Verehrte Mitglieder des Kanuclubs Potsdam
und seines Fördervereins, liebe Kanufreunde,

ein Bild aus dem Herbst, das so viel Frühling verheißt, steht über der vorletzten Ausgabe der Kanuspitze dieses Jahres. Olympiasiegerin Franziska Weber gratuliert Siegern und Platzierten einer Premiere, der ersten Potsdamer Miniregatta. Die Symbolkraft der Szene ist offensichtlich: die Erfolgreichsten kümmern sich um die Jüngsten - unsere Kanufamilie lebt!

Und ungeplant durchzieht diese Symbolik heute gleich mehrere Beiträge. Wir haben diesmal die vierfache Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin in ihrer ersten Trainingsgruppe besucht, befragen Tamas Gecsö zu den Motiven seines Länderwechsels von Ungarn nach Deutschland und erinnern uns der Erfolge von Potsdams erster Weltmeisterin im Kanusport, Helga Mühlberg, die nach Ihrer aktiven Zeit ihre Erfahrungen als Trainerin weitergab und heute noch ehrenamtlich als Kampfrichterin den KCP unterstützt.

Dazu gibt’s wie immer Ronald Verchs heute sehr ausführliches „Bootsgeflüster“ und vieles andere mehr. Doch lesen Sie selbst – und merken Sie sich als Mitglied des Fördervereins bitte das Datum unserer Kanuparty vor. Wir nehmen Kurs auf den 19. Januar 2018 und wollen uns am gleichen Tag auch wieder zur Mitgliederversammlung treffen. Einladung folgt!

Viel Vergnügen mit der „Kanuspitze“ – Anregungen gern über info@kanuteamwork.de

„Sport frei“

Ihr KCP-Fördervereinsvorstand

Mini-Regatta für jüngsten Kanunachwuchs in Potsdam

Das war eine echte Premiere: Am 21. September fand ein kleiner gemeinsamer Wettbewerb der Nachwuchskids des Kanu Club Potsdam im OSC e.V. und der Wassersportfreunde Pirschheide e.V. am Sportpark Luftschiffhafen statt. Ein besonderer Höhepunkt für die insgesamt 30 Mädchen und Jungen im Alter zwischen 8 und 10 Jahren war nach den 200m Rennen im Kajak-Einer die Siegerehrung, für die sich unsere Olympiasiegerin Franziska Weber die Zeit nahm und die Medaillen freudig überreichte. Im Anschluss durfte ihr Kajak-Einer der Olympischen Spiele von Rio 2016 sowie ihre Olympische Goldmedaille aus London bestaunt werden. Bei dieser Gelegenheit gab es natürlich auch die Möglichkeit für ein gemeinsames Foto mit dem Idol, die eine der andere Autogrammkarte musste Franzi auch verteilen. Bevor es an das leckere Kuchen- und Grillbuffet ging, fanden die Mannschaftsbootrennen statt, bei denen meist ein Pirschheider und ein Potsdamer gemeinsam im Boot um die Medaillen kämpften. Insgesamt war es eine tolle und spaßige Veranstaltung, bei der die stolzen Eltern ihre Kinder bei ihrem ersten kleinen Wettkampf anfeuern konnten.

Vom Kajak ins Motorboot

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Olympiasiegerin Katrin Wagner - Augustin startet ihre Trainerlaufbahn Herzlichen Glückwunsch zum 40. Geburtstag

Am 13. Oktober beging Katrin Wagner-Augustin ihren 40. Geburtstag. Und im 40. Lebensjahr begann auch eine berufliche Neuorientierung für die nach Birgit Fischer erfolgreichste Sportlerin des Kanu-Clubs Potsdam im OSC. Nahezu zeitgleich mit ihrem Jubiläumsgeburtstag übernahm sie nunmehr als Trainerin die alleinige Verantwortung für die Ausbildung einer Gruppe junger Rennkanuten am Landesstützpunkt Potsdam. „Wenn ich zurückblicke auf meine vier Lebensjahrzehnte“ - so bilanziert eine der weltweit erfolgreichsten Rennkajakfahrerin - „habe ich kaum etwas falsch gemacht. Mit meinem bisherigen Werdegang und der selbstbestimmten Entwicklung bin ich vollauf zufrieden.“

Medaillen, Medaillen, Medaillen …

Insgesamt war Katrin Wagner-Augustin 28 Jahre aktiv mit dem Kanu-Rennsport befasst. Nachdem die Familie der gebürtigen Brandenburgerin 1985 nach Potsdam gezogen war, hatte sie sich zwar mit der älteren Schwester Grit zunächst bei den Ruderern im Seekrug sportlich betätigt, aber bereits nach kurzer Zeit bei der ASG Geltow das Kanufahren erlernt. Gepaddelt wurde von Beginn an auf dem Templiner See. Die nach 1990 in SG Geltow umbenannte ASG Geltow vereinigte sich 1992 mit der Kanuabteilung des OSC Potsdam zum heutigen Kanu-Club Potsdam im OSC. Hier wurde Katrin Wagner zuerst vom derzeitigen Leiter des Bundes-/ Landesstützpunkt Potsdam Ralph Welke trainiert. Ihren ersten Titel bei Deutschen Meisterschaften gewann die 14-jährige Kajakfahrerin übrigens 1992 in Brandenburg an der Havel zusammen mit ihrer Schwester Grit im K4 über 500 m der Jugend. Bereits ein Jahr später gewann sie ihren ersten internationalen Titel (ebenfalls im K4 über 500 m) bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Racice.
Die letzten Meisterschaftsrennen bestritt Katrin Wagner-Augustin in der Saison 2013. Dabei holte sie sich nochmals zwei silberne WM-Medaillen (K1 und K4 über 200 m) in Duisburg und sechs Titel bei den Deutschen Meisterschaften in Köln.
Im Verlaufe ihrer sportlichen Laufbahn gewann die Ausnahmeathletin bei internationalen Meisterschaften 30 Titel und weitere 37 Silber-/ Bronzemedaillen. Darunter vier Olympiasiege, zehn WM- und 13 EM-Titel sowie dreimal JWM-Gold.

