Verehrte Mitglieder des Kanuclubs Potsdam
und seines Fördervereins, liebe Kanufreunde,

Der November 2019 ist ein besonderer Monat! Einer in dem die ganze Nation auf die Ereignisse vor 30 Jahren zurückschaut. Auch wir, besser gesagt Clara Thieme, wagt mit Manfred Schubert den Blick zurück auf diese auch für den Kanu-Club Potsdam spannende Zeit.

Nicht ganz so weit geht ein anderer Blick zurück. Der auf das Kanujahr 2019, nicht nur auf das der Topathleten, sondern auch auf das unserer hoffnungsvollen Nachwuchstalente. Günter Welke hat mit Juniorenweltmeister Elias Kurth und mit Anton Winkelmann über ihr Jahr 209 gesprochen.

Und die nächste Generation junger Kanuten steht schon bereit. Der Tag der offenen Tür an der Sportschule Potsdam.

Einen besonderen neuen Partner kann auch der KC Potsdam begrüßen. Die Allianz unterstützt großzügig die Jugendarbeit des Vereins in den nächsten Jahren. Wir sagen Danke!

Die Jüngsten waren sogar noch mal im Wettkampf unterwegs, der Mehrkampf in Eisenhüttenstadt stand auf dem Plan.

Und sonst? Drei Olympiasieger geben Gummi, zwei langjährige Unterstützer feiern Geburtstag und ein Termin, den sich jeder merken sollte!

Viel Vergnügen mit der „Kanuspitze“ – Anregungen und Artikel gern über info@kanuteamwork.de

Sport frei!

Ihr KCP-Fördervereinsvorstand

Sportlicher Rückblick auf das Jahr 2019

Das Kanujahr 2019 hatte für die Athletinnen und Athleten des Kanu-Clubs Potsdam wieder einiges zu bieten. Neben den erfolgreichen Weltmeisterschaften der Leistungsklasse in der Kanuhochburg Szeged und den Titelkämpfen der Junioren und U23 im rumänischen Pitesti warfen die Olympischen Spiele im nächsten Jahr bereits ihre Schatten voraus und so ging es um mehr als nur Gold, Silber und Bronze.

Die Olympiade bezeichnet bekanntermaßen die vier Jahre zwischen zwei Olympischen Spielen. Und die Olympia zwischen Rio de Janeiro 2016 und Tokio 2020 geht nun langsam auf die Zielgerade. Nach zwei Jahren der Neuorientierung in den Nationalmannschaften, in denen auch viele junge Talente wie Tabea Medert und Tamas Gecsö die Möglichkeit nutzen sich in der A-Nationalmannschaft des Deutschen Kanu-Verbandes zu behaupten, wurde es in der vorolympischen Saison 2019 doppelt ernst, nicht nur die Plätze in den Booten wollten erkämpft werden, auch die Quotenplätze für das große Ziel Olympia in Tokio mussten für den DKV erkämpft werden.

Das die Sportlerinnen und Sportler des Kanu-Clubs Potsdam für den DKV eine Bank für diese Aufgaben sein werden war im Frühjahr zu erwarten. Und sie wurden diesen Erwartungen auch gerecht auch wenn zur WM in Szeged nicht immer die erhoffte WM-Medaille gewonnen werden konnte. Franziska John, Ophelia Preller, Ronald Rauhe, Sebastian Brendel und Neuzugang Max Lemke trugen dazu bei, dass das Gros der Startplätze bereits geholt werden konnte

European Games in Minsk

In der weißrussischen Hauptstadt Minsk fanden in diesem Jahr die zweiten European Games statt. Den Sportlichen Wert dieser groß aufgezogenen Veranstaltung hinterfragend trat die Mannschaft des Deutschen Kanuverbandes im Hinblick auf die langfristige Saisonvorbereitung hin zur Weltmeisterschaft ohne eine gezielte Wettkampfvorbereitung an und absolvierte die Rennen „aus dem Training heraus“. Nichtsdestotrotz gab es drei Medaillen für den KC Potsdam. Ronald Rauhe und Max Lemke, der seinen Wechsel an die Havel offiziell erst nach diesem Wettkampf verkündete, gewann im K4 über 500m ebenso Silber wie Franziska John, die im Sprint-K2 über 200m mit Tina Dietze aus Leipzig als Zweite über den Zielstrich fuhren. Sebastian Brendel konnte nach einer durchwachsenen Weltcupsaison mit zwei vierten Plätzen im Einer über 1000m in Minsk mit der Bronzemedaille sein erstes Edelmetall des Jahres 2019 gewinnen.

Insgesamt waren neun Athletinnen und Athleten des KC Potsdam auf dem Zaslavi Regatta Course am Start und kämpften an den Finaltagen gegen die kontinentale Konkurrenz an bei diesem Wettkampf, der getrost als Zwischenstation auf dem Weg nach Szeged verbucht werden konnte.

