Verehrte Mitglieder des Kanuclubs Potsdam
und seines Fördervereins, liebe Kanufreunde,

Brandenburgs Sportministerin sichtbar in der Kanuscheune. Dieselbe Ressortchefin am Stadtkanal. Und Britta Ernst auch bei den Deutschen Meisterschaften in Hamburg. Die Amtsnachfolgerin von Hugo Baaske ist in diesem Sommer in puncto politischer Präsenz in Brandenburgs erfolgreichster Sportart nicht zu überbieten. Grund genug für die Kanuspitze, die 57jährige Neu-Potsdamerin um Ihre Sicht auf den Kanusport zu bitten - mit der überraschenden Erkenntnis, dass Ministerin Ernst den Posts der Weltmeisterin Weber auf Instagram folgt und ein ganzes Ministerium mitfiebert, wenn die neue Mitarbeiterin Waßmuth an den Start geht.

Apropos Conny Waßmuth. Die Kajakfahrerin gewann bei den Deutschen Meisterschaften unter den Augen ihrer Ministerin gleich viermal Gold – genau so viel wie vier weitere KCP-Rennkanuten. Doch sie waren mit dieser Bilanz nicht die Erfolgreichsten in Hamburg. Fabien Schatz mit fünf und Sebastian Brendel mit sechs Goldenen übertrumpften sie. Und alle zusammen stellten einen beeindruckenden neuen Vereinsrekord auf.

Die insgesamt 80 Hamburger Medaillen haben auch die Redaktion der Kanuspitze so beeindruckt, dass gleich drei Autoren das Fabelergebnis mal richtig statistisch auseinandernehmen, eine neue Leistungsträgerin vorstellen und einen Erfolgsgaranten befragen.

Zunächst aber nehmen wir Sie mit an den Potsdamer Stadtkanal…

Viel Vergnügen mit der „Kanuspitze“ – Anregungen gern über info@kanuteamwork.de

„Sport frei“

Ihr KCP-Fördervereinsvorstand

Kanalsprint 

Weltklasse auf 180 Metern 

Auch in diesem Jahr strömten wieder viele Potsdamer mit Kind und Kegel zum Potsdamer Kanalsprint. Hautnah konnten sie die internationale Kanuelite bei ihren heißen Duellen auf dem einmaligen Kurs beobachten. Und die 14. Ausgabe konnte mit einigen Neuheiten aufwarten – dass es Ungarn-Festspiele  wurden, war eine davon.

Eigentlich ist die Saison 2018 ja bereits Geschichte. Internationale Ehren wurden bei den Welt- und Europameisterschafen der verschiedenen Altersklassen vergeben, und auch national wurden die Besten bei den Deutschen Meisterschaften in Hamburg ermittelt. Man könnte meinen, jeder der nachfolgenden Wettkämpfe wäre ein reines Schaulaufen, bei dem die Ergebnisse nur zweitrangig sind. 

Aber weit gefehlt. Dass dem nicht so ist, davon konnten sich die vielen Kanu-Fans beim 14. Kanalsprint auf dem Potsdamer Stadtkanal in der Yorckstraße selbst überzeugen. Unter ihnen waren auch die brandenburgische Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, Britta Ernst (SPD), bei den Finals auch der Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), der Finanzminister des Landes Brandenburg, Christian Görke (Die Linke), der Staatssekretär Thomas Kralinski (SPD), sowie der scheidende Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Jann Jacobs (SPD) und der OB-Kandidat Mike Schubert (SPD). 

Wie auch schon in den letzten Jahren waren auch 2018 neben den erfolgreichen WM-Startern des KC Potsdams wieder zahlreiche erfolgreiche Sprintasse der internationalen Kanuszene mit von der Partie, um auf der ungewohnten 180 Meter Strecke die Besten unter sich auszumachen. Ein ausgeklügelter Modus sorgt dafür, dass sich letztlich die jeweils beiden besten Sprinterinnen und Sprinter im Finale trafen, auch wenn sie bereits in der Vorrunde ein erstes Duell bestritten. Spannung war also garantiert. 

Den Anfang machten die Canadier-Damen. Erstmals wurde auch hier der Wettkampf mit dem vollen Teilnehmerfeld von acht Starterinnen ausgetragen. Mit dabei waren unsere 5000m-Vizeweltmeisterin Annika Loske und unsere hoffnungsvolle Nachwuchsathletin Isabelle Zanin. Leider hatten beide mit den Finals nichts zu tun. Der Sieg auf dem teils schwierig zu fahrenden, immer wieder welligen Stadtkanal wurde Balla Virág aus Ungarn vor der Französin Eugénie Dorange. Das B-Finale gewann die Tschechin Jana Jezova vor der Berlinerin Lisa Jahn. 

Auch das Feld der Kajak-Damen hielt einige hochkarätige Namen bereit – und eine weitere Neuheit. Mit Anna und Dora Lucz traten erstmals Geschwister auf dem Stadtkanal gegeneinander an. In der Vorrunde hatte Anna das bessere Ende für sich. Mit Marta Walczykiewicz war auch die Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von Rio de Janeiro erstmals beim Potsdamer Kanalsprint am Start. Dass sie eine ganz heiße Favoritin auf den Sieg sein würde, war ausgemacht. Somit war es keine große Überraschung, dass sie sich auch bis ins A-Finale vorkämpfte. Dort musste sie sich aber knapp der Ungarin Anna Lucz geschlagen geben. Das B-Finale gewann die Slowakin Ivana Mlàdkovà vor der Leipzigerin Tina Dietze. 

Bei den Canadier-Herren wurde die Weiterführung einer richtigen Kanalsprint-Fehde zwischen unseren beiden Olympiasiegern Sebastian Brendel und Jan Vandrey erwartet – und die Zuschauer wurden nicht enttäuscht. Im letzten Jahr trafen die beiden eigentlichen Bootspartner im Halbfinale aufeinander, welches aufgrund des knappen Ausgangs und der Kenterung beider Sportler wiederholt wurde. Das bessere Ende gab es damals für Basti, der letztlich den zweiten Platz hinter Jonathan Hajdu aus Ungarn belegte. Und in diesem Jahr? Wieder hieß das Halbfinale Brendel gegen Vandrey, wieder war der Vorsprung hauchdünn, wieder lag zumindest ein Kontrahent im Wasser. Mit einem gekonnten Zielsprung sicherte sich Jan den Halbfinalsieg gegen Basti und feierte diesen, nachdem er wieder aufgetaucht war. Im Finale musste er sich aber dem Vorjahressieger geschlagen geben, der seinen Titel damit erfolgreich verteidigte. Basti gewann das B-Finale gegen unseren WM-Finalisten Stefan Kiraj. 