Trainer war nicht die ursprüngliche Berufswahl

„Den Weg zur Trainertätigkeit habe ich eigentlich über einen Umweg gefunden. Denn nach Abschluss der zehnten Klasse an der Potsdamer Sportschule habe ich zunächst eine Ausbildung als Arzthelferin durchlaufen und nachdem ich seit 1997 der Bundeswehrfördergruppe angehörte, auch Architektur und Raumgestaltung studiert. Vor einiger Zeit habe ich die Prüfungen für verschiedene Trainerscheine abgelegt und im Fernstudium an der Sporthochschule in Köln die Trainerbefähigung erworben. Das war für mich der letzte Schritt zu meiner endgültigen Entscheidung“, schildert Katrin Wagner-Augustin ihre berufliche Entwicklung.
Seit Anfang 2017 betreute Katrin Wagner-Augustin, die ihre aktive Laufbahn drei Jahre zuvor beendet hatte, zunächst Sportlerinnen und Sportler verschiedener Altersgruppen am Landesstützpunkt Kanu-Rennsport des KC Potsdam. Dabei sammelte sie wertvolle Erfahrungen in der Trainingsgestaltung und bei der Bewältigung organisatorischer Aufgaben.

Die ehemalige Kajakfahrerin betreut jetzt Canadierspezialisten

Ihre jetzige Trainingsgruppe umfasst sechs Canadierfahrer im Altersbereich der Junioren, die sich jedoch neben dem sportlichen Training einer unterschiedlichen Weiterbildung unterziehen. Während einige der Nachwuchskanuten weiterhin an der Sportschule den Abiturabschluss anstreben, haben andere eine berufliche Ausbildung begonnen. Das erfordert eine möglichst effektive zeitliche und inhaltliche Trainingsgestaltung, um das Saisonziel 2018 verwirklichen zu können.
„Ich habe mir vorgenommen, im nächsten Jahr mit allen Sportlern meiner Trainingsgruppe an den Qualifikationen zu den Junioren-Weltmeisterschaften teilzunehmen und die Nominierung für das Auswahlteam des Deutschen Kanu-Verbandes zu den internationalen Meisterschaften zu erreichen“, gibt sich Katrin Wagner-Augustin optimistisch. Natürlich ist sie sich bewusst, dass diese Aufgabe nicht einfach zu bewältigen ist. Ausgehend von ihren Erfahrungen als erfolgreiche Sportlerin, will sie vor allem neben der weiteren Entwicklung der athletischen und technischen Fertigkeiten auf die Ausprägung der Willenskraft und Selbstständigkeit ihrer Schützlinge Wert legen.
Das mannschaftsdienliche Paddeln wird jedoch keinesfalls außeracht gelassen. Als Leistungssportlerin hatte die jetzige Trainerin Wagner-Augustin ihre ersten großen Erfolge im Mannschaftsboot zu verzeichnen und die damit verbundenen gemeinsamen Erlebnisse haben ihr Persönlichkeitsbild geprägt. Sie hat dabei gelernt, Verantwortung für das Team zu übernehmen. Diese Eigenschaften möchte sie auch ihren Schützlingen vermitteln: Individuelle mentale Stärke beweisen und Zähne zusammenbeißen, wenn es im Rennverlauf hart wird und „nicht auf Kosten der anderen Bootsinsassen mitfahren“, sondern motivierend wirken. Dazu gehöre auch ein ausgeprägtes verantwortungsbewusstes Mitdenken im Training und beim Wettkampf.
Wenngleich die Kajakfahrerin Katrin Wagner-Augustin noch nicht mit allen spezifischen Feinheiten beim Paddeln im Canadier voll vertraut ist, hat sie sich mit ihrer neuen Aufgabe bereits gut angefreundet. „Außerdem kann ich jederzeit auf die Unterstützung meines Trainerkollegen Lutz Altepost hoffen“, ist sich Katrin Wagner-Augustin sicher. Andererseits hat sie auch erkannt, dass die Trainertätigkeit einen höheren persönlichen Zeitaufwand verlangt, als sie es von ihrer Zeit als Sportlerin gewohnt war.