Junioren und U23-Weltmeisterschaften in Pitesti/RUM

Für den Deutschen Kanunachwuchs bildeten die Weltmeisterschaften im rumänischen Pitesti den sportlichen Höhepunkt des Jahres 2019. Der KC Potsdam war mit insgesamt sieben Sportlerinnen und Sportlern am 40-käöpfigen Aufgebot des DKV beteiligt. Einmal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze lautete am Ende die stolze Bilanz der Havelstädter.

Eine glanzvolle Leistung vollbrachte der Potsdamer Kajakfahrer Elias Kurth, der gemeinsam mit seinem Zweierpartner Niklas Heuser im Junioren-K2 über 1000 m den Weltmeistertitel vor den Booten aus Ungarn und Spanien gewann. Katharina Diederichs paddelte im Juniorinnen-K4 zur Silbermedaille hinter dem ungarischen Boot und vor Kanada. Zwei weitere Bronzemedaillen holten die Potsdamer Junioren mit Florian Köppen im C1 über 1000 m und Janek Weßel gemeinsam mit dem Bochumer David Bauschke im C2 über die gleiche Distanz. Der einzige Potsdamer Medaillengewinn bei den U23 gelang Kajakfahrer Martin Hiller im K2 über 1000 m zusammen mit dem Dresdner Jakob Kurschat. Weitere sehr gute Finalplätze belegten die Potsdamer Nachwuchskanuten Isabelle Zanin mit Rang sechs im C1 über 200 m sowie Martin Hiller und Leonard Busch im K4 über 500 m der U23.

Weltmeisterschaften der Leistungsklasse in Szeged

Viermal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze! So lautet die erfolgreiche Bilanz unserer 13 WM-Starter bei den Weltmeisterschaften in der ungarischen Kanuhochburg Szeged.

Im K über 500m gab gemeinsam mitunserem Potsdamer-Neuzuggang Max Lemke, Max Rendschmidt (KG Essen) und Tom Liebscher (KC Dresden) die goldene Plakette aus den Händen des ICF-Präsidenten José Perurena. Zweimal ganz oben Stand auch Sebastian Brendel. Sowohl über 500m als auch über die 5000m-Langstrecke war er von der Konkurrenz nicht zu schlagen. Über seine Paradestrecke 1000m musste er sich leider, mit dem vierten Platz begnügen. Felix Frank gewann nach einem beeindruckenden Rennen mit dem deutschen Quartett im K4 über 1000m seinen ersten WM-Titel.

Silber strahlten am Ende des Wochenendes Tabea Medert und Jan Vandrey. Tabea konnte, wie schon 2017, im K2 über 1000m, diesmal mit Sarah Brüssler (Rheinbrüder Karlsruhe), und über 5000m die Silbermedaille gewinnen. Martin Hiller wurde nach starkem Endspurt im K2 über 500m mit dem Berliner Marcus Groß mit der Bronzemedaille belohnt. Bei seiner ersten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft der Leistungsklasse bedeutet dies für den 20-jährigen auch gleich der erste Medaillengewinn.

Ophelia Preller (4. Platz C2 500m), Timo Haseleu (4. Platz K2 200m) und Franziska John (jeweils 6. Platz K2 200m, K4 500m) konnten in den A-Finals ihre internationale Leistungsstärke unter Beweis stellen. Besonders erfreulich ist hierbei zu erwähnen, dass Ophelia mit Ihrer Zweipartnerin damit die ersten Startplätz für deutsche Canadierdamen bei Olympischen Spielen sichern konnten. Conny Waßmuth und Tamas Gecsö ereichten das B-Finale, Annika Loske kam im C1 über 200m bis ins Halbfinale.

Deutsche Meisterschaften in Brandenburg an der Havel

Vor fast schon heimischer Kulisse auf dem Beetzsee fanden in direktem Anschluss an die Weltmeisterschaften die diesjährigen Deutschen Meisterschaften statt. Mit 24 Gold- sowie weiteren 14 Silber und 10 Bronzemedaillen platzierte sich der Kanu-Club Potsdam im OSC bei den Meisterschaften eindeutig vor dem SC Neubrandenburg und der Renngemeinschaft aus Nordrhein-Westfalen.

Mit zwölf Gold- und weiteren acht Silber- und Bronzemedaillen hatten die Leistungsklasseathleten den größten Anteil an der Potsdamer Bilanz. Je dreimal Gold gewannen die WM-Teilnehmer Sebastian Brendel und Jan Vandrey. Auf je zweimal Gold brachten es Franziska John und Conny Waßmuth Max Lemke sowie Annika LoskeIm Herren-K4 über 500 m gab es ein nicht häufiges Resultat, denn der KC Potsdam und die RG Nordrhein-Westfalen belegten zeitgleich den ersten Rang.