Wer bei den Kajak-Herren als großer Favorit in den Wettbewerb geht, war nur schwer zu sagen. Dass unser Routinier und Vierer-Weltmeister vom 2018, Ronald Rauhe, aber zum Kreis der heißen Anwärter auf den ersten Rang gehört, war aber klar, ist er doch schon seit der ersten Ausgabe im Jahr 2005 mit von der Partie und kennt sowohl Kanal als auch Rennmodus wie seine Westentasche. Der ungarische Vorjahressieger Balász Birkás war ebenfalls wieder mit von der Partie, konnte sich aber nicht bis in die Finals vorkämpfen. Im A-Fiale standen sich sein Landsmann Sandor Todká und Lokalmatador Ronny Rauhe gegenüber. Auch hier hatte ein Ungar das bessere Ende für sich. Im B-Finale konnte sich Péter Molnár aus Ungarn gegen den Serbe Marko Dragoslavjevic durchsetzen. 

Somit entwickelte sich die diesjährige Ausgabe des Potsdamer Kanalsprints zu wahren ungarischen Festspielen. Es bleibt abzuwarten ob sich die Magyaren bei den Weltmeisterschaften in der ungarischen Kanuhochburg im kommenden Jahr ebenfalls als höfliche Gastgeber erweisen. Der 14. Potsdamer Kanalsprint war jedenfalls wieder eine hervorragend organisierte Werbung für den Kanusport, die Vorfreude auf die 15. Ausgabe 2019 steigt bereits jetzt. 

Wir bedanken uns bei allen Sponsoren, Unterstützern sowie den zahlreichen Helfern, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben sowie bei den vielen Gästen für ihr Interesse am Kanusport in Potsdam! 

Ronald Verch

Deutsche Meisterschaften I: 

Medaillenrekord für Kanu-Club Potsdam 

Gleich das erste Finalrennen der diesjährigen Deutschen Meisterschaften vom 30. August bis zum 2. September in Hamburg Allermöhe war ein Fingerzeig. Es gewann mit den Juniorinnen Lara-Noelle Reiner/ Patricia Schwarz ein Canadier-Duo des Kanu-Clubs Potsdam  im C2 über 500 m mit 0,17 Sekunden vor dem zweitplatzierten Boot des SC Magdeburg. Mit diesem äußerst knappen, aber nicht dem knappsten Sieg wurde der Auftakt für einen extrem starken Auftritt der Potsdamer Rennkanuten eingeläutet, der sich in der imponierenden Gesamtbilanz von 36 Gold-, 26 Silber- und 18 Bronzemedaillen widerspiegelt. Anlass genug für den Nestor der Kanuspitze, Günter Welke, mal hinter die Zahlen dieses Rekordes zu blicken. 

Mit insgesamt 80 Medaillen wurde in Hamburg ein bisher einmaliges Ergebnis bei Deutschen Meisterschaften (DM) für den KC Potsdam erzielt. Der bisherige Rekord war seit 2013 mit 76 Medaillen registriert.  Bei den DM 2018  konnten über 40% der insgesamt 85 Finalrennen in der Erwachsenen-Leistungsklasse sowie im Junioren- und Jugendbereich gewonnen werden. Die Medaillengewinne der vom KC Potsdam für den KV Brandenburger Adler startenden A-Schüler/-innen  sind in der Bilanz nicht enthalten. Noch am dichtesten war der KV Nordrhein-Westfalen mit dreizehn Siegen und weiteren vierzehn Medaillen dem KC Potsdam auf den Fersen. 

Einmal war es ganz, ganz knapp

Der engste Potsdamer Sieg wurde am Samstagabend im C8 mix der Leistungsklasse über 200 m eingefahren. Die beiden Olympiasieger Sebastian Brendel und Jan Vandrey trieben das Mannschaftsboot, in dem auch die diesjährige Vizeweltmeisterin Annika Loske mitpaddelte, nach 36,18 Sekunden Fahrzeit mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,02 Sekunden vor der Renngemeinschaft Sachsen über die Ziellinie. 

Erfolgreichster Athlet war Sebastian Brendel mit sechs Goldmedaillen

Obwohl Sebastian Brendel auf einen Start im C1 über 5000 m und damit auf den möglichen Gewinn eines weiteren DM-Titels verzichtete, avancierte er dennoch auf der Regattastrecke Allermöhe mit sechs Goldmedaillen zum erfolgreichsten Athleten des Kanu-Clubs Potsdam im OSC. Er gewann neben dem C8 sowohl im C1 über 500 m und 1000 m, im C2 gemeinsam mit Jan Vandrey ebenfalls über 500 m und 1000 m sowie im C4 mix über 500 m zusammen  mit Stefan Kiraj, Fabian Dittrich und der Juniorin Lara-Noelle Reiner.  

Fabien Schatz verbuchte fünf Siege

Mit fünf Siegen machte Candierfahrer Fabien Schatz seinem Vorbild Sebastian Brendel harte Konkurrenz. Im Juniorenbereich holte er sich vier Siege: Im C1/ 200 m, im C2 gemeinsam mit Roar Benecke über 500 m und 1000 m sowie im C4 mix/ 500 m zusammen mit T.-L Hinz/ F. Köppen/ R. Bennecke. Außerdem paddelte er zusammen mit Brendel im C8 mix/ 200 m. 

Fünf Potsdamer Sportler/-innen als Vierfachgewinner

Conny Waßmuth und Jan Vandrey (beide Leistungsklasse), sowie Martin Hiller, Leonard Busch und Roar Bennecke (alle Junioren) gehörten zu den fünf weiteren Potsdamer Rennkanuten, die sich über jeweils  viermal Gold erfreuten. 