Günter Welke

Tamas Gecsö mit deutschem Pass

tl_files/kcp/data/newsletter/2017/10/Tamas_Gecsoeoe.jpgDer Jüngere der beiden Gecsö-Brüder erhielt im Oktober im Potsdamer Rathaus die deutsche Staatsbürgerschaft. Nun ist für einen Start im deutschen Trikot in Tokio nur noch die sportliche Qualifikation notwendig …

Die Teilnahme an den Olympischen Spielen ist der große Traum eines jeden Sportlers, so auch der unseres jungen Kajakfahrers Tamas Gecsö. Dass er auf einem guten Weg ist, bewies der 20-jährige Ungar in diesem Sommer, als er bei seiner ersten Teilnahme an einer Weltmeisterschaft der Großen gleich die Bronzemedaille im Viererkajak über 1000m gewann.

Ein Ungar in der deutschen Nationalmannschaft? Nicht mehr nur Ungar, seit Anfang Oktober hat er nun auch endlich die deutsche Staatsbürgerschaft. „Es war schon ein toller und feierlicher Moment, als mir dann endlich die Einbürgerungsurkunde überreicht wurde“ schildert der stolze Tamas. „Ich musste ja doch eine ganze Weile warten.“ Aber das Warten hat sich gelohnt. Im Potsdamer Rathaus erhielt er aus den Händen des Beigeordneten für Soziales, Jugend, Gesundheit und Ordnung der Landeshauptstadt, Mike Schubert, der durch seinen Vater Manfred Schubert (LKV-Vizepräsident und mehrfacher Weltmeister im Kanuslalom) ebenfalls einen engen Bezug zum Potsdamer Kanusport hat, die ersehnte Staatsbürgerschaft. Mit dabei war auch Potsdams erster Kanu-Olympiasieger Jürgen Eschert, der als einer der Ersten gratuliert und den historischen Moment auch fotografisch festhielt.

„Wenn ich mir meinen Traum von den Olympischen Spielen in Tokio 2020 erfüllen will, muss ich Deutscher sein. Für Weltmeisterschaften ist die Staatsbürgerschaft nicht notwendig, für Olympia schon,“ so der ehemalige Sportschüler, der im Sommer das Abitur ablegte. Und das er für Deutschland in Tokio am Start stehen möchte, daran lässt er keinen Zweifel. „Es gab viele Gründe, warum ich im Jahr 2013 nach Deutschland gekommen bin. Zum einen hat meine Mutter schwäbische Wurzeln, zum anderen ist die Schulbildung hier besser als in Ungarn. Und natürlich wegen des Sports. Ungarn ist zwar auch eine große Kanunation, in Deutschland ist aber alle viel professioneller,“ schildert der Recke, der aus Budapest stammt und dort auf der Donau auch das Paddeln lernte.

Das erste Schuljahr in Deutschland verbrachte er in Berlin-Grünau, um dann im Sommer 2014 an die Havel zu wechseln. „Die Vereinbarkeit von Schule und Sport ist in Potsdam einfach am Besten und auch sportlich wollte ich mich der Herausforderung stellen“ sagt Tamas. Zum Glück war dabei in Potsdam von Anfang an nicht allein, sein älterer Bruder Tibor wechselte zeitgleich von Wien nach Potsdam, um an der FU in Berlin zu studieren und auf der Havel mit seinem Bruder zu paddeln.

Mit dieser geballten Familienpower und dem Deutschen Pass in der Tasche wird Tamas sein großes Ziel der Olympiateilnahme hoffentlich erreichen. Wir drücken ihm die Daumen!

Ronald Verch

In der über 50-jährigen Erfolgsgeschichte des Kanu-Clubs Potsdam gab es viele Athletinnen und Athleten, die zu ihrer Zeit zur internationalen Paddel-Spitze zählten, sowie Trainer, die sie auf ihrem Erfolgsweg begleiteten. Inzwischen ist es oft ruhiger um sie geworden. Da taucht schon mal die Frage auf, wie es ihnen heute geht und welche Erinnerungen sie an die aktive Zeit haben.

Was macht eigentlich …
… Helga Mühlberg?

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Helga heißt auch „die Glückliche“ – und Helga Mühlberg fühlt sich durchaus als eine solche. „Ich sehe mich als einen glücklichen Menschen“, sagt die erste Potsdamer Kanu-Weltmeisterin. „Ich versuche, aus jeder Situation – auch aus schweren – das Beste zu machen, deshalb bin ich fast nie deprimiert.“ Am 27. Januar 1940 mitten im Krieg in Bernburg (heute Sachsen-Anhalt) geboren, war ihre Kindheit durch die schwere Nachkriegszeit geprägt. „Da ist man pragmatisch geworden“, meint Helga Mühlberg, die damals noch Ulze hieß und heute als mittlerweile 77-Jährige ihren Ruhestand im Nordwesten Potsdams genießt, dem Kanurennsport aber immer noch eng verbunden und für ihn ehrenamtlich tätig ist.

