Verehrte Mitglieder des Kanuclubs Potsdam
und seines Fördervereins, liebe Kanufreunde,

Der Februar war recht mild, fast schon frühlingshaft. Nichtsdestotrotz packte unsere Athletinnen und Athleten der Leistungsklasse das Fernweh und sie machten sich auf sich in wärmeren Gefilden die nötige Power für 2019 zu holen. Einen besonderen Trainingslagerbericht von Finn Eidam gibt es bereits hier:

Einer der das ständige Reisen nur zu gut kennt und sich vielleicht auch mal einen Sonnenbrand in der Ferne geholt hat ist Tim Wieskötter. Seinen letzten Wettkampf bestritt er bereits 2019, aber was macht er heute Michael Meyer hat ihn getroffen.

Und was steht sportlich 2019 an? Und warum ist das vorolympische Jahr bereits so bedeutsam? Günter Welke und Ronald Verch gehen dem auf den Grund

„Halt! Stehen bleiben! Polizei!“, so wird sich bald Kay Hildebrand Gehör verschaffen. Er ist der erste Kanute in der Sportförderung der Landespolizei Brandenburg. In der Kanuspitze berichtet er von seinen ersten Monaten.

Termine, Termine, Termine ... nichts soll vergessen werden, manchmal geht auch was schief. Hier wird auf Alles aufmerksam gemacht.

„Das Schönste, was ein Mensch hinterlassen kann, ist ein Lächeln im Gesicht derjenigen, die an ihn denken.“

Zum Tod von Dr. Rainer Opitz. Ein Nachruf von Dr. Jörg Krause

Aber zum Schluss noch mal freudige Neuigkeiten. Wolfgang Lange ist wieder auf dem Weg der Gesundung und wird sicher bald wieder im Bootshaus nach dem Rechten sehen. Die gute Seele des Vereins bekam in seinem Lazarett  Besuch von Ellen und Micha Sander.

 

Viel Vergnügen mit der „Kanuspitze“ – Anregungen und Artikel gern über info@kanuteamwork.de

Sport frei!

Ihr KCP-Fördervereinsvorstand

Trainingslagerberichte

Der Kälte des Februars entkommen um in wärmeren Gefilden die Grundlage für die neue Saison zu legen. So ist es mittlerweile Gang und Gebe im Kanurennsport - so auch in diesem Jahr. Florida und Portugal hießen wieder die Ziele, und unsere Athleten berichten. Die Jüngsten zog es hingegen noch mal auf die Bretter.

Welcome to Florida - Warmwassertrainingslager der deutschen Kanu Nationalmannschaft

Drei Wochen harter Arbeit, unter der Sonne Floridas sind nun absolviert - von langen Ausdauereinheiten auf dem Banana River bis zu schweißtreibenden Krafteinheiten im „Beach Bodies“.

Vom zweiten bis 25. Februar hieß es der nass-kalten Luft in Deutschland zu entkommen und die guten Wetterverhältnisse in Florida für die ersten kraftvollen Paddelschläge des neuen Jahres zu nutzen. Zusätzlich zu unserer fünfköpfigen Crew gehörte Sophie Koch, Karlsruhe sowie Lisa Jahn, Berlin angeführt von unseren Trainer Lars Kober.

Ziel dieses Trainingslagers war vor allem das Gefühl für Boot und Wasser wieder zu bekommen, aber auch eine gewisse Grundstabilität und- ausdauer für die kommende vorolympische Saison aufzubauen. Denn dieses Jahr geht es um die Qualifikation im C1 200m sowie C2 500m für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Gesamt können bis zu zwei Quotenplätze bei der Weltmeisterschaft in Szeged, Ungarn eingefahren werden.

Aus diesem Grund versuchte unsere Truppe auf dem Wasser sowie im Kraftraum Alles aus sich herauszuholen und vielleicht schon jetzt an dem nötigen i-Tüpfelchen für die Saison 2019 zu arbeiten. Bei einer durchschnittlichen Temperatur von 25 Grad konnten daher viele Wassereinheiten gut umgesetzt werden. Dabei erfreut sich der Banana River bei Kanuten größter Beliebtheit. Neben der deutschen Nationalmannschaft trainierte auch ein großes internationales Team, bestehend aus den Mannschaften aus Canada, Frankreich und Tschechien, auf diesem Fluss. Bedingungen die manchmal viel Kraft gekostet haben, aber auch eine gute Vorbereitung für immer sehr stark befahrene Einfahrkanäle bei Europa- und Weltmeisterschaften sind.

Neben all der harten Arbeit, darf natürlich auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Ein besonderes Highlight bot daher ein kleines Go-Kart Rennen gegen Sportler der kanadische Nationalmannschaft. In einem kleinen Freizeitpark konnten wir unsere Fahrkünste unter Beweis stellen.

Letztlich jedoch holte uns die tägliche Routine immer wieder ein. Schlafen, essen, trainieren- und das ganze wieder von vorn. Auch wenn wir im sonnenverwöhnten Florida unsere ersten Paddelschläge setzen durften, viel von der Umgebung lässt sich nicht genießen. Trotzdem sind wir stolz darauf, die drei Wochen verletzungsfrei und mit einer Vielzahl von persönlichen Verbesserungen absolviert zu haben. Nach einer Woche Regenerationstraining auf heimischem Gewässer in Potsdam, geht es auch schon wieder weiter in das nächste Trainingslager nach Sabaudia, Italien. Die letzten Vorbereitungen für die anstehenden nationalen Qualifikationen in Duisburg Anfang April laufen. Wir sind bereit!