Auch der Potsdamer Nachwuchs wusste zu überzeugen. Die Medaillengewinner der JWM Elias Kurth und Florian Köppen gewann jeweils vier Goldmedaillen. In der Altersklasse der Jugend erwiesen sich die Canadierfaherinnen und Canadierfahrer als besonders leistungsstark. Erik Etlich gewann dreimal Gold während Greta Siwula und Chantal tornow die stärksten Damen im Canadierboot waren. Auch der KV Brandenburger Adler mit zahlreichen Potsdamer Nachwuchskanuten in seinen Reihen, bewies in der Altersgruppe der Schüler A eine solide Leistungsfähigkeit. Hier zeichneten sich vor allem mit dreimal Gold Hedi Kliemke sowie mit je zwei Goldmedaillen Susanne Kliemann und Bruno Spangenberg aus.

Die Ergebnisse des Jahres resümierend kommt man zu dem Schluss, dass das Kanu-Jahr 2019 ein insgesamt sehr erfolgreiches Jahr für den Kanu-Club Potsdam war. Vier Goldmedaillen zur Weltmeisterschaft sind eine stolze Bilanz. Jedoch zeigte sich, dass die internationale Konkurrenz ebenfalls alles dafür tut, um im nächsten Jahr das Siegerpodest bei den Olympischen Spielen besteigen zu dürfen. Die Weichen sind für unsere Athletinnen und Athleten sind für den Weg in die japanische Hauptstadt gestellt. Nun gilt es sich in den kommenden Wochen und Monaten mit den Ergebnissen aus 2019 auseinander zu setzen, die richtigen Schlüsse zu ziehen und sich optimal auf das Jahr 2020 vorzubereiten um sich Anfang August den großen Traum einer Medaille bei den Olympischen Spielen in Tokio zu erfüllen.

Rückblick auf 2019 und Vorausschau auf die nächste Saison - Statements erfolgreicher Sportler des KC Potsdam

Mit Elias Kurth und Anton Winkelmann melden sich an dieser Stelle zwei Nachwuchssportler des Kanu-Clubs Potsdam im OSC zu Wort, die in der abgelaufenen Saison durch ihre sportlichen Erfolge nachhaltig auf sich aufmerksam machten. Im Wettkampfjahr 2020 wollen sie im jeweils nächsthöheren Leistungsbereich ihre kontinuierliche Entwicklung fortsetzen.

Trainer Clemens Paarmann sieht sich in der Pflicht, den beiden talentierten Kajakfahrern auf ihrem Entwicklungsweg seine volle Unterstützung zu gewähren. Er ist sich dessen bewusst, dass beide Nachwuchspaddler ihre Bewährungsprobe gegen eine leistungsstarke nationale Konkurrenz, die bereits im eigenen Verein gegenwärtig ist, bestehen müssen. Andererseits setzt er jedoch bei seinen Schützlingen auch auf deren Trainingsfleiß und Willensstärke sowie ein damit verbundenes steigerungsfähiges Leistungspotential. 

Goldenes 2019 für Elias Kurth

Ein WM-Titel bei den Junioren, zweimal Gold beim internationalen Brandenburg-Cup sowie vier Titel bei den Deutschen Meisterschaften sind in der Erfolgsbilanz 2019 des 18-jährigen Elias Kurth verzeichnet. Damit avancierte er zum saisonbesten Juniorensportler des KC Potsdam. Der sympathische Sportschüler (13. Klasse) resümiert: „Natürlich bin ich in die diesjährige Saison mit der Absicht gestartet, mich auf die anstehenden Wettkämpfe im Training gut vorzubereiten, um bei allen Rennen mein Leistungsvermögen voll auszuschöpfen zu können. Nach Abschluss der Qualifikationen für die internationalen Meisterschaften war ich optimistisch und zuversichtlich, auch gegen die ausländischen Konkurrenten bestehen zu können.“ Und das hat Elias mit dem Gewinn des Junioren-Weltmeistertitelsim K2 über 1000 m nachdrücklich unter Beweis gestellt.

„Für das kommende Jahr steht für mich neben den sportlichen Anforderungen vor allem ein guter Abiturabschluss im Vordergrund. Andererseits werde ich ebenso meine leistungssportliche Weiterentwicklung fest im Auge behalten. Dabei betrachte ich die Integration in eine Sportfördergruppe - vorrangig der Bundeswehr - als eine realistische Zielstellung,“ blickt das aus Kirchmöser stammende Paddeltalent voraus.