Fünfmal dreifache Goldmedaillengewinner/-innen

Als dreifache Goldmedaillengewinner zeichneten sich zudem Weltmeisterin Franziska Weber (zusammen mit Conny Waßmuth im K2 über 200 m und 500 m sowie im K4 über 500 m), die Junioren Hannah Blechschmidt, Jonas Schmitt, Elias Kurth und Florian Köppen sowie die Jugendliche Isabelle Zanin aus. Letztere gewann zudem den Pokal um den  Nationalmannschaftscup des Deutschen Kanu-Verbandes der weiblichen Candierfahrerinnen vor ihrer Trainingsgefährtin Isabell Franz. 

Medaillenverteilung für den KC Potsdam nach Altersbereichen:

Erwachsenen-Leistungsklasse   14 x Gold   10 x Silber   6 x Bronze 
Junioren  18 x Gold   11 x Silber   10 x Bronze 
Jugend   4 x Gold   5 x Gold   2 x Bronze 

Deutsche Meisterschaften II: 

Die Junioren als Medaillenbank 

Deutsche Meisterschaften im Kanurennsport sind Mammutveranstaltungen. Die Leistungsklasse startet ebenso wie die Sportlerinnen und Sportler aus den Bereichen Junioren, Jugend und Schüler. Und dabei zeigten sich die Junioren mit allein 18 Mal Gold neben den erfolgreichen WM-Startern als eine wahre Medaillenbank für den KC Potsdam. Hatten sie mit den Junioren-welt- und -europameisterschaften doch auch bereits ihren sportlichen Jahreshöhepunkt erfolgreich absolviert (JWM 2x Silber, 3x Bronze; JEM 2x Bronze), so wollten sie in der Hansestadt der nationalen Konkurrenz nochmals zeigen, dass sie im Einer aber auch in den Mannschaftsbooten Spitze sind.

Ronald Verch attestiert ihnen: Vorhaben eindrucksvoll gelungen – und listet auf! 

Insgesamt holten die Juniorinnen und Junioren des KC-Potsdams 18 Gold-, 11 Silber- und 10 Bronzemedaillen. Ein Ergebnis, welches allein genommen in der Vereinswertung zu einem der vorderen Plätze gereicht hätte. 

Bei den Kajak-Herren, trainiert von Clemens Paarmann, bildeten unsere erfolgreichen JWM-Teilnehmer Martin Hiller (Silber K1 1000m), Leonard Busch und Jonas Schmitt (alle gemeinsam Silber K4 500m) sowie der zweifache Bronzemedaillengewinner der Junioren-EM Elias Kurth (K2, K4 1000m) das erfolgreiche Quartett. Sie gewannen insgesamt sechs Meistertitel sowie zwei weitere Silbermedaillen. Im K1 über die 200m-Sprintstrecke kam es zum Fotofinish zwischen Leonard und Martin mit dem besseren Ende für Leo, der sich den Meistertitel sicherte. Vielleicht eine kleine Revanche aus Zeit der männlichen Jugend? Bei der DM vor zwei Jahren in Brandenburg siegte Martin knapp vor Leo. 

Auch die Kajak-Damen zeigten ihre Stärke. Die Trainingsgruppe unseres ehemaligen Kajak-Weltmeisters Lutz Altepost holte insgesamt vier Meistertitel, zwei Silbermedaillen und zwei bronzene Plaketten. Besonders hervorstach hierbei Hannah Blechschmidt. Trotz vielerlei Verletzungssorgen schaffte sie die Qualifikation für die Junioren-WM, welche dann aber leider ohne Medaillenerfolg blieb. Entsprechend motiviert zeigte sie sich dann auf der Dove-Elbe und gewann drei Titel im Einerkajak, über 500, 1000 und 5000m. Hinzu kamen im Kajak der Juniorinnen noch die Goldmedaille für die JEM-Starter Stine Noack und Katharina Diederichs im K2 über 200m, sowie Silber im K2 500m (Stine und Katharina), K4 500m (Hannah, Stine, Katharina und Leonie Dehn) sowie Stines Bronzemedaille über 500m. 

Eine weitere ehemalige Weltklassekanutin zeigte sich in Hamburg als wahre Erfolgstrainerin. Unter der Regie von Katrin Wagner-Augustin dominierten die Canadier-Herren Florian Köppen, Roar Benecke, Tom-Lucas Hinz, Fabien Schatz, Janek Weßel und Maurice Dolezel die Konkurrenz der männlichen Canadierfahrer der 17 bis 18jährigen nahezu nach Belieben. Sie gewannen nicht nur alle Goldmedaillen (7 Stück) sondern belegten - den C1 über 200m ausgenommen - alle weiteren Medaillenplätze mit den Athleten, die an der Startlinie standen. So gab es Potsdamer Dreifachsiege im C1 500, C1 1000m, C2 1000 und im C1 5000m, sowie einen Doppelsieg im C2 500m. 

Auch die Canadier-Damen Lara-Noelle Rainer und Patricia Schwarz, die die Potsdamer Erfolgsbilanz am Eröffnungstag eingeläuteten, hatten unter der Leitung von Jirka Letzin ihren Anteil am erfolgreichen Abschneiden der Junioren. Eine Gold-, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen standen schlussendlich zu Buche. Gold gab es für beide im C2 über 500m, dazu Bronze über 200m. Die restlichen Medaillen gewannen beide in den Einzeldisziplinen.

Deutsche Meisterschaften III: 

Isabelle Zanin – Jugend mit Zukunft 

Nicht nur die Junioren zeigten in Hamburg ihre Stärken, auch in der Jugendklasse der 15 und 16-jährigen zeigten Potsdamer Sportlerrinnen und Sportler, dass mit ihnen beim Kampf um die Plätze in den Nachwuchsnationalmannschaften des Deutschen Kanu-Verbandes zu rechnen ist. Viermal Gold, viermal Silber und zweimal Bronze steuerten sie zum insgesamt hervorragenden Abschneiden des Vereins bei. Benett Weiß zeigte seine Sprintstärke beim Gewinn der Goldmedaille im Einerkajak über 200m, aber mit drei Meistertiteln stach Isabelle Zanin bei den Canadier-Damen besonders hervor.

