Verehrte Mitglieder des Kanuclubs Potsdam
und seines Fördervereins, liebe Kanufreunde,

Sommerzeit ist Zeugniszeit. Doch während in den Schulen die sogenannten Giftblätter traditionell Ende Juni / Anfang Juli übergeben werden, zeichnet sich die kanusportliche Bilanz eines Wettkampfjahres erst Ende August richtig ab. Dann nämlich, wenn in den zwischenolympischen Jahren immer am letzten Wochenende vor Septemberbeginn die Weltmeisterschaften rufen. 

Und genau zwischen Schulschluss in Potsdam und Saisonhöhepunkt im portugiesischen Montemor-o-Velho bewegt sich auch diese Ausgabe der Kanu-Spitze. Wir gratulieren zum Abi, wir hoffen auf Gold und erzählen natürlich auch von alldem, was dazwischen Vereinserfolg im erfolgreichsten Kanusport-Club der Welt ausmacht. 

Das sportliche Lebenszeugnis eines einstigen Potsdamer Kanuten, dass Michael Meyer mit bewährter Feder auch diesmal nachzeichnet, ist schon seit der letzten Kanu-Spitze angezeigt. Den Wolfgang Langes Schützling Gunar Kirchbach gewann am Erscheinungsdatum dieser Kanu-Spitze vor genau 22 Jahren olympisches Gold. Guter Grund für die obligatorische Frage: Was macht denn eigentlich…?  

Und dass auch Vereine im Sommer gute Noten erhalten können, lesen Sie gleich zu Beginn…

Viel Vergnügen mit der „Kanuspitze“ – Anregungen gern über info@kanuteamwork.de

„Sport frei“

Ihr KCP-Fördervereinsvorstand

Der KCP erneut mit Bestnote:

Das „Grüne Band“ nun im Quartett 

Die Jury des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Commerzbank hat über die diesjährigen Auszeichnungen mit dem „Grünen Band für vorbildliche Talentförderung im Verein“ entschieden. Der Kanu-Club Potsdam gehört als Abteilung Kanu-Rennsport im Olympischen Sportclub Potsdam Luftschiffhafen e.V. zu den bundesweit 50 Sportvereinen/-abteilungen, denen von der Commerzbank AG und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) der ab 1986 jährlich verliehene Preis für besonderes Engagement in der leistungssportlichen Nachwuchsförderung 2018 zugesprochen wird. Die Preisvergabe wird  am 17.10. in Berlin stattfinden. 

Seit 1996 wird der KC Potsdam im OSC nunmehr bereits zum vierten Mal mit dieser Auszeichnung geehrt. Damit belegen die Rennkanuten aus dem Luftschiffhafen gemeinsam mit den Slalomkanuten des Kanuclubs Leipzig den Spitzenplatz unter den mehrfach mit den „Grünen Band“ ausgezeichneten Vereinen/ Abteilungen des Deutschen Kanu-Verbandes. Dass die diesjährige  Nominierung seitens des Kanu-Dachverbandes und die Entscheidung der Jury für den KC Potsdam nachhaltig begründet waren, belegen überzeugende Fakten. 

Im Potsdamer Luftschiffhafen bestehen schon jahrelang  zahlen- und leistungsstarke Trainingsgruppen, in denen weit mehr als 40  Kinder - die Jüngsten bereits ab dem dritten Schuljahr - mit dem Kanufahren vertraut gemacht und zu sportlichen Leistungen befähig werden. Die weitere Entwicklung im Potsdamer Landes- und Bundesstützpunkt Kanu-Rennsport sowie das enge Zusammenwirken mit der Sportschule sowie den zuständigen Institutionen, aber auch  ein umfangreiches ehrenamtliches Engagement und Unterstützung bewirken, dass  der KC Potsdam bundesweit zu den erfolgreichsten Vereinen seiner Art gehört. Und das angefangen vom Schülerbereich bis zur Leistungsklasse. 

Allein in den letzten fünf Jahren (2013 bis 2017) gewannen die für den KC Potsdam startenden Junioren fünf internationale Titel und weitere acht Medaillen bei Welt-und Europameisterschaften sowie 92 Medaillen bei Deutschen Meisterschaften (DM). Im Jugendbereich waren es insgesamt 104 DM-Medaillen und bei den 13-/ 14-jährigen Schülern 95 DM-Medaillen. Nicht aufgelistet ist die Vielzahl von Erfolgen bei anderen internationalen Wettkämpfen sowie bei den regionalen und Landesmeisterschaften. 