Anton Winkelmann startete 2019 erstmals im Nationalmannschaftstrikot

Der Sportschüler der 11. Klasse Anton Winkelmann startete 2019 letztmalig im Altersbereich der Jugend und wird sicherlich künftig bei den Junioren auch keine untergeordnete Rolle spielen. Nachdem er bereits beim internationalen Brandenburg-Cup je zweimal Gold, Silber und Bronze gewonnen hatte, danach bei  den Deutschen Meisterschaften je eine Silber- und Bronzemedaille erkämpfe, holte er anschließend bei den Olympic Hopes nochmals eine Goldmedaille in einem international stark besetzten Wettkampf. Rückblickend auf sein letztes „Jugendjahr“ schätzt der großgewachsene und stets bescheiden auftretende, aber durchaus selbstsicher wirkende junge Sportler, ein:

„Eigentlich begann die Saison 2019 für mich etwas schleppend und nicht ganz zufriedenstellend. Dann jedoch konnte ich mein Leistungsniveau kontinuierlich ausbauen und mich von Wettkampf zu Wettkampf steigern. Voraussetzung dafür war ein systematisches Training, das mir zudem auch richtig Spaß gemacht hat. Obwohl mir selbst bewusst war, dass ich über Reserven zur weiteren Leistungssteigerung verfüge, hatte ich anfänglich die letztlich erreichten Ergebnisse nicht ganz erwartet.

Für das neue Wettkampfjahr habe ich mir vorgenommen, durch gute Qualifikationsnachweise die Nominierung in das bei den Junioren-Europameisterschaften startende DKV-Team zu erreichen.“

Auch über die Saison 2020 hinaus hat Anton bezüglich seiner beruflichen Entwicklung bereits klare Vorstellungen: Sein Abitur möchte er mit Abschluss der 14. Klasse ablegen und die Schulzeitstreckung im Interesse seiner sportlichen Weiterentwicklung effektiv nutzen. Danach beabsichtigt er ein Studium zu absolvieren, möglichst in Richtung Agrarwissenschaften.

Günter Welke

Eine Umstellung? Ja.- Doch reine Verzweiflung? Niemals.

In diesem Monat jährt sich er der Fall der Berliner Mauer zum 30sten Mal. Mit ihrem Fall wurde der politische Umbruch in der DDR unaufhaltsam. Eine spannende Zeit, die jedoch auch viel Unsicherheit mit sich brachte. Clara Thieme hat sich mit KC Potsdam Urgestein Manfred Schubert über eine schicksalhafte Zeit in der deutschen Geschichte unterhalten und berichtet hier.

Ein geteiltes Deutschland. Zwei Systeme, welche sich in allen Lebensbereichen konkurrierend gegenüberstanden. Olympia mit unterschiedlichen deutschen Nationen. All dies ist für mich, mit meinen 21 Jahren, kaum vorstellbar. Doch natürlich weiß ich, dass dies nicht der Stoff einer neuen Streaming-Serie ist, sondern bis vor 30 Jahren die Realität abgebildet hat. Aus Berichten und Erzählungen kann ich mir dennoch nur ein schemenhaftes Bild dieser Zeit zeichnen. Ich war keine Bürgerin der Deutschen Demokratischen Republik, somit kann ich auch schlecht nachvollziehen, wie es sich angefühlt hätte, damals meinen Kanusport auszuüben und die „Wende“ mitzuerleben. 

Um darüber mehr herauszufinden, konnte ich mit einem der wichtigsten Menschen unserer Vereinsgeschichte sprechen, KCP-Mitgründer Manfred Schubert.Der ehemalige Kanu-Slalom Weltmeister aus Radebeul hatte sich nach seinem Trainerstudium Ende der 60er Jahre beruflich dem Rennsport verschrieben. „Seit 1974 habe ich an verschiedenen Standorten als Trainer mitgewirkt. Da ich bei der Armee verpflichtet war, wurde mir mein Arbeitsort je nach Bedarf von meinem General zugewiesen. Dieser sandte mich schließlich nach Potsdam zum Armee-Sport-Klub (ASK), um als Trainer die Olympiavorbereitung für 1976 zu übernehmen.“Bis in das bedeutende Jahr 1989 verblieb Schubert als wissenschaftlicher Mitarbeiter und später auch Cheftrainer beim ASK und meisterte die vielen Jahre voller Verantwortung mit Bravour. 

Der Mauerfall ´89 - EIn Ereignis mit dem nur die Wenigsten jemals gerechnet hatten

„Der Mauerfall war für mich definitiv eine Überraschung. Alles veränderte sich schlagartig. Unser gesamtes System, die Philosophie und unsere Arbeit im Leistungssport wurde auf einmal in Frage gestellt. Natürlich barg das eine gewisse Unsicherheit, da es den ASK definitiv nicht mehr so geben würde, wie er Jahrzehnte lang erfolgreich existiert hatte, das war uns klar.“

Wie nun aber weitermachen? Der Sport in der DDR genoss bekanntermaßen ein immens hohes Ansehen, die Prestigeträchtigkeit von Duellen zwischen den politischen Systemen schwang immer mit. Die optimale Förderung der Klubs und Athleten , auch im Bereich der dualen Karriere, in Zeiten der DDR und rein vom System, steht auch heute noch außer Frage. Auch die Leistungen bestätigten das.