Von Ophelia Preller und Annika Loske

Trainingslager Mertola 2019

In diesem Jahr organisierte der Deutsche Kanu-Verband vom 04. – 18.-02.19 für einige U23-Fahrer und –Fahrerinnen ein Auftakt-Trainingslager im portugiesischen Mertola. Ziel war es das Grundlagenausdauer-Niveau zu verbessern und die ersten Schritte in Richtung der nationalen Sichtungen zu gehen. Erstmals konnten auch die Canadier-Damen zusammen mit dem gesamten Team daran teilnehmen.

Unter den 32 Sportlern und Sportlerinnen wurden auch neun Aktive des KC Potsdams eingeladen. Aus jeder Disziplingruppe war jeweils mindestens ein Sportler mit dabei. Doch es wäre kein Training ohne engagierte Trainer möglich gewesen. Clemens Paarmann (Kajak-Herren) und Jirka Letzin (Canadier-Damen) haben uns mit den Trainerkollegen aus Leipzig und Karlsruhe engagiert unterstützt.

Ich bin mir sicher, dass ich für alle Teilnehmer/innen spreche, wenn ich sage, dass wir ein sehr schönes und erfolgreiches Trainingslager absolvieren konnten. Wir hatten mit dem Hotel insgesamt die besten Voraussetzungen die man sich vorstellen kann. Kraftraum, Verpflegung und Zimmer waren einfach top.

Genauso das Wetter… es war über die gesamte Zeit schön warm (bis zu 20°C mit viel Sonne). Vormittags zwar noch etwas frisch, kam dann aber sehr schnell die wärmende Sonne hoch und sorgte bei dem ein oder anderen für kleinere Rötungen der Haut.

Bei Verspannungen, kleineren Verletzungen und Wehwehchen konnten wir auf einen Physiotherapeuten zurückgreifen. Das half gerade in den belastungsintensiven Einheiten. Vielen Dank in diesem Sinne an Ralf Lewandowski aus Kienbaum.

Insgesamt lässt sich definitiv eine positive Bilanz aus dem Wärmetrainingslager ziehen. Wir nehmen viele Erfahrungen und Eindrücke aus dem Trainingslager mit nach Hause und bedanken uns in diesem Zusammenhang bei allen Förderern die uns diesen Aufenthalt ermöglicht haben. Am 04. März geht es nun für weitere zwei Wochen am gleichen Ort in die nächste Runde. Dort gilt es dann, den Feinschliff für die anstehenden Qualifikationen zu holen.

von Patricia Schwarz und Clara Thieme

Erlebnisreicher Trainingslehrgang der Schüler in Garmisch-Partenkirchen

Das Team #WirfürMorgen des Kanu Club Potsdam reiste auch für die Saisonvorbereitung 2019 mit einer Auswahl an Schüler B in den Skiort Garmisch-Partenkirchen, um dort die Kondition zu verbessern.

Untergebracht im Sport-Quartier, direkt an der Olympiaschanze, genossen wir das traumhafte Wetter bei Trainingseinheiten auf Ski (der Skischule Garmisch-Partenkirchen), beim Rodeln, bei einer Wanderung in die Partnachklamm, einem aufregenden Nachmittag in der Chocolaterie Amelie, einem Ausflug ins Schwimmbad in Österreich und einem bayerischen Abend mit unseren Sportsfreunden der SG Einheit Spremberg.

Eine tolle Woche liegt hinter uns, die uns für die Paddelsaison motivieren wird.

von Jeffrey Zeidler

Was macht eigentlich … Tim Wieskötter?

In der über 50-jährigen Erfolgsgeschichte des Kanu-Clubs Potsdam gab es viele Athletinnen und Athleten, die zu ihrer Zeit zur internationalen Paddel-Spitze zählten, sowie Trainer, die sie auf ihrem Erfolgsweg begleiteten. Inzwischen ist es oft ruhiger um sie geworden. Da taucht schon mal die Frage auf, wie es ihnen heute geht. Beispielsweise Tim Wieskötter?

Ein paar Tage noch, dann hat Tim Wieskötter einen Punkt in seinem Leben erreicht, der den einen reichlich schnuppe ist und den andere als besonderen Einschnitt sehen – am 12. März wird der frühere Weltklasse-Kanute des KC Potsdam 40 Jahre jung. „Ach, ich sehe das realistisch. Schließlich hatte ich tolle und spannende erste vierzig Jahre“,  sagt Wieskötter, der in seiner sportlichen Karriere neben Olympia-Gold, -Silber und -Bronze auch elf Welt- und 15 Europameisterschafts-Medaillen erkämpfte. Immer gemeinsam mit Ronald Rauhe, mit dem er im Zweierkajak über 500 Meter zwischen 2001 und 2008 bei allen internationalen  Titelrennen ungeschlagen blieb – bis zu Olympia 2008, als die beiden im Shunyi Park von Peking 0,091 Sekunden – umgerechnet 51,3 Zentimeter – hinter den Spaniern Saúl Craviotto und Carlos Pérez ins Ziel rauschten. Da der 500-Meter-Zweierkajak anschließend aus dem  Olympia-Programm gestrichen wurde, platzte das bisherige Erfolgsduo. Ronny widmete sich fortan dem Sprint, während Tim mit dem 1000-Meter-Vierer 2012 in London seine vierten Olympischen Spiele erlebte. „Obwohl wir uns dort einen besseren als den vierten Platz gewünscht hatten, habe ich die Atmosphäre bei Olympia noch mal sehr genossen“, erinnert sich Tim Wieskötter, der vor fast genau fünf Jahren – am 30. Januar 2014 – seinen Rücktritt vom Leistungssport verkündete; beendet hatte er dieses Kapitel aber praktisch schon im Jahr davor. „Ich hätte noch weitermachen und weiter erfolgreich sein können, aber ich hatte sportlich alles erreicht und Lust auf etwas Anderes, etwas Neues“, begründet er heute seine Entscheidung.

