

Elf Gold- und weitere 19 Medaillen für Potsdamer Paddeltalente

Die Vergabe der Medaillen für die Athletik-Landesmeisterschaften erfolgte in 18 nach Alter und Geschlecht getrennten Gruppen. Unter den Goldmedaillengewinner befanden sich sieben Kanuvereine/ -abteilungen. Die Nachwuchsathleten des Landesstützpunktes Potsdam  konnten je 11 Gold- und Silbermedaillen sowie achtmal Bronze erringen.

Potsdamer Goldmedaillengewinner:

Weiblich
Jahrgang 00      Patricia Schwarz
Jahrgang 01 Charlotte Pietzsch
Jahrgang 02 Cathy Eggert
Jahrgang 04 Justine Böttcher
Jahrgang 05 Susanne Kliemann
Jahrgang 08 Luna Kaiser
Männlich
Jahrgang 03      Felix Kliemann
Jahrgang 06 Mika Francke
Jahrgang 05 Leon Michael Reckzeh
Jahrgang 07 Max Anders
Jahrgang 08 Matwej Genrich

Altersunabhängige Bestleistungen erzielten folgende Potsdamer Nachwuchskanuten:

  • Cathy Eggert: 800 Meter in 2:44 Minuten
  • Justine Böttcher: 30m-Sprint in 3:99 Sekunden und Kugelweitwurf mit 10,48 Metern
  • Patricia Schwarz: Kraft mit 1701 Kpm und 106 Punkten
  • Matwej Genrich 800 Meter in 2:58 Minuten

Günter Welke

Alle Jahre wieder I

Lichterlauf mit großem Teilnehmerfeld

Am Spätnachmittag des 13. Dezembers herrschte auf dem Gelände des Sportparks Luftschiffhafen angesichts des bevorstehenden Jahresendes ausgelassene Vorfreude. Weit über 100 Teilnehmer hatten sich eingefunden, um als Aktive oder Zuschauer den gegen 16.00 Uhr gestarteten Lichterlauf des Bundes- und Landesstützpunktes Kanu-Rennsport vom Kanu-Club Potsdam im OSC mitzuerleben.
Während nebenan die Fußballerinnen des FFC Potsdam unter Flutlicht noch eine Trainingseinheit absolvierten, begaben sich 42 Läuferpaare des KC Potsdam auf die mit Kerzen und Fackeln umsäumte 400 m - Sportplatzrunde, um dreißig Minuten lang mit sportlichen Aktivitäten den Jahresausklang einzuläuten. In dem illustren Läuferfeld waren neben solch erfolgreichen Sportlern/-innen und Paddeltalenten wie u.a. Annika Loske, Ophelia Preller, Clara Thieme, Isabelle Zanin, Finn Eidam und Bennet Weiß auch einige Sportlereltern und die Sprösslinge von Olympiasieger und Weltmeister Sebastian Brendel zu finden. Sowohl die Zweitklässlerin Hanna als auch ihr vierjähriger Bruder Edwin bewiesen in ihrem Eifer, soviel Laufrunden als möglich zu absolvieren, gleichen sportlichen Ehrgeiz wie ihr Vater bei seinen Wettkämpfen.
Mit Vorfreude auf die kommenden Weihnachtsfeiertage im trauten Familienkreis klang das Lichterfest beim Stockbrotrösten vor und beim Zusammenbau von Pfefferkuchenhäuschen in der „Kanuscheune“ aus. Hier war mit Katrin Wagner - Augustin eine der bislang erfolgreichsten Athletinnen des KC Potsdam emsig bemüht, den Kindern und Jugendlichen Hilfestellung beim Gestalten der leckeren Weihnachtsbasteleien (eine Spende der Familie Winkelmann vom Spargelhof in Klaistow) angedeihen zu lassen.
Die älteren Teilnehmer konnten zudem bei einem Gläschen Glühwein den Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt etwas entgegensetzen.