Zudem dürfen die im genannten Zeitraum erkämpften Erfolge der Leistungsklassensportler, die ebenfalls in der Mehrzahl über die Talentförderung des KC Potsdam ihre sportliche Entwicklung nahmen, nicht ungenannt bleiben. Und das sind immerhin fünf olympische sowie 26 Weltmeisterschafts- und 41 Europameisterschaftsmedaillen. 

Günter Welke

Die KCP – Spitze vor der Saisonprüfung:

Brendel, Weber & Co. trainieren für Portugal

Keine drei Wochen sind es noch bis zum sportlichen Höhepunkt der Kanuten in diesem Jahr. Dann werden bei den Titelkämpfen im portugiesischen Montemor-o-Velho die Kanukönige und -königinnen 2018 gekürt. Wie steht es um die Potsdamer WM-Teilnehmer? Wie stehen ihre Chancen. Der Potsdamer Cheftrainer Ralph Welke gibt die Antworten und einen Ausblick auf die WM.

So langsam wird es ernst. Na gut, ein bisschen Zeit ist noch für den letzten Feinschliff, Verlorenes lässt sich aber nur noch schwer aufholen. Einer ist jedoch noch die Ruhe selbst, der Potsdamer Cheftrainer und Canadier-Bundestrainer für die Herren Ralph Welke. In der für ihn bekannten Art strahlt er eine Mischung aus Entspannung und Zuversicht aus, wenn er von der bevorstehenden Weltmeisterschaft spricht. Er weiß was die Potsdamer Damen und Herren in schmalen Rennmaschinen zu leisten im Stande sind.

Was springt 2018 raus?

„Die große Stärke der Deutschen Nationalmannschaft war immer die individuelle Leistungsentwicklung im Jahresverlauf. Sprich, wenn es am Ende des Jahres zur WM oder Olympia drauf ankam, waren die Deutschen topfit. Darauf bauen wir natürlich auch in diesem Jahr wieder“, gibt sich Welke optimistisch. „Wir wollen in den kommenden zwei Wochen in Duisburg nochmal eine Schippe drauflegen, wenn es um intensive Belastungseinheiten geht, dann geht die Formkurve zur WM eigentlich immer nochmal nach oben, wenn man die Grundlagen vorher gewissenhaft gelegt hat“. Und da macht sich der 58-jährige bei den meisten AthletInnen wenig Gedanken. „Alle sind soweit verletzungsfrei geblieben und haben gut trainiert. Gerade das letzte Grundlagentrainingslager in Kienbaum hat in dieser Hinsicht nochmal viel gebracht.“ Einzig bei Franziska Weber sieht er das Bild ein bisschen anders. „Franzi hat sich in diesem Jahr vor allem auf das Vorankommen in ihrem Bauingenieur-studium an der FH Potsdam konzentriert und war z.B. in Kienbaum nur punktuell mit von der Partie und kann sich erst jetzt voll und ganz auf die WM-Vorbereitung konzentrieren. Das ist zwar für die Wettkampfvorbereitung nicht ideal, aber ich denke, dass Franzi das auf ihre Art kompensieren wird. Sie ist wahnsinnig ehrgeizig und wird im Wettkampf alles aus sich rausholen“, so Welke.

Franzi wird in Portugal einzig im Viererkajak über 500m am Start stehen. Bisher sieht es danach aus, dass sie nicht die einzige Potsdamerin im Boot sein wird. Auch für Conny Waßmuth stehen die Zeichen gut für einen Platz im Deutschen Paradeboot. Laut Ralph Welke steht die endgültige Entscheidung aber noch aus.

Bei den Canadierdamen wird Annika Loske die Potsdamer Farben in der Nationalmannschaft vertreten. Sie startet im Einercanadier über 500 und 5000m. Sebastian Brendel wird es ihr in der Wahl der Strecken gleichtun, auch auf einen Start auf seiner Paradestrecke über 1000m verzichtet er selbstverständlich nicht. Jan Vandrey startet im C4 500m, Stefan Kiraj im C1 200m.