Grund genug für Günter Welke, mit Isabelle ins Gespräch zu kommen. 

Nicht erst mit Abschluss der Saison 2018, sondern auch bereits im Vorjahr stellte Isabelle Zanin mit ihren Leistungen unter Beweis, dass sie im weiblichen Jugendbereich als erfolgreichste deutsche Canadierfahrerin gilt.

So gewann sie in den Wettkampfjahren 2017 und 2018 bei den  Deutschen Meisterschaften  insgesamt sieben Gold- und eine Bronzemedaille und wurde auch in beiden Jahren als Gewinnerin des Nationalmannschaftscups ausgezeichnet.

Sowohl 2017 als auch 2018 wurde sie für die Olympic Hopes nominiert und verzeichnete zusammen vier Siege sowie den Gewinn von drei Silber- und einer Bronzemedaille. Aufgrund ihrer Wettkampferfolge wurde Isabelle zudem bereits als Jugendliche für die Teilnahme an den Junioren-Weltmeisterschaften 2018 eingeladen und belegte hier einen beachtenswerten 8. Platz im C1 über 200 m.

„Meine Erwartungen und Zielsetzungen für die Deutschen Meisterschaften 2018 in Hamburg konnte ich realisieren“, resümierte Isabelle in einem Gespräch vor wenigen Tagen. „Allerdings konnte ich an meine Bestleistungen nicht ganz anknüpfen, denn die Teilnahme an den Weltmeisterschaften hatte doch etwas Kraft gekostet“, setzte sie hinzu. Dennoch hat sie sich auf die folgenden Starts bei den Olympic Hopes bereits im Vorfeld gefreut. „Dass ich meine Bestzeit im C1 über 200 m in Poznan verbessern konnte (hier gewann Isabelle eine Silbermedaille, d. Autor) gibt mir weiteres Selbstvertrauen, um im nächsten Jahr auch bei den Juniorinnen bestehen  zu können“, gibt sich die ehemalige Turnerin und Schwimmerin optimistisch.

Dennoch schätzt sie realistisch ein, dass die Weltspitze derzeit noch ein gutes Stück vorauspaddelt. „Da ich weiß, was auf mich in der nächsten Saison zukommen wird“, so Isabelle, “werde ich im Winter richtig ranklotzen und vor allem im Kraftbereich zulegen.“

Vielleicht ergibt sich auch in nächster Zeit die Möglichkeit, gemeinsam mit Isabelle auf Vereinsbasis ein schlagkräftiges weibliches Canadier-Duo aufzubauen. Nach ihrer Einschätzung und der Meinung des Trainers Jirka Letzin ist dieser Gedanke jedoch noch nicht spruchreif.

Auf  jeden Fall hält Isabelle auch in den nächsten Jahren dem Kanu-Rennsport die Treue, denn, so die auch in zwei anderen Sportarten erprobte: “Es heißt doch immer ‚aller guten Dinge sind drei‘ - also bin ich jetzt bei meiner letzten und mir viel Spaß bereitenden Sportart angelangt.“

Deutsche Meisterschaften – die letzte: 

KV Brandenburger Adler mit 19 Medaillen 

Der KV Brandenburger Adler mit ausschließlich 13- und 14-jährigen Schülern A aus sechs verschiedenen Vereinen des Landeskanuverbandes Brandenburg und zu fast 80% mit Nachwuchssportlern aus dem Landesstützpunkt des KC Potsdam besetzt, erzielte eine Medaillenausbeute von 6 x Gold, 7 x Silber und 6 x Bronze.

Als Erfolgreichste ihres Vereins machte vor allem Justine Böttcher auf sich aufmerksam. Sie gewann nicht nur den Kanu-Mehrkampf der weiblichen Canadierfahrerinnen, sondern auch im C1 über 200 m und zusammen mit Chantel Tornow auch im C2 über 500 m und 2000 m. Ein besonderes Erlebnis war für alle Beteiligten der Sieg im C8 mix vor dem SC DHfK Leipzig.

Fazit der Redaktion: Insgesamt zeigt dieses überaus erfolgreiche Abschneiden des gesamten Nachwuchses von den Schülern über die Jugend bis zu den Junioren wie erfolgreich die Nachwuchsarbeit mit Hilfe des Schule-Leistungssportverbundsystems, aber auch mit Hilfe der hervorragenden Kinder- und Jugendarbeit in den Heimatvereinen unserer Athletinnen und Athleten ist. Übrigens: Zu 75% waren die Potsdamer Medaillengewinner gleichzeitig Sportschüler/-innen.

Was macht eigentlich: 

… Lutz Altepost ? 

Der aufmerksame Leser dieser Kanuspitze kennt die Kurzantwort bereits präzise. Der Ex-Weltmeister trainiert die Kajak-Juniorinnen des KCP. Und er war erfolgreich mit seinen Schützlingen bei den Deutschen Meisterschaften in Hamburg.
Und sonst? Genau dieser Frage geht Michael Meyer in dieser Rubrik über die Besten in der über 50-jährigen Erfolgsgeschichte des Kanu-Clubs Potsdam traditionell nach – und so aus aktuellem Anlass auch heute unter dem Motto: WM-Gold, Trainingstipps, Angelfreuden.