Dass er einmal bei vier Olympischen Spielen über die Regattastrecken propellern und außerdem siebenmal Welt- und elfmal Europameister werden würde, ahnte der elfjährige Tim noch nicht, als er 1990 in seiner Geburtsstadt Emsdetten erstmal ins schmale Kanu stieg. „Ich hatte mich bis dahin schon in mehreren Sportarten ausprobiert, in Leichtathletik, Schwimmen und vor allem Fußball“, erzählt der Westfale, der es als Fünftklässler des Gymnasiums Martinum Emsdetten auch mal in dessen Kanu-Arbeitsgemeinschaft im Paddeln versuchte – und Blut leckte. Bald übte er mehrmals in der Woche, zunächst in der AG, dann im Canu-Club Emsdetten, wo er schnell Fortschritte machte. „Maria Strickmann war meine erste Trainerin und hat mich praktisch auf die richtigen Schienen gehoben. Auch Trainer Klaus Bauma war dort ganz entscheidend für mich“, blickt Tim Wieskötter zurück. „Als es durch die Regatten immer öfter Konflikt mit anstehenden Fußballspielen gab, musste ich mich schließlich entscheiden – und da habe ich alles richtig gemacht.“

Der hoch aufgeschossene Schüler mauserte sich nämlich zu einem Klasse-Kanuten, der – wie später auch seine jüngere Schwester Jana – ins Junioren-Nationalteam paddelte, der nach dem 1998 erfolgreich gemeisterten Abitur am Gymnasium Martinum den Sprung in die Sportfördergruppe der Bundeswehr schaffte – und der dadurch von der Ems an die Havel in den Potsdamer Luftschiffhafen wechselte. Hier kam er gleich unter die Fittiche Rolf-Dieter Amens, der für die Bundeswehr-Gruppe der Paddler verantwortlich war, „und er hat den Grundstein für meinen Sprung in die Nationalmannschaft gelegt“, würdigt Tim Wieskötter seinen einstigen Coach. Der hatte Anfang der Neunziger Jahre bereits das Erfolgsduo Kay Bluhm/Torsten Gutsche zu drei Olympiasiegen und sieben WM-Titeln geführt und bewies auch ein goldenes Händchen, als er 1999 den 1,91 Meter großen Wieskötter mit dem 1,79 Meter großen Berliner Ronald Rauhe in den Zweierkajak setzte. Tim Wieskötter bildete damals eigentlich schon einen Erfolg versprechenden K2 mit Björn Bach aus Magdeburg. Den aber wollte der damalige Bundestrainer Josef Capousek für die Weltmeisterschaften in Mailand unbedingt im Viererkajak. „Deshalb kam Ronny als frischgebackener Junioren-Weltmeister kurzfristig zu mir ins Boot, und bei den WM sind wir nach anfänglicher Führung am Ende Sechste geworden. Das war damals ein guter Lerneffekt“, erinnert sich Wieskötter, der gemeinsam mit seinem neuen Schlagmann mit diesem 6. Rang über die kurze Strecke Deutschland den Olympia-Startplatz des K2 für Sydney 2000 sicherte.

Dort gewannen der inzwischen von der KG Essen zum KC Potsdam gewechselte Tim Wieskötter und Ronny Rauhe als Europameister bei hohen Wellengang Olympia-Bronze, um in den darauffolgenden Jahren die internationalen K2-Rennen über den halben Kilometer zu dominieren. WM-Gold 2001 in Poznan, 2002 in Sevilla und 2003 in Gainesville folgte 2004 schließlich ihr Meisterstück, als Rauhe – nun ebenfalls für den KC Potsdam paddelnd – und Wieskötter in Athen Olympia-Gold über 500 Meter vor den Australiern Clint Robinson/Nathan Baggaley und den Weißrussen Roman Piatrushenka/Vadzim Machnew eroberten. „Ein solches Erlebnis vergisst man nie“, gesteht Tim Wieskötter. „Wir haben uns damals im Finale bald einen knappen Vorsprung erkämpft und dann im Endspurt alles klar gemacht.“ Unvergesslich geblieben ist für ihn auch die „Bambi“-Verleihung an die frischgebackenen Olympiasieger 2004 in Hamburg. „Wir beide sind damals bei Wind und Schwabbelwasser durch das Hafenbecken zur Auszeichnung gepaddelt – in Neoprenanzügen, die wie Smokings aussahen und in denen wir auch über den Roten Teppich schritten, ehe wir uns für die Auszeichnung dann schnell noch umzogen. Das war ein traumhaftes Erlebnis.“ Das vergoldete Reh erinnert ihn daheim auch heute noch immer wieder mal daran, während seine Olympiamedaillen sicher in einem Banksafe ruhen.