Größere Veränderungen stehen noch bei den Kajak-Herren an. „Ronny Rauhe ist natürlich im Vierer-Kajak über 500m gesetzt, ob eventuell noch ein weiterer Start hinzukommt, wird sich erst in den nächsten Tagen klären“, erläutert Welke. „Tamas Gecsö wird auf jeden Fall im K4 über 1000m am Start stehen, hinter dem WM-Start von Timo Haseleu und Felix König steht jedoch noch ein großes Fragezeichen“.

Wie sieht der Fahrplan bis zur WM aus?

„Am Sonntag reisen wir zur Unmittelbaren Wettkampfvorbereitung (UWV) in Duisburg an“, erklärt Ralph Welke. „Dort holen wir uns dann bis zum 20. August den letzten Feinschliff vor der WM. Gerade für die Mannschaftsboote ist das nochmal eine gute Zeit um sich optimal auf einander einzustellen und die Rennabläufe zu trainieren, der letzte Wettkampf ist dann schließlich schon zwei Monate her“. Die Anreise nach Portugal erfolgt am 21.8.

Und vor Ort?

„Vor Ort hoffen wir dann auf faire Bedingungen. Wer die Strecke kennt der weiß, der Wind bläst häufig kräftig und meistens von rechts, das kann das Feld dann schon ordentlich durcheinander wirbeln und manchen um den verdienten Lohn bringen. Aber wir wollen den Teufel nicht schon an die Wand malen“, sagt Welke.

Bleiben die Ziele?

„Ziel ist es, dass die Potsdamer AthletInnen einen kompletten Medaillensatz gewinnen, sprich einmal Gold, einmal Silber, einmal Bronze“ gibt der ehemalige Kajakfahrer die Marschroute vor. „Wir wissen jedoch auch, dass es sportlich ein schwieriges Jahr wird in die Weltspitze immer enger zusammenrückt“, gibt er zu bedenken. Nichtsdestotrotz freut er sich bereits auf ein paar ganz heiße Duelle. „Basti wird alles daran setzen seinem tschechischen Dauerrivalen Martin Fuksa beim Jahreshöhepunkt zu zeigen wer der Chef der 1000m-Strecke ist. Und auch auf das 500m-Rennen der Kajak-Herren bin ich gespannt. Die Spanier sind ein verdammt starkes Boot, aber die knappe EM-Niederlage werden die Jungs um Ronny Rauhe nicht auf sich sitzen lassen“

Wir sind jedenfalls genauso gespannt auf die bevorstehenden Weltmeisterschaften wie der Potsdamer Cheftrainer und wünschen allen Potsdamer AthletInnen, dass sie auch in den letzten Wochen vor der Weltmeisterschaft gesund bleiben, nochmal ihre ganze Kraft in die WM-Vorbereitung stecken können und dann natürlich – maximale Erfolge in Montemor-o-Velho! Wir drücken euch die Daumen!

KCP: Was macht eigentlich…  

In der über 50-jährigen Erfolgsgeschichte des Kanu-Clubs Potsdam gab es viele Athletinnen und Athleten, die in ihrer Zeit zur internationalen Paddel-Spitze zählten, sowie Trainer, die sie auf ihrem Erfolgsweg begleiteten. Inzwischen ist es oft ruhiger um sie geworden. Da taucht schon mal die Frage auf, wie es ihnen heute geht.

…..Gunar Kirchbach ?

von Michael Meyer 

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Durch die Kanu-Spitze weiß Gunar Kirchbach immer, was in seinem alten Klub aktuell los ist. Der in Leipzig tätig Trainer erhält die monatliche Internetzeitung des Vereins nämlich als Ehrenmitglied des KC Potsdam. Jenes Klubs, für den der heute 46-Jährige einst Olympia-Gold und zwei Weltmeistertitel gewann.