„Viele Trainer rutschten in die Arbeitslosigkeit ab, da es keine Mechanismen mehr gab, die sie hätten auffangen können. Uns musste etwas einfallen, wollten wir die erfolgreiche Kanu-Geschichte auch in der Zeit nach der „Wende“ weiterschreiben.“, berichtet er weiter. „Somit fassten wir den Entschluss, einen Verein zu gründen, welcher unseren Athleten und Trainern die Möglichkeit geben sollte, hier bleiben zu können. Es entstand die Idee des Kanu-Clubs Potsdam.“

Dieses Projekt erfolgreich umzusetzen, wurde zu einer Aneinanderreihung von Herausforderungen, da weder die üblichen ASK-Gelder weiterhin vorhanden waren, noch ein großes Wissen über die kommenden Richtlinien und Gepflogenheiten der BRD herrschte.

Neuanfang in einem neuen politischen System

„Glücklicherweise konnten wir eine Kooperation mit dem Kanu-Club aus Charlottenburg schließen.“, erzählt Schubert. „In gegenseitigen Besuchen unserer Vorstandssitzungen bekamen wir einen guten Einblick in das neue System und wir konnten angepasste Pläne aufstellen. Um unsere Sportler halten zu können, mussten wir uns erst einmal über unsere Mitglieder mitfinanzieren lassen. Zwischendurch kam sogar die Idee auf, einen profitbringenden Anlegersteg am Verein zu eröffnen. Davon konnten wir dann aber doch keinen Gebrauch machen.“, schmunzelt er. 

Auch der heutige Cheftrainer Ralph Welke und seine Frau, Lehrertrainerin Petra, gehörten schon damals zur ersten Vereinsleitung. „Wir haben von vielen Seiten Zuspruch bekommen, unser Grundsystem beizubehalten. Natürlich war bekanntermaßen nicht alles perfekt im System der DDR, auch nicht im sportlichen Sinne, das muss klar gesagt werden. Nur deshalb die erfolgreiche Grundidee verwerfen? Definitiv nicht. Der Betrieb der Sportschule konnte relativ reibungslos weitergeführt werden, mit der Zeit wurden aus den Trainingszentren der DDR die bis heute gültigen Landesstützpunkte und auch die berufliche Sicherheit der Sportler konnte erhalten werden. Das war es, worum es uns ging. Genau das haben wir mit harter Arbeit und anhaltendem Mut Stück für Stück umsetzen können.“

Die Wichtigkeit dieser Eigeninitiative ist deutlich sichtbar geworden. In Zeiten des Umbruchs gab es kanubegeisterte Menschen, die nicht gejammert haben und zudem sowohl objektiv, als auch akribisch genug waren, um einen der erfolgreichsten Sportvereine der Welt zu gründen und bis heute aktiv mitzugestalten.

Manfred Schubert resümiert: „Der Mauerfall war für mich zwar eine große Umstellung, doch persönlich und familiär habe ich ihn gut überwunden und bin froh, dass ich dem Sport in all den Zeiten so treu bleiben konnte.“ Wir, als Mitglieder und Freunde des KC Potsdams, können uns nur dafür bedanken, dass es für Menschen wie ihn wichtigeres gab, als einem ummauerten System auf ewig nachzutrauern.

Clara Thieme

Andrang zum „Tag der offenen Tür“ an der Sportschule Friedrich Ludwig Jahn

Wie in jedem Jahr waren auch am Vormittag des 09.11. wieder zahlreiche Schüler und deren Erziehungsberechtigte zum „Tag der offenen Tür“ der Potsdamer Sportschule erschienen, um sich persönlich von den Lern- und Trainingsbedingungen zur Förderung junger Sporttalente innerhalb des Sportparks Luftschiffhafen zu überzeugen. Die mehr als 2000 Sitzplätze umfassende  MBS-Arena war zur guten Hälfte mit Interessenten gefüllt. Auch daran war erkennbar, dass die Lernmöglichkeiten an der Friedrich Ludwig Jahn Sportschule, als einer der erfolgs- und traditionsreichsten Bildungseinrichtungen ihrer Art, stark gefragt sind.