2005 in Zagreb, 2006 in Szeged und 2007 in Duisburg wurden Rauhe/Wieskötter erneut Weltmeister auf ihrer Paradestrecke, in Szeged auch im 200-Meter-Sprint, in dem sie außer 2005 ebenfalls immer WM-Medaillen gewannen. „Es passte einfach alles – sowohl menschlich als auch sportlich“, erklärt Tim Wieskötter ihr Erfolgsgeheimnis. „Ronny kam aus dem Sprintbereich, ich aus dem Ausdauerbereich, das war von der Schlaganlage her ideal und eine Traumkombination für die 500 Meter, zumal wir die gleiche Vorstellung von der Rennstruktur hatten.“ Dass es ausgerechnet bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking mit Silber über den halben Kilometer Vorlieb nehmen musste, war für das Erfolgsduo wie ein Schlag ins Gesicht. „Heute sage ich, dass ein zweiter Platz bei Olympia auch sehr gut ist. Damals aber war das für uns eine Niederlage, ein Weltuntergang, unheimlich hart und bitter“, blickt Wieskötter zurück auf diese erste Niederlage seit acht Jahren. „Wir waren ja die klaren Favoriten, mussten und wollten auch gewinnen – und dann das. Ich glaube aber, dass ich aus jener Niederlage mit am meisten gelernt habe, nämlich auch mit Rückschlägen fertig zu werden.“

Und die gab es für Tim Wieskötter in den kommenden Jahren mehrfach. Beispielsweise durch die überraschende Entscheidung des IOC, den 500-Meter-Zweierkajak schon für 2012 aus dem Olympiaprogramm zu streichen. „Damit hatte niemand gerechnet. Wir beide wären sicher nicht noch zwanzig Jahre zusammen im K2 gefahren, so aber mussten wir uns nun schnell umstellen“, erzählt Wieskötter, den 2009 auch eine Verletzung zurückwarf. „Der Körper war nach der langen Zeit im Hochleistungssport schon etwas geschunden“, sagt er zur damaligen Schleimbeutelentzündung in seiner rechten Schulter. So wurde er mit Rauhe bei den Heim-Europameisterschaften auf dem Brandenburger Beetzsee nur Achter im K2 über 200 Meter, und auch bei den WM im kanadischen Dartmouth blieb er mit dem K4 über 1000 Meter als Vierter medaillenlos. „Das war nach der langen Erfolgswelle mit Ronny eine schwierige Zeit für mich, aber auch eine wichtige, weil ich merkte, dass man auch mit Niederlagen und Verletzungen umgehen und sie verkraften muss.“  2010 wurde Tim Wieskötter mit dem 1000-Meter-Vierer Europameister und WM-Vierter, ehe ihn im folgenden Jahr eine erneute Schleimbeutel-Entzündung so ausbremste, dass er erstmals den Sprung in die Nationalflotte verpasste. „Der Frust saß natürlich tief“, erinnert sich Wieskötter, für den damals dennoch feststand: „Ich schaffe es zu Olympia nach London.“ Und wirklich, 2012 gelang dem Potsdamer wieder der Sprung in den K4 der Olympia-Flotte. „Es war nochmal eine Riesenleistung, mich dorthin zurück zu kämpfen, nachdem mich mancher schon abgeschrieben hatte“, meint er. „Reha, Training, Abschluss meines Bachelor-Studiums und gleichzeitig die Olympiavorbereitung – das war schon eine harte Nummer, aber auch eine sehr positive Lebenserfahrung.“

Auf die er aufbauen konnte, als er in seinen neuen Lebensabschnitt startete. Nachdem er sein Logistik-Studium im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen in Wildau mit dem Bachelor abgeschlossen hatte, studierte er ab 2014 Wirtschaftsingenieurwesen mit der Fachrichtung Logistik an der Technischen Universität Berlin, das er 2017 mit der Master-Arbeit beendete. In der Hauptstadt ist er auch beruflich angekommen – seit 2015 als Projektmanager und Gruppenleiter im Bereich Medikamentenanmeldung des Bayer-Konzerns. „Dass ich dann vor drei Jahren von Potsdam nach Berlin zog, war der nächste logische Schritt für mich“, erklärt Tim Wieskötter, der in Berlin auch sein ganz privates Glück fand, als er dort die gleichaltrige Kölnerin Judith kennen lernte. „Es hat zwischen uns beiden gleich gefunkt.“ Die beiden wurden ein Paar und im März 2017 Eltern des kleinen Malte, der inzwischen einen wichtigen Platz im Leben seines Papas einnimmt. Ob sein Stammhalter auch einmal Kanute wird, weiß Tim Wieskötter natürlich nicht, der sagt: „Hauptsache wird sein, dass er erkennt, dass Sporttreiben wichtig ist. Da seine Mama musisch sehr begabt ist, könnte es später auch in diese Richtung gehen.“

Selbst im Boot gesessen hat Tim Wieskötter letztmals vor fünf Jahren bei den Wasserspielen des Kanu-Clubs auf der Havel. Kontakte zum Potsdamer Verein hat er weiterhin, „wegen Job und Familie zur Zeit aber weniger“, räumt er ein. „Da ich regelmäßig die Kanu-Spitze lese, weiß ich aber auch so, was im Klub los ist.“ Und natürlich verfolgt er weiterhin den Weg seines langjährigen Erfolgspartners Ronald Rauhe. „Ich finde es toll, dass er sich immer noch zu Höchstleistungen trimmen kann“, so Wieskötter. „Ronny ist ein Jahrhunderttalent, und ich habe es sehr genossen, mit ihm zusammen zu arbeiten und sportliche Höchstleistungen zu erreichen.“ Derzeit sehe man sich zwar kaum, „weil sowohl Ronny als auch ich viel mit unseren Familien beschäftigt sind“, meint Tim. „Aber vielleicht können wir uns ja mal mit unseren Familien treffen.“ Jetzt zu seinem Ehrentag wird’s wohl noch nicht klappen; dann hat Tim Wieskötter auch keine größere Fete geplant. „Große Feiern“, verrät er, „waren noch nie mein Ding.“ Selbst nicht zum Vierzigsten.