Kirchbachs Sternstunde schlug vor genau 22 Jahren, am 3. August 1996, als der damalige Potsdamer Kanute in Atlanta im Zweier-Canadier gemeinsam mit dem Neubrandenburger Andreas Dittmer Olympia-Gold über 1000 Meter gewann. „An jenes Finale kann ich mich noch erinnern, als sei es erst gestern gewesen“, erzählt Gunar Kirchbach. „Es war an dem Tag richtig heiß, etwa 40 Grad, als wir beide an der Tribüne mit 40 000 Zuschauern vorbei zum Start gepaddelt sind. Anders als sonst haben wir dort nichts gesagt, aber als es endlich losging, hatten wir gleich ein gutes Gefühl. Die beiden Rumänen waren zwar erst erschreckend weit weg, aber als wir zu unserem Endspurt angesetzt haben, merkten wir dass ihre Kräfte nachließen.“ So rauschten Dittmer/Kirchbach am Ende vor Gheorghe Andriev/Grigore Obreja und den Ungarn György Kolonics/Csaba Horvath zum Olympia-Triumph. „Wir waren da wie im Tunnel, und das Gefühl nach dem Olympiasieg war unbeschreiblich, obwohl mir der Kopf brummte und meine Beine völlig fest waren“.

Dieser Erfolg mit Andreas „Stifty“ Dittmer war nicht das erste gemeinsame Erfolgserlebnis des Brandenburgers. „Wir sind schon als 15-Jährige zusammen gefahren“, erinnert sich Gunar Kirchbach, der in Fürstenwalde aufwuchs und von dort als Fünftklässler an die Potsdamer Kinder- und Jugendsportschule kam – als Schwimmer. Zwei Jahre später, als sich für ihn in dieser Sportart keine glorreiche Zukunft abzeichnete, wurde der athletische Bursche zu den Paddlern geschickt; zunächst zur ASG Geltow. „Dort wurde ich gleich in den Canadier gesteckt, weil man einen Linksschläger für den dort schon trainierenden Rechtsschläger brauchte“, so der mittlerweile leicht ergraute Schwarzschopf.

Eine weise Entscheidung, wie sich zeigen sollte, denn nach seinem Wechsel 1985 zum damaligen ASK „Vorwärts“ Potsdam reifte Kirchbach  zunächst unter den Fittichen des jetzigen Potsdamer Cheftrainers Ralph Welke und dann unter der Regie Jochen Zühlkes, Helmut Sengers und schließlich Wolfgang Langes zum Weltklasse-Athleten. Gemeinsam mit Rechtsschläger Dittmer wurde er 1989 im C2 Junioren-Weltmeister über 500 Meter und JWM-Zweiter über den Kilometer, bevor das Duo fünf Jahre später bei den Weltmeisterschaften in Mexiko-City mit 1000-Meter-Gold vor den Zweier-Canadiern Ungarns und Polens ihr erstes großes internationales Meisterstück ablieferten. Ein Jahr davor in Kopenhagen hatte es mit Bronze über 500 Meter seine erste internationale Medaille in der Leistungsklasse erpaddelt. 1995 wurden Dittmer/Kirchbach jeweils WM-Dritte über beide Strecken, ehe sie 1996 ihre gemeinsame Laufbahn in Atlanta krönten. 

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„Das erste WM-Gold ist immer besonders schön“, meint Gunar Kirchbach, der aber auch den 1997 zusammen mit Matthias Römer im kanadischen Dartmouth gewonnenen WM-Titel über den Kilometer sehr zu schätzen weiß. Der sei für ihn eine wichtige Bestätigung gewesen. „Als Stifty nach unserem Olympiasieg in den Einercanadier wechselte, war das für mich nach unserer langen gemeinsamen Zeit schon komisch, denn ich wusste nicht, ob es mit einem anderen Bootspartner auch so gut klappen würde“, erzählt Kirchbach, der 1997 außerdem ein Wirtschaftsingenieur-Studium in Wildau begann. Diese Doppelbelastung von Studium und Training an zwei verschiedenen Orten gelang aber längerfristig nicht so gut wie erhofft. „Die Saison 1998, in der ich mit dem Vierer-Canadier WM-Vierter wurde, genügte meinen eigenen Ansprüchen nicht mehr“, erklärt Gunar Kirchbach. Im Jahr darauf setzte er ein halbes Jahr aus, und als es für ihn dann 2000 mit der Olympia-Qualifikation nicht klappte, stellte er das Stechpaddel in die Ecke. Im Jahr darauf beendete Kirchbach sein Studium in Wildau. „Und als ich am 11. September dort mein Diplom erfolgreich verteidigt hatte und nach Hause kam, sah ich im Fernsehen, wie in New York gerade die Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers flogen“, weiß er immer noch.