Lutz Altepost genießt derzeit seinen Urlaub. Hinter dem 37-Jährigen liegen anstrengende Wochen und Monate mit zahlreichen Adrenalinschüben. Die letzten erlebte er erst kürzlich bei den Deutschen Meisterschaften der Rennkanuten in Hamburg, als er am Ufer der Regattastrecke Allermöhle nur noch hoffen konnte, dass seine Schützlinge auf dem Wasser das in die Waagschale werfen, was er ihnen vermittelt hatte. Und was sie in ihren Rennen der Juniorinnen auch taten. „Ich war zufrieden“, erklärt der Potsdamer daher. „Die Mädchen holten ordentlich Medaillen und die Leistungen stimmten.“ Vor allem Hannah Blechschmidt glänze mit Gold in allen drei Einer-Finals und zwei Silbermedaillen in weiteren Potsdamer Booten. „Ja, sie hat ganz schön abgeräumt“, freut sich Lutz Altepost als Trainer im Bundes- und Landesstützpunkt Kanu-Rennsport Potsdam. Wenn er die jungen Kajak-Fahrerinnen des Kanu-Clubs anleitet, wissen die Mädchen, dass er dabei auch aus eigener Erfahrung schöpft. Schließlich gehörte ihr Coach in seiner aktiven Zeit selbst zur Paddel-Weltspitze. Olympia-Bronze, zwei Weltmeistertitel sowie weitere WM-Medaillen erkämpfte der gebürtige Westfale zwischen 2003 und 2008 im Kajak, ehe er sich entschied, seinen Wissensschatz an den Nachwuchs weiterzugeben.

Eigentlich sollten die Olympischen Spiele 2008 in Peking Alteposts Leistungssport-Karriere krönen, doch im Ruder- und Kanupark Shunyi erwischten der Potsdamer, sein Klubkamerad Torsten Eckbrett, der Berliner Norman Bröckl und Björn Goldschmidt aus Karlsruhe im Viererkajak über 1000 Meter nicht ihren besten Tag. „Wir sind damals ein verdammt schlechtes Rennen gefahren“, weiß der 1,93-Meter-Mann mit dem Kleiderschrank-Kreuz auch zehn Jahre später noch. „Wir hatten ehrlich gesagt auf mehr gehofft, schließlich waren wir im Jahr davor auf der gleichen Strecke Weltmeister geworden.“ 2007 war Altepost gemeinsam mit Bröckl, Goldschmidt und dem Magdeburger Marco Herszel bei den Heim-WM in Duisburg durchaus etwas außerplanmäßig mit einem furiosen Endspurt zum Sieg propellert. Der Potsdamer hatte in jenem Jahr lange mit einer schweren Infektionskrankheit zu ringen, ehe er rechtzeitig genug wieder fit wurde, um das Quartett als Schlagmann zum Triumph zu führen. „Deshalb habe ich mich über diese Goldmedaille eigentlich noch mehr gefreut als über unseren Vierer-Titel 2005 in Zagreb, der nicht so überraschend war. Die Riesenstimmung in Duisburg vor voller Tribüne hat uns noch zusätzlich vorangetrieben. Das war schon ein Riesending.“

Daran wollte der deutsche K4 auch 2009 anknüpfen, doch ausgerechnet bei den Heim- Europameisterschaften auf dem Brandenburger Beetzsee rauschte er als Vierter knapp an Edelmetall vorbei, und bei den WM im kanadischen Dartmouth wurden Altepost & Co. durch Algen auf der Bahn ausgebremst und so am Ende nur Siebter. Nachdem er dann bei den nationalen Qualifikationen den Sprung ins Nationalteam 2010 verpasst hatte, stellte er nach rund zehn Jahren in Hochleistungssport das Paddel in die Ecke. 2001 war Altepost aus Emsdetten, wo er als Zehnjähriger beim heimischen Canu-Club erstmals in den Kajak gestiegen war, als Sportsoldat in den Potsdamer Luftschiffhafen gekommen. „Zum einen wegen der Bundeswehr, zum anderen aber auch wegen der ausgezeichneten Bedingungen hier“, so Lutz Altepost, der zwei Jahre lang für den KC Potsdam paddelte, ehe er vier Jahre lang für die KG Essen antrat, aber weiterhin beim Potsdamer Erfolgscoach Rolf-Dieter Amend im Luftschiffhafen trainierte, „der großen Anteil an meinen Erfolgen hat“. 2007 kehrte er nach WM-Gold im K4 und -Silber im Einerkajak 2005 sowie WM-Bronze 2003 und 2006 jeweils im K1 zum Potsdamer Klub zurück, für den er noch zwei weitere internationale Medaillen gewann. Dass seine Stimme bei den deutschen Kanuten Gewicht hatte, unterstreicht sein Amt als deren Athletensprecher von 2005 bis 2010. Zumal er bereits als Aktiver Verantwortung übernahm: 2007 gründete er gemeinsam mit dem damaligen DKV-„Vize“ und jetzigen Verbands-Präsidenten Thomas Konietzko die Arbeitsgemeinschaft Dopingprävention des DKV. „Im Vorfeld der WM in Duisburg hatte das Thema Doping durch den Radsport zu vielen Diskussionen geführt und auch den Kanusport erreicht“, erinnert sich Altepost. Ziel der AG war es, alle Aktiven durch Schulungen besser mit dem Thema vertraut zu machen und sie darauf vorzubereiten, dass sie auch schon als 13-, 14-Jährige bei Deutschen Meisterschaften Doping-Kontrollen unterzogen werden können. „Und dann schützen Unwissen oder Fahrlässigkeit niemanden“, so der jetzige Coach. Nun sind Schulungen alle vier Jahre für jeden Teilnehmer an Deutschen Meisterschaften des DKV verpflichtend. Das gilt auch für die Potsdamer Talente, für die Altepost zudem seit 2011 den den alljährlichen Jugendaustausch mit jungen Paddlern des französischen Vereins Boulogne Canoe Kayak aus Boulogne-sur-Me verantwortet.

Trainer ist Lutz Altepost seit Januar 2011; zunächst an der Seite Petra Welkes, später dann eigenständig. Als Sportsoldat hatte er bereits eine Ausbildung zum Coach bei der Bundeswehr beendet, dazu kam der A-Trainer-Schein, den er in Duisburg machte, und sein Sportstudium an der Europäischen Sportakademie des Landes Brandenburg (ESAB) „steckt jetzt in den letzten Zügen“, so der zweifache Familienvater, der Potsdam nach seinem Karriereende auch der Liebe wegen treu blieb. Gemeinsam mit seiner Maria – einst im Judo selbst sportlich aktiv – und ihren gemeinsamen Kindern Tiana June (11) und Mateo (6) lebt er in Werder (Havel), wo er auf der Regattastrecke Föhse gelegentlich auch noch selbst das Paddel schwingt. Und wo er sich um sein Hobby kümmert: Fische. Das heimische Aquarium hat inzwischen seine Tochter übernommen, aber angeln geht Lutz Altepost nach wie vor gern. „Viel auf Karpfen und auf Zander“, erzählt er. So oft es geht, ist er deshalb mit der Angel am Wasser zu finden; auch jetzt im wohlverdienten Urlaub.