„Ich hatte immer viel Energie“, erinnert sich die einstige Paddlerin sowie spätere Lehrerin und Trainerin; daher begann sie daheim bei Chemie Bernburg zu turnen. „Ich war ganz gut, vor allem durch meine Kraft – aber die Eleganz fehlte.“ Daher fand sie, als sie 1954 durch den Bruder einer Freundin zu den Kanuten der damaligen Betriebssportgemeinschaft Empor stieß, gleich Gefallen am Paddeln. „Es reizte mich schnell, dort auf der Saale zu fahren“, erzählt Helga Mühlberg. Ihren damals ersten und dann sogar ständigen Trainer sprach sie in jener Zeit noch mit „Sie“ an – nicht ahnend, dass Horst „Mike“ Mühlberg später ihr Ehemann und jahrzehntelanger Lebensbegleiter sein würde.
Doch der Reihe nach: 1956 konnte Helga Ulze unter „Mikes“ Regie mit dem Viererkajak ihrer BSG ihren ersten DDR-Meistertitel in der weiblichen Jugend bejubeln. „Dieser erste Titel war ein schönes Glücksgefühl“, weiß sie noch heute. „Meine folgenden Meistertitel habe ich nicht gezählt, das waren aber etliche.“ 1960 scheiterten sie und ihre Bootskameradinnen in der damals noch üblichen innerdeutschen Ausscheidung für eine gesamtdeutsche Olympiamannschaft ganz knapp. „Nachdem wir den ersten Ausscheid in Magdeburg gewonnen hatten, waren wir sehr zuversichtlich. Aber der zweite Ausscheid in Duisburg wurde um mehrere Wochen verschoben, so dass wir dort aus unserem Rhythmus waren und Rom verpassten. Damit mussten wir erst einmal fertig werden.“

Das klappte in den folgenden Jahren ganz gut. 1961 folgte Helga Ulze ihrem Trainer, der vom DDR-Kanuverband zum neu gegründeten SC Potsdam geholt wurde, an die Havel. Hier baute „Mike“ Mühlberg in den folgenden Jahren eine schlagkräftige Frauen-Kajakgruppe aus. 1963 im jugoslawischen Jajce erpaddelte sich Helga Ulze im DDR-Viererkajak über 500 Meter mit Bronze ihre erste internationale Medaille. „Bis dahin hatten DDR-Kanutinnen noch nicht international in Erscheinung treten können. Nun hatten wir den Anschluss zur Weltspitze geschafft“, so die Potsdamerin, die auch Olympia 1964 in Tokio verpasste – wo Jürgen Eschert vom Armeesportklub (ASK) Vorwärts Potsdam im 1000-Meter-Einercanadier zum ersten Potsdamer Olympiasieger avancierte –, aber zwei Jahre später bei den Weltmeisterschaften in Berlin-Grünau ihre Sternstunde erlebte. Gemeinsam mit ihrer vier Jahre jüngeren Klubkollegin Anita Kobuß propellerte sie als Schlagfrau im Zweierkajak über 500 Meter zu WM-Gold! „Dabei musste ich kämpfen, um überhaupt ins WM-Boot zu kommen. Erst vier Tage vorher stand mein Start dort fest“, erinnert sich Helga Mühlberg, die mit ihren damaligen 1,57 Metern körperlich eigentlich zu klein für den Kanurennsport war. „Die Konkurrenz war stark, aber mir haben mein starker Wille und mein Durchsetzungsvermögen geholfen. Und ich habe viel mit Kraft gemacht – das war schon mein Plus aus meiner Zeit als Turnerin.“ Im Berliner WM-Endlauf fuhren Kobuß/Ulze nach 250 Meter an die Spitze, die sie bis ins Ziel vor den Booten der Sowjetunion und Ungarns erfolgreich verteidigten. Außerdem holten die beiden Potsdamerinnen gemeinsam mit ihrer Klubkameradin Karin Haftenberg und mit Käthe Pohland vom SC Magdeburg WM-Bronze im Viererkajak über 500 Meter.

Zu jener Zeit herrschte in Potsdam eine starke Konkurrenz zwischen dem SC und dem ASK, was die Sportler aber nicht daran hinderte, auch gemeinsam ihre Trainingsrunden auf der Havel zu drehen. „Wenn wir zweimal am Tag insgesamt 40 Kilometer bis Werder und zurück paddelten, hat sich uns oft Jürgen Eschert in seinem Canadier angeschlossen“, erzählt Helga Mühlberg, die nach der wegen einer Ischiasnerv-Entzündung verpassten Olympia-Qualifikation 1968 dem Hochleistungssport ade sagte. „Mit 28 Jahren war ich zu DDR-Zeiten schon ziemlich alt als Kanutin, und man muss auch wissen, wann man aufhören sollte“, meint sie. „Außerdem strebte mit Petra Grabowsky aus unserem Klub und Petra Setzkorn vom ASK eine neue Generation an die Spitze.“ Im Jahr darauf, 1969, fusionierten nicht nur die Kanuten beider Klubs unter den Farben des ASK, sondern auch Sportlerin und Trainer – Helga Ulze heiratete ihren Coach Horst Mühlberg.