Michael Meyer/Fotos: KCP-Archiv, privat

Sportlicher Ausblick für das Jahr 2019

Die Olympischen Spiele 2020 sind das große Ziel unserer Top-Athleten, aber auch die Nachwuchsathleten träumen vom„Treffen der Jugend der Welt“ wie es Baron Pierre de Coubertin es einst formulierte. Die Weichen für die Wettkämpfe unter den Olympsichen Ringen werden bereits in diesem Jahr gestellt während der Nachwuchs sich bei den kontinentalen und globalen Titelkämpfen messen kann. Im Folgenden werden einige Besonderheiten der bevorstehenden Saison darlegt.

Leistungsklasse – die Weltmeisterschaften als Sprungbrett nach Tokio

Zwei sportliche Höhepunkte hält die Saison für Mitglieder der A-Nationalmannschaft des Deutschen Kanu-Verbandes. Zuerst die Europaspiele im Juni in Minsk und dann die Weltmeisterschaften in der ungarischen Kanuhochburg Szeged.

Nationale und Internationale Qualifiaktion

Grundsätzlich müssen sich alle Sportlerinnen und Sportler, die sich für internationale Wettkämpfe im Trikot der Nationalmannschaft qualifizieren wollen, der nationalen Konkurrenz bei den beiden Qualifikationsregatten Anfang und Ende April in Duisburg stellen. Für die Ermittlung der besten Sportlerinnen und Sportler entsprechend der geforderten Leistungen werden verschiedene Ranglisten gebildet, eine Kurz- und Mittelstreckenrangliste bei den Herren-Kajaks und Canadier, sowie Gesamtranglisten bei den Kajak-Damen und Canadier sowie bei den Herren. Dementsprechend werden bei den Sichtungen auch viele verschiedene Strecken gefahren, bei der ersten Sichtung z.B. 200, 250, 500 und 1000m, bei der zweiten Sichtung 200, 500 und 1000m. Bei den Kajak-Damen und den Canadier-Herren wird zusätzlich ein Rennen im Zweier über die olympische 500m (Damen) bzw. 1000m (Herren) gefahren.

Aus den Ergebnissen der Nationalen Qualifikationen wird dann die erweiterte WM-Mannschaft gebildet, die bei den beiden Weltcups in Poznan/POL (23.-26. Mai) und Duisburg (30.Mai – 2. Juni) an den Start geht. Bei den Weltcups sind pro Nation zwei Boote startberechtigt und der Deutsche Kanu-Verband nutzt diese Gelegenheit für den mannschaftsinternen, internationalen Ausscheid, der letztlich über den Start zu den Europaspielen und der Weltmeisterschaft entscheidet.

Europaspiele in Minsk

Vom 21. bis 30. Juni finden in der weißrussischen Hauptstadt Minsk die 2. European Games statt. Die erste Auflage diese Events fand 2015 in Baku, der Hauptstadt des Aserbaidschans, statt. Die insgesamt 16 Entscheidungen im Kanurennsport fallen zwischen dem 25. und 27. Juni. Entgegen früherer Planungen haben die Europaspiele keine Bedeutung für die Qualifikation zu den Olympischen Spielen 2020, es werden also keine Quotenplätze vergeben. Somit können die Europaspiele sportlich als Pendant zu den sonst jährlich stattfindenden Europameisterschaften der Rennkanuten gesehen werden und bilden einen weiteren Wettkampf in Vorbereitung auf den Jahreshöhepunkt 2019.

Weltmeisterschaften der Rennkanuten in Szeged

Die Welttitelkämpfe in der ungarischen Kanuhochburg Szeged vom 21. bis 25. August bilden zweifellos den Höhepunkt des Kanujahres 2019. Bis zu 30.000 Fans werden täglich die Regattastrecke im Osten Ungarns in ein Tollhaus verwandeln. Geht es in diesem Jahr doch nicht nur um die begehrten Gold-, Silber, und Bronzemedaillen, nein auch die Startplätze für Olympia 2020 werden bereits hier vergeben.

Aber warum?

Jede Sportart hat seitens des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) eine gewisse Anzahl an Startplätzen bei den Olympischen Spielen. Im Kanurennsport werden diese Startplätze auf die zwölf Olympischen Disziplinen verteilt. Bei den Weltmeisterschaften qualifizieren sich dann in den A-Finals, abhängig von der Disziplin, ob Einer, Zweier oder Vierer, eine gewisse Anzahl an Booten für die Olympischen Spiele, wobei sich nur die Nation, nicht der Sportler persönlich qualifiziert.