Michael Meyer
Fotos: Archiv, privat

psssst…Bootsgeflüster:

Im Doppel in den Hafen der Ehe

Ex-Weltmeister Ronald Verch schreibt über das, was sich hinter den Kulissen des erfolgreichsten Kanuclubs der Welt ereignet oder besprochen wird. Heute: Heiraten im KCP. 

Der Gewinn der Olympischen Goldmedaille war für Franziska Weber (London 2012) und Jan Vandrey (Rio de Janeiro 2016) sicher einer der schönsten, wenn nicht der schönste Tag in beider bisherigem Leben. Nun steht wieder ein besonderer Tag mit einem besonderen Ereignis bevor, beide steuern in den Hafen der Ehe ein – bevor jetzt große Verwunderung aufkommt, jeder in seinen! 

Franzi wird am Samstag, dem 29. September, ihrem Peter das Ja-Wort geben. Sie und der ehemalige Weltklasse-Canadierfahrer und WM-Bronzemedaillengewinner von 1999 trauen sich nach acht gemeinsamen Jahren den nächsten großen Schritt zu gehen. 

Nicht ganz solange ist Jan mit seiner Steffi ein Paar, aber seit der Geburt ihrer Tochter Mini Saphira im Herbst 2014 sind die drei bereits eine kleine Familie. Sie gehen heute am 28. September den Bund der Ehe ein. 

Die Mitglieder des Kanu-Clubs Potsdam sowie des Fördervereins für den Kanu-Club wünschen Franzi und Peter sowie Jan und Steffi alles Gute zur Hochzeit! Wir wünschen ihnen für das bevorstehende, gemeinsame Leben vor allem viel Gesundheit sowie den beiden jungen Familien alles erdenkliche Glück!

Exklusiv in der Kanuspitze: 

Ich spüre Leidenschaft und Leistungswillen 

Seit knapp einem Jahr ist Britta Ernst (SPD) Brandenburgs Sportministerin. Seitdem kümmert sie sich intensiv um den erfolgreichsten Kanu-Club der Welt. Sie schaut Live-Übertragungen von Wettkämpfen, ehrt die Besten und hat mit Conny Waßmuth eine KCP-Aktive im Ministerium. Heute schreibt sie zum ersten Mal über Kanu und das Sportland Brandenburg. 

Brandenburg ist ein sportliches Land. Engagiert im Breitensport und Spitze im Spitzensport. Daran hat der Kanusport mit seinen Kajaks und Canadiern maßgeblichen Anteil. Das ist weit über Brandenburg hinaus bekannt. Als Sportministerin in Brandenburg kann ich das jetzt hautnah erleben. Ich habe Vereine, Sportschulen, Olympiastützpunkte und auch Sportveranstaltungen besucht. Das waren durchweg tolle Erlebnisse, die mich von der Leistungskraft des brandenburgischen Sportsystems überzeugten. Der Mix macht Brandenburg zu einem attraktiven und aktiven Sportland, das in vielen Sportarten auf nationaler wie internationaler Bühne erfolgreich ist. In den letzten Monaten habe ich viele  Glückwünsche für sportliche Bestleistungen an brandenburgische Sportlerinnen und Sportler geschrieben. 

Getragen wird der Sport von überzeugten Mitgliedern, professionellen Trainerinnen und Trainern, den unermüdlichen Ehrenamtlichen und von einer engagierten Nachwuchsarbeit, aus der immer wieder neue Talente hervorgehen, von denen ich schon viele kennenlernen durfte. Natürlich kann ich nicht bei jedem Wettkampf dabei sein. Daher freue ich mich über das Engagement der Sportlerinnen und Sportler in den Sozialen Medien. Hier sind auch die Kanutinnen und Kanuten sehr aktiv, das macht es mir leichter, sie bei den Wettkämpfen zu begleiten. Wenn Franziska Weber den Link zum Livestream eines Wettkampfes bei Instagram postet, folge ich sofort. Die WM in Portugal habe ich so in Teilen verfolgen können. 

Besonders schön ist natürlich die Atmosphäre eines Live-Wettkampfes. Hier spürt man hautnah das Streben nach Sieg und Spitzenplätzen und die Unterstützung des Publikums. Ich war bei den Deutschen Kanurennsport-Meisterschaften in Hamburg; die 97. bereits und die 7. der Para-Kanuten. Das Publikum an der Regattastrecke Allermöhe erlebte spannende Rennen und klatschte die Kanuten begeistert ins Ziel. Am Ende war es der Kanu-Club Potsdam, dessen Sportlerinnen und Sportler die meisten Medaillen nach Hause brachten: 36 x Gold, 26 x Silber und 18 x Bronze –  80 Medaillen, soviel Meisterschafts- Edelmetall gab es selbst für die erfolgsverwöhnten Potsdamer noch nie. Es war mir eine Ehre, den Kanuten aus Brandenburg bzw. Potsdam die Medaillen zu überreichen. 

Nur wenige Tage später erlebte ich beim Potsdamer Kanalsprint solche Atmosphäre erneut. Schön zu sehen, wie viele Menschen dicht gedrängt an beiden Seiten des Stadtkanals in der Yorkstraße Platz fanden und den Kanu-Sprintern aus acht Nationen zujubelten. Sie konnten ihre Idole hautnah erleben. Darunter Olympiasieger und Weltmeister, aber auch bereits international erfolgreiche Nachwuchssportler. Ein Höhepunkt des traditionellen Kanufestes war die Ehrung der Potsdamer Kanutinnen und Kanuten für ihre tollen Ergebnisse bei der Weltmeisterschaft in Montemor-o-Velho und bei den Deutschen Meisterschaften in Hamburg. Ein schöner Abschluss eines ereignisreichen Tages. 