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„Zwischen Mike und mir hatte es erst 1965 hier in Potsdam gefunkt“, verrät Helga Mühlberg, die nach ihrer Hochzeit zunächst hin und her reisen musste – was an beiden Ehepartnern lag. Sie hatte zunächst in Bernburg eine Ausbildung als Drogistin absolviert, nach ihrem Umzug nach Potsdam mehrere Jahre als Kamerafrau bei der DEFA populärwissenschaftliche Filme gedreht und dann 1968 ein Lehrerstudium an der Pädagogischen Hochschule Potsdam begonnen. „Ich bin dadurch ständig zwischen Potsdam, der Kinder- und Jugendsportschule Brandenburg und Rostock gependelt“, erinnert sie sich, denn ihr „Mike“ war 1969 nach der Auflösung des SC Potsdam zum SC Empor Rostock gewechselt, wohin ihm seine Frau schließlich endgültig folgte. „Ich habe dort oben als Lehrerin gearbeitet, Mike aber auch beim Trainieren unterstützt, habe Kinder und später auch Junioren trainiert.“ Dieses Zusammenspiel klappte ebenso, nachdem Helga und Horst Mühlberg 1986 von Rostock zurück nach Potsdam gekommen waren und „Mike“ beim einst ungeliebten ASK angefangen hatte. Dessen damaliger Mannschaftsleiter Manfred „Padde“ Schubert und Cheftrainer Horst Wengler hatten sich beim Verband für beide stark gemacht. „Der Wiederbeginn hier war schwer, denn wir hatten zunächst keine Wohnung und lebten mit im Internat in der Alleestraße“, erinnert sich Helga Mühlberg, die an der Potsdamer Sportschule bis 1999 als Sportlehrerin tätig war. „Dort habe ich nicht nur Kanuten unterrichtet, sondern unter anderem auch Ruderer, beispielsweise die Zwillinge Kerstin und Manja Kowalski, die später gemeinsam Olympiasieger wurden.“ Sie stieg auch wieder ins Nachwuchstraining ein, „wobei es kurz nach der Wende mitunter schwierig war, weil sich jeder für die Sportschule bewerben konnte und ich so auch Sportler hatte, die nicht schwimmen konnten.“ Gleichwohl schaffte es Helga Mühlberg, die auch als Rentnerin bis 2005 weiter ehrenamtlich coachte, immer wieder hoffnungsvolle Nachwuchskanuten an ihren Mann und dessen Trainerkollegen Lothar Schäfer weiterzugeben. „Bis zur Wende habe ich nur Mädchen trainiert, dann lieber Jungs. Mit denen trainiert es sich besser, denn man kann von ihnen athletisch mehr verlangen und Mädchen werden in einem gewissen Alter mitunter zu zickig“, befindet die erfahrene Pädagogin. Ihr prominentester Schützling war Torsten Eckbrett, der 2002 Junioren-Weltmeister im Einerkajak über 1000 Meter und 2008 Olympiadritter mit dem K4 über diese Distanz wurde. „Dank seiner Ausdauer war Ecki für die 1000 Meter wie geschaffen“, meint Helga Mühlberg, die später auch Lieven Spur zum JWM-Titel auf der langen Strecke führte.

Auch nach dem Abschied von der täglichen Trainingsarbeit ließen sich die Mühlbergs oft im Domizil der KC-Paddler blicken, ehe Helga ihren gesundheitlich stark abbauenden „Mike“ immer mehr betreuen musste. „Das hat viel Kraft gekostet“, gesteht die kleine, aber immer noch sehr drahtig wirkende Frau, die seit „Mikes“ Tod im Juni 2015 allein in der Potsdamer Amundsenstraße lebt, aber alles andere als einsam ist. Sie trifft sich jährlich mit ihren einstigen Nationalmannschafts-Kolleginnen in Magdeburg, Havelberg oder Potsdam, macht in ihren Kleingarten ein Schwätzchen übern Zaun mit den dortigen Nachbarn und ist weiterhin ehrenamtlich als Kampfrichterin tätig, beispielsweise bei Regatten auf dem Brandenburger Beetzsee. „Dadurch bleibt man immer noch ein bisschen am Ball und behält die Übersicht“, sagt sie. Außerdem kommt sie zweimal wöchentlich in den Luftschiffhafen, um sich sportlich weiter fit zu halten. Und mitunter besucht sie mit ihrer in Berlin lebenden älteren Schwester Gisela Konzerte. Die klassische Musik nämlich ist Helga Mühlbergs große Leidenschaft neben dem Sport. „Zusammen mit Mike hatten wir jahrelang ein Anrecht im Berliner Schauspielhaus“, berichtet sie. Mozart, Brahms, Tschaikowski sowie Rachmaninow zählt sie zu ihren Lieblingskomponisten. Und wenn sie deren Musik daheim auflegt, ist sie ebenfalls Helga, „die Glückliche“.

Michael Meyer

…psssst…Bootsgeflüster...

Ex-Weltmeister Ronald Verch schreibt über das, was sich hinter den Kulissen des erfolgreichsten Kanuclubs der Welt ereignet oder besprochen wird. Heute: Unsere Topathleten in der Ausbildung – Teil 2

Eine erfolgreiche Saison mit vielen emotionalen Höhepunkten liegt hinter unseren WM-Teilnehmern. Da im Kanu-Rennsport, wie in den meisten anderen Sportarten auch, die Karriere und die finanziellen Möglichkeiten aufgrund der Erfolge endlich sind, gehen unsere Topathleten neben der sportlichen Karriere auch einer beruflichen Ausbildung nach bzw. werden z.B. durch die Bundeswehr, die Bundespolizei oder die Landesfeuerwehr unterstützt. Nachdem wir in der letzten Kanuspitze über Tabea Medert und ihren Laufbahnlehrgang bei der Bundeswehr sowie Jan Vandrey und sein Praktikum als Rettungssanitäter berichtet haben, stellen wir dieses Mal Annika Loske und Timo Haseleu und ihre Erlebnisse außerhalb des Kanusports vor.