Damit alle Kontinente in Tokio am Start sein werden, gibt es für jeden Kontinent eine maximale Anzahl an Quotenplätzen, die unter den jeweiligen Nationen ausgefahren werden können. Für traditionell starke Kontinente wie Europa im Herren-Canadier bedeutet dies, dass unter Umständen Nationen, die eigentlich die Weltspitze gehören, mit einem neunten Platz im A-Finale bei der Weltmeisterschaft keinen Quotenplatz für Olympia erreichen. Auch wenn eine Nachqualifikation im Olympischen Jahr, wie sie z.B. Sebastian Brendel 2012 nach seinem Paddelbruch bei der WM 2011 schaffte, unter gewissen Umständen möglich ist, zeigt sich jedoch, welch enorme Bedeutung die Weltmeisterschaften 2019 bereits für die Olympischen Spiele 2020 haben.

Daher heißt es in diesem Jahr doppelt Daumendrücken!

 

Internationale Nachwuchsmeisterschaften Kanu-Rennsport 2019

Wie bereits in der Vergangenheit werden die Welt- und Europameisterschaften 2019  für U23 (Jahrgänge 1996 bis 2000) und Junioren (Jahrgänge 2001 bis 2003) zum gleichen Zeitpunkt und am gleichen Austragungsort durchgeführt. Während die Europameisterschaften Mitte Juli  in Racice/Tschechien  stattfinden, werden die Weltmeisterschaften Ende Juli in Pitesti/ Rumänien ausgerichtet.

U23- und Junioren-Weltmeisterschaften 25.-28. Juli in Pitesti

Bereits vor zwei Jahren hatte der rumänische Kanu-Verband die ICF U23- und Junior Canoe Sprint-Weltmeisterschaft in Pitesti ausgerichtet. Dabei hat sich die etwa 100 Kilometer nordweltlich von Bukarest an den Südausläufern der Karpaten gelegen über 155.000 Einwohner zählende Stadt, die im Jahre 1388 erstmals urkundlich erwähnt wurde, als erinnerungswürdiger Gastgeber ausgezeichnet. Die Regattastrecke, die am Budeasa-Damm des Arges-Flusses angelegt wurde, ist übrigens das Trainingsgelände der rumänischen Kanu-Nationalmannschaft.

U23- und Junioren-Europameisterschaften 11.-14. Juli 2019 in Racice

Etwa 60 Kilometer von Prag entfernt befindet sich die Regattastrecke von Racice, Der Ort Racice wurde erstmals im Jahre 1295 urkundlich erwähnt, Auf der in den 1980-iger Jahren errichteten Regattabahn wurden bislang zahlreiche internationale Wettkämpfe im Kanu-Rennsport ausgerichtet. Erst 2017 fanden hier die Weltmeisterschaften der Leistungsklasse auf dem über zwei Kilometer langen und 130 Meter breiten künstlichen Kanal statt.

Qualifikation der U23

Die Qualifikationskriterien zur Teilnahme an den jeweiligen WM/ EM sind für die beiden Altersklassen unterschiedlich gestaltet. So bestreiten die U23-Athleten ihre Wettkämpfe bei den beiden nationalen Qualifikationen der Leistungsklasse im April. Nach Auswertung der Ergebnisse bei den Weltcups in Poznan und Duisburg sowie Abschluss der internationalen Nachwuchsregatta im Mai auf dem Brandenburger Beetzsee werden Anfang Juni die U23-Auswahlteams durch den DKV-Trainerrat für die Teilnahme an den EM/ WM ihrer Altersjahrgänge in Pitesti und Racice nominiert.

Gespannt dürfen wir darauf sein, ob es den erstmals in der Leistungsklasse startenden Martin Hiller, Leonard Busch und Roar Benecke, als den vorjährigen Potsdamer Medaillengewinnern bei den Junioren-Weltmeisterschaften, gelingt, ein Ticket zu den internationalen U23-Meisterschaften zu erkämpfen.

Qualifikation der Junioren

Die Junioren hingegen haben bereits bei dem Athletiktest (Bankdrücken und -ziehen, 1500 m-Lauf sowie 30-Meter-Sprint) Anfang März in Kienbaum ihren ersten Leistungsnachweis im Rahmen der ersten nationalen Qualifikation zu erbringen.

Nach der zweiten nationalen Qualifikation Ende April in Duisburg bei der mit den Einerbooten über jeweils drei Strecken Leistungsüberprüfungen stattfinden, müssen die Herren im Kajak und Canadier über 200 m, 500 m und 1000 m paddeln. Dagegen haben  die Kajak-Damen einmal über 200 m und zweimal über 500 m zu sowie die Canadier-Damen  zweimal über 200 m und einmal über 500 m ihren Leistungsstand nachzuweisen.

Auf der Grundlage beider nationaler Qualifikationen werden Ranglisten erstellt, nach denen die Nominierung von maximal 18 weiblichen und 24 männlichen Teilnehmern an der internationalen Qualifikation Ende Juni in Brandenburg an der Havel erfolgt. Nach diesem Wettkampf auf dem Beetzsee werden die Bootsbesetzungen für die DKV-Auswahl zu den Junioren-Welt- und Europameisterschaften bestimmt. Das jeweils beste deutsche Boot hat bei nachgewiesenem internationalem Leistungsniveau die Fahrkarte zu den Weltmeisterschaften sicher.