Oberbürgermeister Mike Schubert und Kugelstoßolympiasieger Udo Beier ebenfalls dabei

Zum diesjährigen „Tag der offenen Tür“ begrüßte die Direktorin Dr. Iris Gerloff zwei Gäste besonders freudig. Zunächst war es Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert, später stand der 64-jährige Udo Beier als ehemaliger Potsdamer Sportschüler und Kugelstoß-Olympiasieger 1976  im Rampenlicht. Der erfolgreiche Leichtathlet aus dem Luftschiffhafen erinnerte daran, dass es für ihn stets wichtig war, eine Übereinstimmung von schulischen und sportlichen Leistungen zu gewähren. „Die Jahre an der Potsdamer  Sportschule habe ich in guter Erinnerung. Sie haben mir viel bedeutet. Rückblickend war es ‚meine Schule‘ und wird es auch bleiben, “ betonte er abschließend. Mit einem Einblick in seine Gedankenwelt zu den Ereignissen vom 09.11.1989 und danach machte Udo Beier deutlich, dass er über das Weiterbestehen ‚seiner Sportschule‘ in ihrer Neuorientierung besonders erfreut ist.

Derzeit existieren deutschlandweit 43 Elitesportschulen, davon 22 in den westlichen und 18 in den östlichen Bundesländern sowie drei in Berlin. Gemessen an der Anzahl der internationalen Erfolge durch Sportschüler der jeweiligen Einrichtung nimmt Potsdam einen Spitzenplatz ein. Immerhin wurden von den einstigen Potsdamer Sportschülern allein bei Olympischen Sommerspielen 75 Siege und weitere 142 Medaillen errungen. Das vom DOSB für einen vierjährigen Zeitraum zuerkannte Prädikat „Eliteschule des Sports“ wurde der Potsdamer Sportschule bereits zweimal verliehen.

Kanu-Juniorenweltmeister Elias Kurth als Elitesportschüler 2019 geehrt

Nach Vorstellung der zwölf an der hiesigen Sportschule präsenten Sportarten stand ein weiterer Veranstaltungshöhepunkt auf dem Programm: Der 18-jährige Sportschüler und Kanu-Rennsportler Elias Kurth vom Kanu-Club Potsdam im OSC wurde für seine besonderen schulischen und sportlichen Leistungen durch den DOSB im Verbund mit der Sparkassenfinanzgruppe als „Elitesportschüler 2019“ ausgezeichnet.

Auf die Frage seiner Schulleiterin, was er seinen Mitschülern empfehlen würde, um ähnlich erfolgreich zu sein wie er, lautete seine Antwort: „Immer gut vorbereiten auf das unmittelbar Bevorstehende und nichts dem Zufall überlassen:“ Auf das gemeinsame Trainieren mit den Weltklasseathleten seines Vereins im kommenden Jahr freut er sich bereits in der Hoffnung, auch den künftig noch höheren Anforderungen gerecht werden zu können.

Vom Talent zur Weltspitze ist kein leichter Weg

Bevor die Veranstaltungsteilnehmer getrennt nach Sportarten spezifische Unterweisungen erhielten, wurden ihnen die Schul- und Internatsleitung sowie die Verantwortlichen des Olympiastützpunktes und des Sportparks Luftschiffhafen vorgestellt. Zudem erläuterte Schulleiterin Gerloff in kurzen Zügen den Inhalt und Werdegang des Lernprozesses an der Potsdamer Elitesportschule sowie das Aufnahme- und Bewerbungsverfahren. Sie wies auch darauf hin: „ Der Weg bis in die Weltspitze ist ein ganz langer und erfordert viel Engagement, Disziplin, Willenskraft und Engagement. Der Unterstützung durch die Schule und die Trainingsgruppen kann jeder gewiss sein.“

Das Präsidium des LKV Brandenburg war bei der abschließenden Information und Beantwortung von Fragen der Kanusportinteressierten in einem Versammlungsraum auf dem Gelände des Kongresshotels ebenso zugegen, wie Landes- und Stützpunkttrainer.

Über dreißig Kanusport betreibende Mädchen und Jungen der sechsten und siebenten Klasse aus zwölf Brandenburger Vereinen waren am „Tag der offenen Tür“ zugegen. Aufgrund der Anzahl von je vier bis sechs anwesenden jungen Vereinsmitgliedern wurde ein besonders hohes Interesse am künftigen Besuch der Sportschule besonders aus den Standorten Potsdam, Brandenburg an der Havel, Schwedt und Spremberg sichtbar.

Günter Welke

Allianz an Bord – neuer Partner und Jugendförderer für Potsdamer Kanuten

Beim diesjährigen Kanalsprint ist die Allianz als neuer Partner des Kanu-Clubs Potsdam erstmals in Erscheinung getreten. Das Münchener Versicherungsunternehmen möchte den Verein insbesondere in der Nachwuchsarbeit unterstützen.