Die herausragenden Leistungen unserer Potsdamer Kanutinnen und Kanuten, die professionelle Arbeit des Vereins begeistern mich seit Amtsantritt. Mit seiner Dominanz auf Regatten Europas und der Welt, auf Meisterschaften und Olympiaden ist er ein verlässlicher Medaillengarant – wie der siegreiche „Dreiklang“ Weltmeisterschaft - Deutsche Meisterschaft - Kanalsprint erneut deutlich macht. Hinter solchen Leistungen stehen Leidenschaft und Leistungswille, ein beharrliches Training, Verbundenheit und Teamgeist. Das spürte ich deutlich während meiner Besuche im Förderverein und im Potsdamer Stützpunkt. Hier lernte ich schnell die Menschen kennen, die den KC Potsdam stark machen und die mir als neuer Ministerin sehr geholfen haben, mich schnell zurechtzufinden. Danke auch  an Jürgen Eschert, der mich zu einer Tour auf dem Wasser eingeladen hatte. 

Dieses Klima hat Ausnahmeathletinnen und –athleten wie Birgit Fischer hervorgebracht, die erfolgreichste deutsche Olympionikin überhaupt. Heute reihen sich in die Riege meisterlicher KC-Kanutinnen und Kanuten u.a. Conny Waßmuth, Sebastian Brendel, Ronald Rauhe, Jan Vandrey, Annika Loske, Tamas Gescö, Stefan Kiraj, Franziska Weber ein. Conny Waßmuth arbeitet in unserem Ministerium  – auch das ein schönes Stück Sportförderung. Wenn sie im Potsdamer Stadtkanal oder irgendwo auf der Welt Wettkampf-paddelt, fiebert stets das ganze Haus mit. Ich bin froh, dass wir mit mehreren Stellen in Brandenburg  verdienstvollen Sportlerinnen und Sportlern die Chance geben, ihre sportliche mit der beruflichen Karriere in Einklang zu bringen. 

Ich danke allen herzlich für diese überaus erfolgreiche Saison. Für die Wintersaison wünsche ich ein gutes Training, denn Tokyo 2020 ist nicht mehr fern. Ich drücke die Daumen und bin sicher, dass der KC Potsdam seine Vereinsgeschichte olympiareif und schlagkräftig fortschreiben wird. 

Mit sportlichen Grüßen 

Britta Ernst

Ministerin für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Olympic Hope Games I: 

Die große Chance  den ersten Schritt zu machen 

Die Namensgebung für diese Veranstaltung mit jahrzehnter langer Tradition, die jährlich im Herbst in einem der vier Ursprungsländer (Ungarn, Polen, Tschechien, Slowakei) ausgetragen wird, ist nicht zufällig gewählt. Zahlreiche spätere Olympiasieger und Weltmeister im Kanu-Rennsport sammelten bei diesen Wettkämpfen als Jugendliche ihre ersten internationalen Erfahrungen.

Weltmeister Ronald Verch startete 2002 und 2003 bei den Olympic Hope Games und verbuchte insgesamt drei Siege sowie fünf weitere Medaillengewinne. Die Olympiasiegerin und mehrfache Weltmeisterin Franziska Weber war erstmals als 15-Jährige dabei. In drei aufeinanderfolgenden Jahren (2004 bis 2006) gewann sie dabei respektable zwölf Gold- und vier weitere Medaillen. Letztlich fuhr der dreifache Olympiasieger und mehrmalige Weltmeister Sebastian Brendel als 17-Jähriger in Racice 2005 während der internationalen Nachwuchsregatta  fünfmal auf den ersten Platz. Im gleichen Jahr hatte er kurz zuvor in Szeged zwei Titel bei den Junioren-Weltmeisterschaften errungen.

Was eine Teilnahme an den Olympic Hope Games mit Sportlern macht, erzählt das einzig aktive Redaktionsmitglied der Kanuspitze Clara Thieme: 

Endlich den Bundesadler auf dem Shirt tragen dürfen. Zum allerersten Mal sich im internationalen Konkurrenzfeld mit den Besten seines Alters messen. Diese Möglichkeit bietet das Format der „Olympic Hope Games“ den jungen Kanutalenten der Nation schon über viele Jahre. Die Mannschaftskollegen kommen nun nicht mehr zwingend aus dem eigenen Verein und es bildet sich ein ganz neues Mannschaftsgefühl, welches für die anstehenden Nationalmannschaftsqualifikationen der nächsten Jahre umso motivierender wirkt. Jedenfalls habe ich das bei meinen Teilnahmen 2014 und 2015 so empfunden. Die dabei erreichten Medaillen -  sowohl im Einzel als auch im Mannschaftsboot -  haben diese spannende Erfahrung natürlich sehr positiv abgerundet.

Wie sich die diesjährigen Potsdamer Teilnehmer im polnischen Poznan präsentiert haben, verrät Ihnen Günter Welke.“

Olympic Hope Games II: 

4 x Gold für Potsdam in Poznan 

Dem im Ergebnis der Deutschen Meisterschaften nominiertem 41-köpfigen Nachwuchsteam des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV), das an der internationalen „Regatta der Olympischen Hoffnungen“ (Olympic Hope Games) vom 14.-16.09. in Poznan/ Polen teilnahm,  gehörten auch neun Nachwuchskanuten des Kanu-Clubs (KC)  Potsdam im OSC an. An diesen weltweit bedeutendsten Wettkämpfen für 15- bis 17-jährige Rennkanuten in Polen, beteiligten sich 36 Nationen von vier Kontinenten. Das Besondere der „Regatta der Olympischen Hoffnungen“ besteht darin, dass im Gegensatz zu internationalen Meisterschaften jede Nation pro Jahrgang und Bootsdisziplin zwei Boote zum Einsatz bringen kann. Die Rennen werden über 200 m, 500 m und 1000 m ausgetragen. 

Insgesamt wurden die Medaillengewinner in 51 Finalläufen ermittelt. Die ungarischen Paddeltalente stellten 18 Sieger/-innen und rangierten unangefochten an der Spitze in der Medaillenwertung. An zweiter Stelleplatzierte sich das Team des DKV mit 10 Gold-, 11 Silber- und 9 Bronzemedaillen.