Annika Loske

Bootsgefluester

„Flieger Loske, melde mich wie befohlen“. „Stehen sie bequem...“ So klang der neue Umgangston, an den sich unsere junge Canadierdame anfangs erst noch gewöhnen musste, schließlich war sie jetzt bei der Bundeswehr. Nach ihrem Abitur in diesem Sommer suchte Annika eine Möglichkeit, ihre Dual-Karriere aus Sport und Studium bestmöglich unter einen Hut zu bringen. Und so kam es, dass die 19-jährige Anfang September zur Grundausbildung in Hannover an der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr antrat. Die dortige IV. Inspektion war nun ihr Zuhause für die kommenden sechs Wochen. „Der erste Eindruck in der Kaserne war schon etwas unwirklich. Es gab gleich die ersten Befehle und wir durften nur als Gruppe von einer Station zur anderen laufen, obwohl wir noch keine Uniform anhatten“, berichtet Annika. „Am ersten Tag mussten vor allem die ganzen Formalitäten erledigt werden, abends war auch schon der erste Unterricht“. Aber gerade diese neuen Erfahrungen suchte Annika, auch wenn für sie einige Regeln nicht so recht Sinn ergaben. „Warum ich meine Schuhsohle abbürsten sollte, wenn sie doch sofort wieder dreckig wird, habe ich nicht verstanden, gemacht habe ich es dann aber doch. Etwas Bammel hatten wir natürlich immer vor dem Stubendurchgang. An welchen Stellen die Ausbilder nach Staub suchen, hätte ich anfangs nicht für möglich gehalten, am Ende wussten wir aber Bescheid und konnten auf ihre `Wünsche´ eingehen.“ Nach einer Woche durften die Rekruten aufgrund guter Disziplin schon alleine zum Essen gehen. „Das war natürlich viel entspannter als immer als Gruppe im Gleichschritt zum Essen geführt zu werden“ berichtet Annika. „Aber es wurde auch immer gedroht, uns dieses Privileg wieder zu entziehen, wenn es nicht klappt“. Der praktische Unterricht war natürlich interessanter als die ganze Theorie. „Je nach Tageszeit war es nicht so leicht bei der Sache zu bleiben, die Augen wollten manchmal auch zufallen, eingeschlafen bin ich aber zum Glück nie.“ Soldatin bei der Bundeswehr zu sein bedeutet natürlich auch, an der Schusswaffe ausgebildet zu werden. „Ich habe mir vorher viele Gedanken darüber gemacht wie es denn sein wird das erste Mal eine Waffe in der Hand zu halten. Zum Glück hatten wir gute Ausbilder, die mir meine anfängliche Aufregung nehmen konnten. Dadurch habe ich mich sicher gefühlt, gehörigen Respekt hatte ich aber schon.“ Der Sturm Xaver spielte auch während Annikas Zeit in Hannover eine Rolle, da das obligatorische Biwak im Wald um einen Tag verkürzt werden musste.

Nachdem die Grundausbildung erfolgreich bestanden wurde, ist Annika in der Uniform der Luftwaffe nun als Sportsoldatin in der Sportfördergruppe Frankfurt/Oder stationiert. „Ab und zu werde ich nach Frankfurt fahren, um einige Formalitäten zu erledigen, nun steht nach der langen trainingsfreien Zeit durch die AGA aber erst Mal wieder mein eigentlicher ‚Dienst‘ im Vordergrund, nämlich der Sport“, sagt sie und fügt hinzu „ich freue mich bei der Bundeswehrsportfördergruppe sein zu dürfen, und der militärische Dienst während der Grundausbildung war eine tolle Erfahrung, im Boot fühle ich mich aber dann doch immer noch am wohlsten“.

Na dann, Flieger Loske wegtreten und ab aufs Wasser!

Timo Haseleu

Bootsgefluester

Timo Haseleu scheint seine Berufung für die Zeit nach dem Sport gefunden zu haben. Der gebürtige Berliner, der im Sommer 2015 zum KC Potsdam wechselte, ist seit dem Sommer 2016 bei der Landesfeuerwehr Brandenburg und leistet gerade das erste der drei Pflichtpraktika auf dem Weg zum Brandmeister bei der Feuerwache in Teltow ab. „Ich bin dem Angriffstrupp zu geordnet und würde im Fall eines Brandes mit ins Feuer gehen“. Einen Brand erlebt hat der Kajakspezialist, der bei der diesjährigen WM in Racice mit seinem Idol Ronny Rauhe den sechsten Platz im K2 über 200m belegte, aber noch nicht. „Zum Glück gab es in meinen Schichten bisher keine schlimmen Einsätze und auch keine Brände. Irgendwann kommt das sicher aber auch und gehört ja zum Beruf des Feuerwehrmannes dazu, aber ist natürlich immer besser, wenn den Leuten nichts schlimmes zustößt“, so der 23-jährige.