Dem aufmerksamen Besucher wird ein Detail beim diesjährigen Kanalsprint nicht entgangen sein. Auf ganzer Länge strahlte der weiße Schriftzug des weltweit agierenden Versicherungsunternehmens. Als ein neuer Hauptsponsor möchte sich die Allianz besonders in der Nachwuchsförderung und Nachwuchsgewinnung des Vereins engagieren und somit seinen Teil dazu beitragen, die Zukunft des erfolgreichsten Kanuvereins der Welt „abzusichern“ – als ganz ihrem Metier entsprechend.

Als erstes Zeichen der Nachwuchsförderung wurde neben den Rennen der Spitzenathleten in diesem Jahr auch erstmals der „Allianz-Jugend-Pokal“ ausgetragen, bei dem im K2 bzw. C2 hoffnungsvolle Nachwuchstalente des Vereins mit ihren Idolen auf dem Potsdamer Stadtkanal um die Wette eifern durften. Zukünftig wird mit Hilfe der Allianz der Sportunterricht in Potsdamer Schulen durch den Kanu-Club bereichert und die Neugier geweckt. Ziel ist es, die Kinder zu mehr Bewegung zu animieren, ihnen die Faszination des Kanurennsports näher zu bringen und hoffentlich die Olympiasieger/innen und Weltmeister/innen der Zukunft für den Kanu-Club Potsdam zu sichten und zu gewinnen.

Die Mitglieder des Kanu-Clubs Potsdam sowie des Fördervereins für den Kanu-Club sind sehr stolz, die Allianz als neuen Partner an Bord begrüßen zu dürfen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit in den nächsten Jahren, für die wir uns an dieser Stelle bereits jetzt bedanken!

Olympiasieger geben auf dem Lausitzring Vollgas

Lotto-Brandenburg fordert unsere Olympiasieger regelmäßig heraus. Ob auf dem Drehleiterwagen der Potsdamer Feuerwehr, unter erschwerten Bedingungen gegen den Potsdamer Nachwuchs oder auf der Skisprungschanze in Bad Freienwalde, immer wurden auch persönliche Grenzen ausgetestet. Diesmal ging es mit einigen Pferdestärken über den Lausitzring.

Franziska John, Ronald Rauhe und Jan Vandrey starteten Anfang Oktober in das Trainingsjahr 2020. Den Anfang machte ein kurzer Auftaktlehrgang im Bundesleitungszentrum Kienbaum im Rahmen der Nationalmannschaft. Ihr Sponsor Lotto-Brandenburg lud die drei ein, den Trainingsalltag zu unterbrechen und auf Brandenburgs Rennstrecke in der Lausitz die Reifen quitschen zu lassen. Dabei ist dieser kurze Film entstanden.

150 Nachwuchspaddler beim Herbstmehrkampf in Eisenhüttenstadt dabei

Knapp 150 Paddeltalente der Jahrgänge 2004 bis 2013 aus neun Brandenburger Kanuvereinen/-abteilungen und auch einer Mannschaft aus dem polnischen Gorzow waren am 26.10. bei dem traditionellen Herbstmehrkampf des KC 1957 Eisenhüttenstadt mit Eifer dabei, um in der ausklingenden Jahressaison nochmals in einem Leistungsvergleich ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Vom Kanu-Club Potsdam im OSC waren 26 Nachwuchssportler am Start.

Zudem nutzten einige Vereine die Möglichkeit, in der parallelen Kader-Nachqualifikation den Bestand ihrer D (Landes)-Kader für die kommende Saison zu erweitern. Die Normwerte zur Anerkennung als D-Kader wurden in Eisenhüttenstadt von 46 der startenden Nachwuchssportler erfüllt. Damit konnten sowohl der KC Potsdam als auch weitere Brandenburger Kanuvereine/-Abteilungen  die Anzahl ihrer D-Kader weiter erhöhen.

Allein vom KC Potsdam wiesen 15 der beim Herbstmehrkampf angetretenen jungen Sportlerinnen und Sportler ihre Befähigung als D-Kader nach. Besonders rausragende Leistungen vollbrachten hierbei Matwej Genrich, Finley Schüler, Gregory Röttges, Oskar Reinus, Marie Burwig und Moritz Haase.

Günter Welke

...pssst...Bootsgeflüster...

Ex-Weltmeister Ronald Verch schreib über das, was sich hinter den Kulissen des erfolgreichsten Kanuclubs der Welt ereignet oder besprochen wird. Heuteaber ist alles anders, Jürgen Eschert hat den Stift gezückt und berichtet über die Geburtstag zweier langjähriger Unterstützer der Potsdamer Kanuten. Und es gibt einen Termin, den sich jeder in den Kalender schreiben sollte!