Da Gunar Kirchbach trotz mehrerer Praktika keinen Job in seinem erlernten Beruf fand, besann er sich schließlich auf sein sportliches Know-How. Er machte in Potsdam die C-Trainer-Lizenz, erwarb dann beim Deutschen Kanu-Verband die B- und schließlich die A-Lizenz und begann am 1. Januar 2004 beim Sächsischen Landeskanuverband als Trainer. Inzwischen ist Kirchbach in Leipzig heimisch geworden, wo er im Stadtteil Schleußig mit seiner Lebensgefährtin Yvonne und drei Kindern lebt und im SC DHfK Leipzig als Coach arbeitet. Er betreute dort beispielsweise Robert Nuck und Stefan Holtz und führt 2017 den früheren Potsdamer Peter Kretschmer in Racice zum WM-Titel im 1000-Meter-Zweiercanadier; sein bisher größter Erfolg als Trainer. Als DKV-Coach gibt er sein Wissen beispielsweise aber auch an Potsdamer Canadier-Asse wie Jan Vandrej und Stefan Kiraj weiter. Und in den vergangenen Wochen und Monaten gehörten die Potsdamer Fabian Schatz, Florian Köppen, Tom-Lucas Hinz und Roar Hennecke zu den Stechpaddel-Talenten, die sich auch unter Kirchbachs Regie auf die Junioren-Weltmeisterschaften Ende Juli in Plovdiv vorbereiteten.

Diese Titelkämpfe sind nun Historie, so dass Gunar Kirchbach jetzt erst einmal Urlaub machen kann. Mit der Familie ging es in die Uckermark, um zu relaxen und Kräfte für die kommende Saison zu tanken. Aber auch in dieser Zeit kommt der einstige Potsdamer nicht ganz von seinem Sport los. „Seit einigen Jahren habe ich ein Faltboot, das wir im Urlaub meist dabei haben, um mit der Familie zu paddeln  – auch jetzt in der Uckermark“, so der Olympiasieger von Atlanta. Der auch diese aktuelle Kanu-Spitze nutzen will, um zu erfahren, was in seinem Ex-Klub so los ist. 

Der KCP – Nachwuchs in Bulgarien: 

Fünf WM-Medaillen in Plovdiv 

Die zweitgrößte Stadt Bulgariens (knapp 350.00 Einwohner) empfing die Nachwuchskanuten (U23 und Junioren) aus 66 Nationen zu deren diesjährigen Weltmeisterschaften.. Auf der Regattastrecke am Fluss Mariza wurden vom 27.-29. Juli insgesamt 36 Wettkämpfe um Titel und Medaillen ausgetragen. 

Im Gesamtresultat erwies sich Ungarn mit 10 Titelgewinnen als der erfolgreichste nationale Kanuverband. Überraschend stark paddelte der kanadische Nachwuchs zu sechs Goldmedaillen, während der Deutsche Kanu-Verband (DKV) und Weißrussland jeweils vier WM-Titel für sich verbuchten. 

Keine Potsdamer Medaillen bei den U23

In dieser Altersklasse waren mit jeweils vier WM-Titeln und je einer Silber- und Bronzemedaille Deutschland und Ungarn gleichauf. Die beiden Potsdamer Starter waren aber nicht unter den Medaillengewinnern. So gelangte Saskia Regorius im K4 der Damen über 500m nur um 0,16 Sekunden von der russischen Crew geschlagen auf den undankbaren vierten Platz. Und Finn Eidam verpasste im K1 über 1000 m den Endlauf, gewann allerdings witterungsbedingt das B-Finale jedoch in einer Zeit, die ca. sieben Sekunden schneller war, als die des späteren Titelgewinners. 

Martin Hiller mit zweimal Silber leistungsstärkster Potsdamer Junior

Bei den Junioren konnte das DKV-Team keinen WM-Sieg erzielen, holte aber jeweils vier Silber- und Bronzemedaillen. Fünfmal hatten an dieser Medaillenbilanz die neun teilnehmenden Potsdamer Junioren Anteil. Als zweifacher Silbermedaillengewinner erwies sich dabei Kajakfahrer Martin Hiller als erfolgreichster Potsdamer Nachwuchspaddler. Er belegte sowohl im K1 über 1000 m hinter Tibor Kos (Ungarn) ebenso den zweiten Platz, wie zusammen mit seinen Clubgefährten Leonard Busch und Jonas Schmitt sowie dem Magdeburger Moritz Florstedt im K4 über 500 m hinter dem tschechischen Siegerboot. Die drei Potsdamer Bronzemedaillen gingen auf das Konto der Canadierfahrer. Im C1 über 200 m gelangte Fabien Schatz zeitgleich mit dem weißrussischen Boot auf den dritten Rang, während Roar Benecke im C1 über 1000 m zu WM-Bronze fuhr. Beide Potsdamer gewannen zudem noch einmal Bronze gemeinsam mit ihren Clubkameraden Florian Köppen und Tom-Lucas Hinz im C4 über 500 m. 