Mit viermal Gold, zweimal Silber und viermal Bronze waren die Nachwuchssportler des KC Potsdam an der deutschen Medaillenausbeute beteiligt. 

Elias Kurth war erfolgreichster Potsdamer Nachwuchsathlet

Alle teilnehmenden neun Sportler/-innen des KC Potsdam waren in den Endläufen vertreten, einige von ihnen gleich mehrfach. In die Medaillenbereiche schafften es jedoch lediglich vier Athleten.

Gleich drei Goldmedaillen errang dabei Kajakfahrer Elias Kurth (Jahrgang 2001), der im K2 über 200 m zusammen mit dem Magdeburger Moritz Florstedt ebenso als erster die Ziellinie überquerte wie im K4 über 500 m und 1000 m.

Eine weitere Goldmedaille erkämpfte Canadierfahrer Florian Köppen (Jahrgang 2001) im C1 über 1000 m.

Die Gewinnerin des Nationalmannschaftscups 2018 Isabelle Zanin (Jahrgang 2002) gewann im Einer-Canadier Silber über 200 m und Bronze über 500 m. Die zweite Potsdamer Silbermedaille holte Erik Etlich (Jahrgang 2003) im C1 über  200 m.

Zweimal Bronze konnte Charlotte Pietzsch (Jahrgang 2001) im C2 über 200 m und 500 m erringen. Schließlich sicherte sich auch Katharina Diederichs (Jahrgang 2001) im K2 über 500 m eine Bronzemedaille.

Viermal wurde mit jeweils dem 4. Endlaufrang (K. Diederichs. C. Pietzsch, Bennet Weiß und Florian Köppen/ Janeck Weßel) ein weiterer Medaillengewinn knapp verpasst. 

Günter Welke

Manfred-Glöckner-Gedächtnis-Regatta: 

Junge Talente paddeln zum Gedenken an LKV-Präsidenten 

Am 22. September war es wieder soweit, dass sich vor allem jüngere Nachwuchskanuten  zum zwölften Mal auf der Regattastrecke der Inselstadt Werder trafen, um ihre Wettkämpfe im Gedenken an den ehemaligen LKV-Präsidenten Manfred Glöckner zu bestreiten. Die in Verantwortlichkeit von Dajana Pefestorff und Rainer Müller organisierte Veranstaltung verzeichnete mit 243 Sportlerinnen und Sportlern aus 16 Vereinen einen regen Zuspruch. Neben den neun Vereinen aus dem Bereich des Landes-Kanu-Verbandes Brandenburg waren auch Teilnehmer aus Sachsen-Anhalt und Berlin angereist. Das zahlenmäßig größte Aufgebot stellte mit 36 Aktiven naturgemäß die Kanuabteilung von den WSF Pirschheide. Der Kanu-Club Potsdam im OSC verbuchte 6 Siege und drei dritte Plätze 

Erstmals konnte das neu errichtete Zielgebäude an der Regattastrecke der Inselstadt genutzt werden. Die Rennen wurden, unterteilt nach Altersklassen,  in Einer- und Zweierbooten über 500 m ausgetragen. Als  jüngste Paddler bewiesen selbst Sechsjährige, dass sie ihr Boot gekonnt vom Start bis ins Ziel bringen können.

Jedes nach dem Zieldurchlauf zur Siegerehrung an den Steg gebetene Paddeltalent strahlte, wenn es eine der begehrten aus Glas gefertigten Medaillen aus der Hand von Maria Glöckner, der Witwe des ehemaligen LKV-Präsidenten, entgegennehmen konnte.

In der Endabrechnung hatten die Mädchen und Jungen des Wolmirstedter KSV  mit 18 Medaillen (9 erste, 8 zweite und ein dritter Platz) die meisten davon auf ihrem Konto. Dahinter rangierten die Kanuabteilungen von Einheit Spremberg (9/ 6/ 0) und Union Schönebeck (7/ 8/ 2).

Auch die jungen Sportler/-innen aus dem Trainingsbereich des KC Potsdam im OSC  von Jeffrey Zeidler schlugen sich bei dem teilweise recht heftigen Wind auf dem Havelnebenarm in Werder sehr beachtlich. Einige von ihnen hatten erst vor wenigen Monaten mit dem Paddeln begonnen. Zu den Potsdamer Medaillengewinnern gehörten:

  • In den Siegerbooten: Hannes Müller, Carolin Erhard, Lilli Erhard, Onno Wulf, Matwej Genrich sowie Finley Schüler/ Malte Leiteritz
  • Als Dritte: Emil Spangenberg/ Max Kaulfürst, Marie Burwig/ Lilli Erhard und Helena Putzler/ Luna Kaiser.

Die Manfred-Glöckner-Gedächtnis-Regatta wird seit 2006 jährlich im Herbst zu Ehren des 2005 verstorbenen Ehrenpräsidenten des Landes-Kanu-Verbandes Brandenburg ausgerichtet. Wetterbedingt wurde einmal die Serie unterbrochen.

Der ehemalige  Weltmeister im Kanu-Slalom und spätere Trainer Kanu-Rennsport übte von 1990 bis 2005 die Funktion des Präsidenten des LKV Brandenburg aus. Wenige Monate nach Übergabe dieses Ehrenamtes an seinen Nachfolger verstarb Manfred Glöckner im Alter von 69 Jahren. Als Veranstalter der Gedächtnisregatta fungiert sein ehemaliger Heimatverein, die Kanuabteilung der  Wassersportfreunde Pirschheide e.V. 

Günter Welke

Und zum Schluss: 

Wir danken für Ihr Interesse! 

Die nächste Kanuspitze erreicht Sie am 2. November. U.a. schreibt darin der Ehrenpräsident des Fördervereins, Olympiasieger Jürgen Eschert, über das erste Jahr der Trainingsgruppe „Sponsoren“.

Sie wollen sich mit einer Idee oder einem Beitrag an der nächsten Kanuspitze beteiligen?

Nicht zögern:

info@kanuteamwork.de