Herzlichen Glückwunsch Reiner Rabe

Wer ihn sieht glaubt es nicht, doch es ist wahr. Am 13. Oktober feierte Reiner Rabe seinen 80. Geburtstag. Er ist fit wie ein Turnschuh, geistig voll auf der Höhe und hat stets den Schalk im Nacken. Für neue Ideen und Pläne hat er immer ein offenes Ohr und hält nichts vom Ruhestand.

Reiner Rabe ist seit 2012 mit seiner Firma ZAL Sponsor beim Kanu-Club Potsdam und sponsert seit 2013 auch den Deutschen Kanu-Verband. Er hat in dieser Zeit viele Weltmeister und Olympiasieger auf ihren sportlichen Weg begleitet und finanziell und materiell unterstützt. Legendär sind inzwischen bei den Weltmeisterschaften die "Deutschen Häuser", die er nun schon viele Jahre mitfinanziert und die ein beliebter Treff von Sportlern und Schlachtenbummler sind.

Dabei fing alles einmal ganz harmlos an. Nachdem er viele Jahre mit seiner Firma den Frauenfußball unterstützt hat, suchte er eine neue Herausforderung. Er fragte an, ob wir zwei junge Nachwuchssportler hätten, die er unterstützen kann. Hatten wir und 4 Monate später waren sie Olympiasieger im Zweier-Canadier über 1000m, Peter Kretschmer und Kurt Kuschela. Inzwischen haben fast alle Spitzenathleten seine Fürsorge erlebt. Obwohl er inzwischen Pensionär ist, wird er vorerst bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio sein Engagement gemeinsam mit seiner Frau Regine für unsere Sportler und für den DKV fortsetzen. Beide sind inzwischen echte Kanuten geworden, fiebern bei jedem Wettkampf mit und freuen sich über die sportlichen und persönlichen Entwicklungen unserer Sportlerinnen und Sportler.

Reiner, die gesamte Kanufamilie gratuliert Dir recht herzlich und sagt "Danke" für die nun schon Jahren andauernde Unterstützung. Wir wünschen Dir Gesundheit und noch viele Jahre Freude bei den Kanuten und dass wir noch viele Medaillen gemeinsam feiern können.

Franz-Friedrich Prinz von Preußen wurde am 17.Oktober 75 Jahre alt

Am 1. Mai 1999 zog der Urenkel des letzten deutschen Kaisers, Wilhelm der II., von Hamburg nach Potsdam und schon auf der nächsten Kanuparty im Januar wurde er Fördermitglied des "Förderverein für den Kanu-Club Potsdam". Seitdem ist er bei allen Veranstaltungen dabei und ein echter Unterstützer des KCP.

Bei den Himmelfahrtstouren und den Wasserspielen waren seine Weine und sein Sekt aus seiner Weinkelterei ein stets begehrter Tropfen, den er meist auch persönlich ausschenkte. Doch auch die Prinz von Preußen Grundbesitz AG, der er als Aufsichtsratsvorsitzender vorsteht, ist nicht nur Firmenfördermitglied, sondern auch beim  Betriebskostenfonds der "Kanuscheune" aktiv dabei und hat auch finanziell den Bau der "Kanuscheune" mit hohen Spenden unterstützt.

Fritz - wie ihn seine Freunde nennen und die Kanufamilie zählt dazu -  wir möchten Dir Danke sagen für Deine  jahrelange Unterstützung und zu Deinem Jubiläum recht herzlich gratuliere. Wir wünschen Dir vor allem Gesundheit und behalte Deinen Humor und die Ausdauer, die man manches Mal braucht wenn man sich wie Du für soziale Projekte engagiert. Wir wünschen Dir aber auch noch viele schöne freudige Erlebnisse und tolle sportliche Erfolge bei Deiner Potsdamer Kanufamilie.

Save the Date! Kanuparty am 24. Januar 2020

Lange ist es nicht mehr hin, bis die am 24. Januar die traditionelle Kanuparty im Seminaris SeeHotel stattfinden wird. Das alte Wettkampfjahr Revuepassieren lassen, den Blick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio werfen. Unter diesem altbewehrten Motto möchten wir auch in diesem Jahr wieder mit den Sponsoren, Freunden und Förderern des Kanu-Clubs Potsdam einen gemütlichen, kurzweiligen Abend verbringen. Die Einladungen gehen bald raus, aber den Termin sollte sich jeder schon mal in den Kalender schreiben!

Kurzer Nachtrag zur Tokioreise von Jürgen Eschert

Im September reiste Jürgen Eschert an die Stätte seines größten Erfolges. Am Sagamie-See gewann er bei den Olympischen Spielen 1964 die Goldmedaille im Einercanadier über 1000m. Neben Sebastian Brendel begleitete ihn auch Jörg Klawitter vom rbb. Dieser schöne Beitrag ist dabei zustande gekommen, der im Mittagsmagazin der ARD lief.

Jürgen Eschert am Sagami-See