Junioren des KC Potsdam im Kampf um WM-Teilnahme

An den nationalen Leistungsüberprüfungen werden sich 6 weibliche und 11 männliche Potsdamer Kanuten beteiligen. Mit elf Aspiranten sind dabei die Canadierfahrer/-innen gegenüber sechs Kajakspezialisten in der Überzahl.

Als besonders hoffnungsvolle Anwärter/-innen auf eine WM-Startberechtigung gelten aus Potsdamer Sicht Elias Kurth,  Tom-Lucas Hinz, Florian Köppen, die bereits 2018 unter den JEM-/JWM-Medaillengewinnern zu finden waren sowie die 17-jährige Isabelle Zanin, die im Vorjahr zwei Medaillen bei den Olympic Hopes gewann. Weiterhin sind Bennet Weiß, Erik Etlich, Ben Marienhagen, Anton Winkelmann, Janek Weßel, Maurice Dolezel, Finn Jähnke, Ole Einar Jakob, Katharina Diederichs, Isabell Franz, Charlotte Pietzsch, Leonie Dehn, und Marie Florian an den Qualifikationswettkämpfen beteiligt.

Bisher haben die Junioren-Paddler des KC Potsdam insgesamt 52 WM-Medaillen (davon 14 WM-Titel) und 38 EM-Medaillen (davon 13 EM-Titel) auf ihrer Habenseite verbucht. Vielleicht kann diese Bilanz in der Wettkampfsaison weiter aufgestockt werden.

Von Günter Welke und Ronald Verch

Unsere Sportler in der Ausbildung – die Sportförderung der Landespolizei Brandenburg

Bundeswehr, Bundespolizei und Landesfeuerwehr – diese drei Dienstherren unserer Spitzensportler konnten wir bereits in der Kanuspitze vorstellen. Seit dem Jahr 2012 hat die Landespolizei Brandenburg auch ein Sportförderprogramm. Mit Kay-Lucas Hildebrand hat im Sommer 2018 erstmals ein Kanute diese Ausbildung begonnen.

Man könnte meinen, der Alltag von Kay Hildebrand hat sich seit dem Sommer nicht verändert. Den Tag verbringt der Kajakspezialist am Luftschiffhafen und pendelt zwischen Bootshaus, Mensa und Schulbank. Obwohl? Hat er nicht im Sommer erfolgreich die Abiturprüfungen an der Potsdamer Sportschule abgelegt? Welche Schulbank drückt er denn jetzt noch? Die der Polizeischule.

Am 1. Oktober begann Kay mit acht anderen Brandenburger Sportlerinnen und Sportlern aus sechs verschieden Sportarten offiziell ihr Bachelorstudium an der Fachhochschule der Polizei in Oranienburg. Sie sind der mittlerweile vierte Jahrgang der Brandenburger Sportfördergruppe der Landespolizei und durchlaufen die Ausbildung des gehobenen Polizeivollzugdienstes.

„Die Ausbildung umfasst insgesamt fünf Jahre und am Ende werden wir als Polizeikommissare in den Polizeidienst eingestellt“, berichtet der 19-jährige. „Zum Glück findet die Ausbildung in Potsdam in Räumen des Sportinternats statt so dass wir nicht nach Oranienburg müssen, das macht es für uns natürlich leichter Ausbildung und Training unter einen Hut zu bekommen“. Und wie sieht so ein typischer Tag aus? „Fast wie zu Schulzeiten“, erklärt der gebürtige Schwedter, der seit der siebten Klasse die Sportschule in Potsdam besuchte. „Morgens können wir erst mal eine Trainingseinheit machen, anschließend beginnt der Unterricht, nachmittags geht es dann wieder ins Bootshaus um das restliche Trainingsprogramm zu absolvieren. Für Trainingslehrgänge werden wir problemlos freigestellt, müssen dann aber natürlich den verpassten Stoff nachholen, wobei es immer auch die Aufgabe der Gruppe ist, demjenigen den Stoff zu vermitteln, der gerade im Trainingslager war. Dies hat natürlich große Vorteile für die gesamte Gruppe“, schildert Kay.

„Gerade jetzt am Anfang lernen wir natürlich erst mal die theoretischen und rechtlichen Grundlagen die für den späteren Dienst wichtig sind, also z.B. Staats- und Verfassungsrecht und das Dienstrecht, Praxisunterricht ist jetzt leider noch selten auf dem Stundenplan, aber das verändert sich mit den Jahren. Ich freue mich schon auf das Einsatztraining mit den Angriffs- und Verteidigungstechniken“, berichtet Kay. „Auch wenn dies sicher mit einigen blauen Flecken verbunden sein wird“.

„Grundsätzlich werden wir natürlich für alle Bereich des Polizeidienstes ausgebildet, eine Spezialisierung erfolgt erst später. Gegen Ende der Ausbildung werden wir dann auch Wünsche äußern können, ob wir z.B. zur Bereitschaftspolizei oder zum Landekriminalamt wollen. Klar ist aber auch, Dass diese nicht immer zu 100% erfüllt werden können. Aber darüber habe ich mir noch keine konkreten Gedanken gemacht“ sagt der großgewachsene Kajakspezialist, der bereits mit sechs Jahren mit dem Kanusport begann. „Erst einmal freue ich mich auf die Ausbildung und bin sehr stolz und dankbar diese Chance bekommen zu haben. Ich hoffe, dass sie mich auch sportlich weiter voranbringt“.

Wir drücken Kay dafür die Daumen!