Weitere insgesamt vier Potsdamer Finalplatzierungen

Darüber  hinaus erreichten die Kanujunioren aus dem Luftschiffhafen mit Hannah Blechschmidt (7. im K2/ 500 m und 9. im K1/ 1000 m), Isabelle Zanin (8. im C1/ 200 m) und Florian Köppen/ Tom-Lucas Hinz (8. im C2/ 1000 m) noch vier weitere Finalplatzierungen. 

Günter Welke

Der KCP - Nachwuchs in Italien: 

Zwei EM-Medaillen in Auronzo 

Bei den U23-/Junioren-Europameisterschaften im Kanu-Rennsport vom 29.06.-01.Juli in Auronzo di Cadore/Italien waren  fast 700 Sportler/-innen von  33 nationalen Kanuverbänden vertreten. Sechs Nachwuchskanuten des KC Potsdam waren am Start. 

Die Auswahlmannschaft des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) war mit einer Auswahl von insgesamt 25 Sportlerinnen und Sportlern, darunter sechs Nachwuchsathleten des Kanu - Clubs Potsdam im OSC (Fabian Dittrich/ U23 sowie die Junioren Katharina Diederichs, Stine Noack, Patricia Schwarz, Elias Kurth und Jannek Weßel) vertreten. Die Medaillenausbeute fiel diesmal nicht wie gewohnt aus, denn ein Sieg sollte sowohl im U23- als auch Juniorenbereich nicht gelingen. Letztlich standen für die DKV-Mannschaft insgesamt eine Silber- und zwei Bronzemedaillen (alle Junioren) zu Buche. 

Potsdamer Junioren-Paddler Kurth gewinnt zwei EM-Medaillen

An einer Silber- und Bronzemedaille war der Potsdamer Kajakfahrer Elias Kurth beteiligt. So im K4 über 500 m, wo der zweite Platz zeitgleich mit dem russischen Boot und nur siebenzehntel Sekunden hinter dem Siegerboot aus Weißrussland erreicht wurde. Und im K2 über 1000 m paddelte Elias Kurth zusammen mit seinem Berliner Partner Mauritz Hennis zu Bronze. 

Drei weitere Potsdamer Finalplatzierungen

Weitere Finalplätze belegten bei den Juniorinnen Katharina Diederichs im K2 über 500 m (5. Platz) und gemeinsam mit Stine Noack im K4 über 500 m (6. Platz). Mit seinem vierten Rang im C2 über 1000 m verfehlte der Potsdamer Fabian Dittrich bei den U23 gemeinsam mit dem Magdeburger Felix Gebhardt die Bronzemedaille nur um eine gute zehntel Sekunde. 

Günter Welke

KCP -  „Bootsgeflüster“:

Seit seinem Rücktritt vom Leistungsport gehört Ronald Verch zum Redaktionsteam der Kanuspitze. Als ehemaliger Weltmeister hat er das Ohr am Kader und veröffentlicht sein Wissen regelmäßig im „Bootsgeflüster“. Heute:

Blaue Beeren für Basti und Jan

Für Spargel ist der Hof von unserem Sponsor Ernst-August Winkelmann und seinem Partner Jörg Buschmann seit fast einem Vierteljahrhundert bekannt, Heidelbeeren kamen erst danach ins Angebot des Klaistower Hofes. Und wie der Spargel sind auch sie eine Erfolgsgeschichte - und das nicht nur für den Hof. Seit 2015 sind sie fester Bestandteil des Angebots im „Deutschen Haus“ bei Weltmeisterschaften, sorgt Ernst-August Winkelmann doch persönlich für die Lieferung an die jeweilige WM-Strecke. Und so liegt es natürlich nahe, dass unsere Spitzenathleten die Eröffnung der Heidelbeersaison auf dem Spargelhof in Klaistow in diesem Jahr begleiteten. Neben den Olympiasiegern Sebastian Brendel und Jan Vandrey war auch reichlich politische Prominenz wie die Referenten Eduard Krassa (Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft), Christian Stein (1. Beigeordneter Landkreis Potsdam-Mittelmark), Bernhard Knuth (Bürgermeister Beelitz) und Dr. Klaus Henschel (Präsident des Gartenbauverbands) Ende Juni vor Ort, um die „Blaue Saison“ willkommen zu heißen. Bei so viel Prominenz kann die Ernte der Beeren ja nur üppig ausfallen.