Günter Welke

Alle Jahre wieder II

Sieben Kilometer für den Weihnachtsmann

Bevor sie den Festtagsbraten im familiären Umfeld genießen können, hatten 50 Rennkanuten des Kanu-Clubs Potsdam im OSC  am 16. Dezember etwa  sieben Kilometer beim diesjährigen Weihnachtslauf zurückzulegen.
Vom Sportpark Luftschiffhafen ging es entlang des Schwielowsees quer durch den Wald der Pirschheide bis zur nahe gelegen Ortschaft Geltow und wieder zurück bis vor das Bootshaus. Das glitschige Laub und zwei umgestürzte, quer über den Laufweg liegende Bäume verlangten volle Konzentration von den Teilnehmern, darunter solche in der vergangenen Paddelsaison erfolgreiche Athleten wie Tabea Medert, Annika Loske, Stine Noack und Isabelle Zanin sowie die Brüder Gescö, Tom-Lucas Hinz, Martin Hiller und Florian Köppen. Im Ziel wurden alle Läufer mit einem großen Schokoladen-Weihnachtsmann für die Mühen belohnt.
Weltmeister Jan Vandrey, ebenfalls gemeinsam mit Lebensgefährtin Steffi und Töchterchen Mimi im Croozer unterwegs, wählte allerdings eine kürzere Distanz.
Gleich vier Geschwister wurden unter den Ersten bei der Zielankunft registriert. Den ersten Platz bei den männlichen Teilnehmern belegte Tibor Gescö in 37:20 Minuten und mit 19 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Bruder Tamas Gescö. Als Dritter kam Felix Kliemann vor Tom-Lucas Hinz ins Ziel.
Als erste weibliche Sportlerin beendete Saskia Regorius in 46:29 Minuten und mit einer  Minute Abstand auf die Zweite Sarah Kusch den Weihnachtslauf. Es folgten Isabelle Zanin (Dritte) und Susanne Kliemann (Vierte). 

Günter Welke

Alle Jahre wieder III

Weihnachtspaddeln der Old Boys-Canadierfahrer

Am 17. Dezember stieg eine Trainingsgruppe ins Boot, die Medaillengewinner aus 5 Jahrzehnten vereinte. Olympiasieger, Welt- und Europameister der letzten 50 Jahre, absolvierten ein weihnachtliches Abpaddeln.
Die Idee zu dieser Trainingsgruppe wurde bei der Einweihung unserer "Kanuscheune" geboren. Nachdem wir dann einen Zehner-Renncanadier aus den 1950 Jahren in Wolmirstedt aufgetrieben hatten, der mit großem Aufwand wieder zum Leben erweckt wurde, begann vor 3 Jahren ein regelmäßiges wöchentliches Training. Heute hat es schon eine feste Tradition. In den Wintermonaten wird das Training zwar in den Kraftraum verlegt, doch ein Abpaddeln vor Weihnachten ist inzwischen ein Muss. So auch in diesem Jahr.
Eine große Freude für alle war es, dass unsere Vereinsgaststätte kurz vor Weihnachten seinen Probebetrieb aufnahm. Noch größer war die Freude, als bekannt wurde, dass ein ehemaliger Canadierfahrer, mit den einige der Old Boys in einer Trainingsgruppe gemeinsam trainiert haben, nun der Leiter der Vereinsgaststätte ist. Das Wiedersehen und die Begrüßung nach dem Abpaddeln in der "Kanauscheune" mit einem zünftigen Entenbraten und einem "Lübzer Pils" konnte nicht besser sein. Alle waren sich nach dem Essen einig, das gemeinsame Training der Old Boys hat nicht nur traditionelle Werte, sondern nun auch noch einen Inhalt. 

Jürgen Eschert                

Alle Jahre wieder IV

Vereinskalender 2018

In guter alter Tradition möchten wir euch auch durch das kommende Jahr 2018 begleiten. Den passenden Vereins-Kalender mit tollen Bildern aller Medaillengewinner zu den Welt- und Europameisterschaften aller Altersklassen, des Kanu-Nachwuchses, der Wasserspiele und des Kanalsprints könnt ihr im Januar zur Kanu-Party erhalten. Wir hoffen, er wird euch gefallen und gut durchs Jahr 2018 bringen.

…und NICHT vergessen

Kanuparty 2018 am 19. Januar im SeminarisSeehotel

Andreas Gerlach erinnert: Mitglieder des Fördervereins des Kanu-Clubs Potsdam im Olympischen Sportclub, Partner des Kanusports aus Politik, Wirtschaft und Sport und natürlich unsere Sportlerinnen und Sportler und deren Trainer haben wieder Grund zum Feiern.

Die Kanuparty als Dankeschön für die tollen Leistungen der Aktiven, die im nacholympischen Jahr immerhin neun Medaillen bei der Weltmeisterschaft erpaddeln konnten und für die vielen Unterstützer, wird auch 2018 wieder ein Highlight werden. Unter der fachkundigen Moderation von Jens Herrmann werden wir das Jahr 2017 Revue passieren lassen und einen Blick auf 2018 mit dem Höhepunkt der WM in Portugal werfen.

Für den im Frühjahr 2017 neugewählten Vorstand des Fördervereins war es ein arbeitsreiches, aber doch erfolgreiches Startjahr. Erinnern wir uns gemeinsam an das Anpaddeln, die Himmelfahrtstour, den Kanalsprint oder die Wasserspiele. Neue Wege gibt es für die Erhaltung der Kanuscheune und auch unsere Kanuspitze ist wieder aktiv. So manche Aufgabe gibt es noch zu bewältigen, aber die Stimmung ist gut.

Freuen wir uns gemeinsam auf den 19. Januar, auf die Rückblicke, ein kurzweiliges Kulturprogramm und natürlich auf das themenorientierte portugiesische Büfett des SeminarisSeehotels  und die Torte der Bäckerei Fahland.