Für die nächsten Wochen bestimmt nun der Dienstplan sein Leben. „Wir haben immer drei 24-Stunden Schichten mit einen Tag Pause am Stück und dann vier Tage frei. Ich versuche in der freien Zeit so gut es geht zu trainieren, dass ist aber manchmal ganz schön hart, wenn man nachts oft zu einem Einsatz musste.“ Bei Einsätzen bleibt es aber nicht, der Dienstplan hält natürlich auch viele andere Aufgaben bereit. „Nach der Dienstübergabe ist der Vormittag immer mit der Wartung der Fahrzeuge und des Geräts vollgepackt. Die Sachen müssen ja schließlich immer einwandfrei funktionieren, damit man sich im Einsatz auf sein Material verlassen kann. Das Putzen der Fahrzeuge gehört auch dazu.“

Innerhalb seines Löschtrupps fühlt sich Timo sehr gut aufgenommen. „Meine Kollegen sind sehr nett und sehr hilfsbereit. Ich hatte zwar letztes Jahr die theoretischen Ausbildung in Eisenhüttenstadt, das in der Praxis anzuwenden ist aber nochmal `ne andere Nummer, aber mir wird immer super geholfen“ so der Sprintspezialist, der dieses Jahr auch den K1 über 200m fahren durfte. „Auch neben den eigentlichen Arbeiten der Feuerwehr sind wir eine tolle Truppe, wir kochen auch gerne zusammen und verbringen die Bereitschaftszeit ab 18 Uhr zusammen.“ Ob man dann aber auch zum Essen kommt, ist eine andere Frage, „ich musste auch schon oft mein Essen stehen lassen weil der Alarm losging, so ist das halt“.

„Ich fühle mich sehr wohl hier in der Feuerwache Teltow und die Arbeit als Feuerwehrmann macht mir unglaublich viel Spaß. Ich möchte unbedingt versuchen, auch eines der nächsten Praktika hier zu machen“ sagt Timo mit strahlenden Augen.

So sieht einer aus, der seine Berufung gefunden zu haben scheint und schon voller Vorfreude auf die Zeit nach der sportlichen Karriere blickt. Bis dahin drücke ich Timo aber erst Mal die Daumen, damit er später als erfolgreicher Athlet auf sein Feuerwehrauto aufsteigen kann.

D-Kader-Qualifikation

Dieses Wortungetüm markiert für viele junge Kanuten den Einstieg in das sportliche Förderungssystem. Der Nestor der Kanuspitze-Autoren, Günter Welke, ist vor dem Hintergrund des diesjährigen Entscheids der Jüngsten vier wichtigen Fragen nachgegangen.

Warum gibt es eine D-Kader-Qualifikation?

Bereits kurz nach Gründung des Landes-Kanu-Verbandes (LKV) Brandenburg im Jahre 1990 wurden in Verantwortlichkeit des damaligen Landestrainers Lothar Klotz vom KC 1957 Eisenhüttenstadt unter Einbeziehung der Erfahrungen der Landesstützpunktleiter die Grundlagen für eine allseitige Leistungsüberprüfung des Nachwuchses im Kanu-Rennsport geschaffen. Die Zuerkennung des Status eines D-(Landes-) Kaders bedingte für den einzelnen Sportler, in der Summe aller Einzelüberprüfungen eine Punktzahl zu erreichen, die mindestens 80 % der festgelegten Bestleitungen entspricht.
Die jeweiligen Normwerte und Einzeldisziplinen wurden im Verlaufe der Jahre geringfügig verändert und entsprachen ebenso den Wertvorstellungen des Landes-Sportbundes Brandenburg.
Sowohl bei der Bewerbung zur Aufnahme an der Sportschule als auch bei Bereitstellung von öffentlichen Mitteln zur Unterstützung der Nachwuchsförderung in den Vereinen und Landesstützpunkten werden der D-Kaderstatus und der damit verbundene Leistungsnachweis berücksichtigt.
Diesem Beispiel des LKV Brandenburg zur zielgerichteten und leistungsorientierten Nachwuchsentwicklung folgten im Verlaufe der Jahre auch andere Landesverbände.

Wer stellte sich dem diesjährigen Test?

Am 07. Oktober nahmen über 150 Nachwuchspaddler aus elf Brandenburger Kanuvereinen/ -abteilungen an der jährlichen D-(Landes-) Kader-Qualifikation auf dem Gelände des Potsdamer Sportparks im Luftschiffhafen teil. Mehr als zwei Drittel der Überprüften gehörten den Geburtsjahrgängen 2004 bis 2007 an. Die Leistungsnachweise vor Beginn der neuen Wettkampfsaison waren in verschiedenen Disziplinen, sowohl im Boot (Sprint- und Langstrecke) als auch auf der Laufbahn (Sprint und Ausdauer) sowie im Kraft- und Gewandtheitsbereich zu erbringen.
Die zahlenmäßig stärksten Aufgebote hatten der Landesstützpunkt (LSP) des Kanu-Clubs (KC) Potsdam mit 63 Aktiven, der LSP der Kanuabteilung (KA) des SV Stahl Finow (15) und der LSP der KA von WS PCK Schwedt (15) gemeldet.

Wie viele Kinder erfüllten die D-Kadernorm?