KCP - Die Jüngsten: 

Paddelnachwuchs bei Sportspielen am erfolgreichsten 

Unter den nahezu 170 Nachwuchskanuten (Jahrgänge 2006 bis 2009) aus 15 Brandenburger Kanuvereinen/-abteilungen, die sich am 30. Juni an den XII Kinder- und Jugendsportspielen auf dem Regattagelände Beetzsee beteiligten, erwiesen sich die Paddeltalente vom Kanu-Club Potsdam im OSC und von der Kanuabteilung des Blau Weiß Wusterwitz am erfolgreichsten. Acht junge Potsdamer glänzten dabei mit lobenswerten Paddelleistungen  

Im Mehrkampf, der neben vier athletischen Disziplinen ein 2000 m-Rennen beinhaltete, zeigte der KC Potsdam eine beachtenswerte geschlossene Leistung. Der jüngste Potsdamer Paddelnachwuchs belegte im Ergebnis aller Altersklassen in der Vereinswertung mit 94 Punkten den ersten Platz vor BW Wusterwitz (34) und WS PCK Schwedt (31). 

Insgesamt gewann der KC Potsdam in der Einzelwertung des Mehrkampfes 6 Gold-, 4 Silber- und 3 Bronzemedaillen. Als Potsdamer Mehrkampf-Einzelsieger in  ihrer Altersklasse wurden Milo Kaiser, Bennet Kärger, Matwej Genrich, Luise Engel, Tjark Stebe und  Max Anders geehrt. Jeweils einen zweiten Platz belegten Mika Francke, Finley Schüler, Tara Orphal und Gabriel Iffert. Und mit einer Bronzemedaille wurden Luis Wodarz, Luna Kaiser und Carlotta Loske ausgezeichnet. 

Bei den 2000 m-Rennen im Boot konnten sich vor allem Matwej Genrich, Mika Francke, Milo Kaiser, Max Anders, Gabriel Iffert, Luise Engel, Tara Orphal und Max Kaulfürst mit sehr guten Paddelleistungen in ihrer jeweiligen Altersklasse besonders gut in Szene setzen. 

Günter Welke

Der KCP macht Schule: 

Sechs Kanu-Sportschüler erhielten Abiturzeugnis 

Am 29.Juli erfolgte während einer Feierstunde im Potsdamer Nikolaisaal nach erfolgreich abgeschlossenen Prüfungen die Übergabe der Abiturzeugnisse an die diesjährigen Absolventen der Sportschule Friedrich Ludwig Jahn. 

Unter den Sportschulabsolventen befanden sich auch die sechs Kanusportler/-innen Clara Thieme, Saskia Regorius, Gregor Rosenhahn, Pauline Rybarz, Kay Hildebrandt und Nils Wilhelm. 

Diesen Absolventen gratulieren alle Sportler/-innen und die Trainer des Bundes-/ Landesstützpunktes Kanu-Rennsport Potsdam sowie die Mitglieder des Kanu-Clubs Potsdam im OSC und des Fördervereins zu dem erreichten Abiturabschluss. Die Gratulation ist verbunden mit den besten Wünschen für die anschließende berufliche Entwicklung bzw. das Studium und bei einigen der Abiturienten ebenso mit weiteren sportlichen Erfolgen. 

Die Kontinuität der Nachwuchsförderung wird ebenso an der Anzahl der jährlich an der Sportschule Friedrich Ludwig Jahn aufgenommenen Schüler sichtbar. So wurden zwischen 2013 und 2017 insgesamt 31 Potsdamer Paddeltalente als neue Sportschüler begrüßt. 

Günter Welke


Danke für Ihr Interesse.
Die nächste Kanuspitze erscheint am 31. August.