Ronald Verch

Termine, Termine, Termine...

An dieser Stelle wollen wir auf zwei Termine hinweisen. Der eine liegt in gar nicht allzu ferner Zukunft, bei dem anderen hat sich leider der Fehlerteufel eingenistet. Darum, Stifte raus und aufgeschrieben!

Bereits in wenigen Wochen, am 7. April, findet das traditionelle Anpaddeln statt. Näheres dazu in der nächsten Kanuspitze, aber den Termin gerne schon mal vormerken!

Die 23. Potsdamer Energie- und Wasserspiele finden nicht am 9. sondern am 16. Juni statt. Alle Potsdamer Betriebe, Vereine, Sportgemeinschaften, Damen- und Herrengruppen, unsere Förderer und Sponsoren sind herzlich eingeladen, sich bei dieser Gelegenheit dem sportlichen Wettstreit im 10ner- oder 20iger-Mannschaftscanadier zu stellen. Weitere Informationen zeitnah auf unserer Homepage, in den sozialen Medien und hier in der Kanuspitze.

Der Kanu Club Potsdam trauert um Dr. Rainer Opitz

Potsdam, den 11. Februar / 1. März 2019

Wir trauern um unseren wunderbaren Freund, Förderer und Sponsor Dr. Rainer Opitz.

Dr. Rainer Opitz war leidenschaftlicher Unternehmer, Vordenker, Motivator. Er schätzte die Spitzenleistungen der Rennkanuten, die Motivationskraft unserer Trainer, die nationalen und internationalen Erfolge und die gebündelten Kräfte von Förderverein und KCP im OSC e.V.. Es war ihm wichtig, das weltweit einmalige Spitzenniveau unserer Athleten zu erhalten und auszubauen.

Rainer engagierte sich mit seinem Firmenverbund durch Spenden und Sachspenden (VW-Bus mit Tankkarte) für den Nachwuchs. Mit dem darüber hinaus gehenden Sponsoring seiner Firmen als Premiumpartner unserer Kanu-Team-Work schuf er ein nachhaltiges Fundament für den Spitzensport bis Tokio 2020. Mit seinen Ideen, Fantasie und Energie dachte er über Tokio hinaus und schmiedete viele weitreichende Pläne mit unserem Schatzmeister Dr. Jörg Krause.

In seiner Großherzigkeit unterstützte er auch befreundete Vereine, so die Fußballerinnen von Turbine Potsdam und die Handballer des 1. VfL Potsdam. Auch soziale Institutionen wie „Familie in Not“ konnten auf ihn zählen.

Mit scharfem Verstand und als brillanter Analytiker engagierte er sich auch politisch, bspw. als Mitglied des Deutsch-Sowjetischen Forums. Zwei von ihm gespendete Puschkin-Büsten der Berliner Künstlerin Anna Franziska Schwarzbach ließ er symbolträchtig in Potsdam, am Firmensitz und im russischen Haus in Berlin aufstellen. Eine weitere von ihm gestiftete Büste wird am 6. Juni 2019 anlässlich des 220-igsten Geburtstages Puschkins im gleichnamigen Museum in Michailowskoje, unweit St. Petersburg, feierlich übergeben.

Trotz jahrelanger schwerer Krankheit hatte Rainer immer ein offenes Ohr, wenn seine Hilfe gebraucht wurde.

Rainer wurde mit 64 Jahren viel zu früh aus dem Leben gerissen. Zu seinem Gedenken hat am 28. Februar in einem großen, bewegenden Rahmen eine Trauerfeier in Potsdam mit vielen Gästen, darunter viele aus unseren Reihen, stattgefunden. Wir sind dankbar für das Vertrauen und die Zuwendungen, die er dem Kanu Club Potsdam und dessen Förderverein geschenkt hat.

Wir denken an seine Frau Sabine Reif und die gesamte Familie.

In tiefer Trauer

Torsten Gutsche - Kanu-Club Potsdam im OSC e.V.

Andreas Neue - Förderverein für den Kanu-Club Potsdam e.V.

Bootsgeflüster 

Wolfgang befindet sich wieder im Aufbautraining 

Es ist geschafft. Wolfgang Lange hat die Strapazen im Krankenhaus mit langem Liegen überstanden. Eine Tätigkeit, die er bisher noch nicht kannte und auch so schnell nicht wieder erleben möchte. Er befindet sich jetzt bei seinem Sohn Robby im Allgäu, um wieder die ersten Bewegungen auf eigenen Beinen zu erleben und dann auf den Langlaufskiern wieder zu alter Leistungsfähigkeit zu kommen. 

Er lässt alle recht herzlich grüßen und bedankt sich für die vielen Anrufe und Wünsche im Krankenhaus. Der ständige Kontakt zu seiner Familie, dem Kanu-Club Potsdam, hat ihm immer wieder gut getan und aufgebaut. 

Eine besonders große Freude war der Besuch von Ellen und Micha Sander, die im Allgäu Skifahren waren und für die es eine Selbstverständlichkeit war, Wolfgang einen Krankenbesuch zu machen. 

Nun wird er aber erst einmal den Schnee genießen und freut sich auf den ersten Tag auf Skier. Besonders sehnt er sich aber den Tag herbei, wo er wieder im Bootshaus in Potsdam mit uns gemeinsam trainieren kann.

Wir drücken ihm die Daumen, dass er bald wieder fit ist. 

Jürgen Eschert