Nach Absolvierung aller Disziplinen konnten 85 der jungen Sportler/ -innen (ca. 56 % der Teilnehmer) für sich in Anspruch nehmen, die Leistungen für die Zuerkennung des Status eines D-Kaders erbracht zu haben. Allein auf 54 D-Kader für die neue Saison 2018 kann dabei der LSP des KC Potsdam verweisen. Das sind 86% der getesteten Potsdamer Nachwuchspaddler. Jeweils vier bis sechs Nachwuchspaddler mit Landeskaderstatus konnten die Kanuabteilungen von Einheit Spremberg, WSV PCK Schwedt, ESV RAW Lok Cottbus, SV Stahl Finow und Blau Weiß Wusterwitz sowie der Rathenower WSV Kanu für sich verbuchen.

Wer überzeugte mit überdurchschnittlichen Leistungen?

Die stärksten Leistungen erbrachten Leon-Michael Reckzeh und Justine Böttcher (beide KC Potsdam) sowie Noam Voigt (Blau Weiß Wusterwitz). Auch die Potsdamer Erik Etlich, Arwin Stebe und Greta Siwulla sowie Lilly Timm aus Wusterwitz erzielten überdurchschnittliche Ergebnisse. Weitere insgesamt acht Nachwuchsathleten aus Potsdam, Schwedt und Kirchmöser übertrafen die 100%-Marke.

Günter Welke

Der Organisator

Jeffrey Zeidler ist mehr als nur Trainer. Er sichtet, organisiert, postet und ist auch für den Vorstand des Fördervereins oft erster Ansprechpartner. Ex-Weltmeister Ronald Verch hat ihn besucht.

Wenn es bei uns im Verein etwas zu organisieren gibt, ist Jeffrey Zeidler immer ein sehr guter Ansprechpartner. Egal, ob für die Struktur der Trainingsgruppen im neuen Trainings- und Wettkampfjahr, die Verteilung der Schränke in den Umkleidekabinen oder die Planung von Wettkämpfen und Trainingslager, für all dies fühlt sich Jeffrey in Zusammenarbeit mit den anderen Trainern verantwortlich. Aber nicht nur rein organisatorische Anliegen zählen zu seinen Aufgaben. „Ich bin auch für die Sichtung des Potsdamer Kanunachwuchses verantwortlich“, so der 26-jährige. „Wir besuchen regelmäßig die Potsdamer Grundschulen oder laden sie im Sommer auf unser Gelände ein, um den Schülern den Kanusport nahe zu bringen und hoffen natürlich, dass einige Gefallen daran finden und auf Dauer zu uns zum Training kommen“.

Den Kids das Paddeln beizubringen, war schon immer Jeffreys Aufgabe im Verein. „Ich bin 2010 zum KC Potsdam gekommen, war anfangs Übungsleiter in der Trainingsgruppe von Joaquim Delgado. Parallel habe ich erst Sportmarketing und dann Wettkampf- und Leistungssport an der Europäischen Sportakademie Potsdam studiert“, erzählt der frühere Canadierfahrer, der das Paddeln einst beim WSF Pirscheide lernte. „Als Jo dann ankündigte, nach Essen zu gehen, habe ich seine Stelle übernehmen können und nebenbei mein Studium mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen“. Der Reiz seiner Tätigkeit liegt für ihn darin, die Entwicklung der Kinder in den ersten drei Jahren zu begleiten: „Wir sichten die Kids und sehen dann, wie sie sich Schritt für Schritt entwickeln. Wenn sie dann in andere Trainingsgruppen wechseln, sind sie bei uns im Bootshaus ja nicht aus den Augen…“. So kann Jeffrey mit einem gewissen Stolz berichten, dass zum Beispiel der K4-Juniorenweltmeister dieses Jahres, Leonard Busch, einst bei ihm das Paddeln erlernte. „Auch unsere beiden Canadier-Damen Ophelia Preller und Annika Loske haben wir mit Jo damals in unserer Trainingsgruppe begleitet und ihnen das Paddeln beigebracht.“

So kann der Potsdamer trotz seiner jungen Jahre bereits auf eine erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Wir wollen Jeffrey an dieser Stelle danken und hoffen, dass er dem Verein mit seiner Trainings- und Organisationsarbeit noch lange erhalten bleibt.

Ronald Verch

// Ankündigung KCP-Kalender 2018 //

Unsere_Junioreneuropameisterin_Stine_Noack_in_einem_Boot_mit-Franziska_Weber-Tabea_Medert_und_Conny_Wassuth

Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende, sportlich sind die Weichen für das WM-Jahr 2018 längst gestellt. In guter alter Tradition wird der Kanu-Club Potsdam seinen Freunden und Förderern auch wieder einen Begleiter für die nächste Saison an die Hand geben. Der Vereinskalender wird unter dem Moto „Vorbilder“ stehen. Neben Impressionen der diesjährigen Weltmeisterschaften und der Nachwuchswettkämpfe, der Wasserspiele und des Kanalsprints haben sich unsere erfolgreichen Athleten der Leistungsklasse und der Junioren für Bilder überraschender Bootsbesatzungen zusammen getan und erzählen über ihre eigenen sportlichen Vorbilder und wie es ist nun selbst Idol für die jungen Kanuten zu sein.

Wir hoffen euer Interesse geweckt zu haben und freuen uns über reges Interesse am Kalender des Kanu-Clubs Potsdam für das Jahr 2018.